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Modellflieger startet in die Saison

Lufthoheit für spektakuläre Objekte

Ottmarsbocholt

Immer größere und immer spektakulärere Flugobjekte eroberten über der Ottmarsbocholter Dorfbauerschaft die Lufthoheit. Den Saisonstart des Modellflugclubs erlebten viele Interessierte, die das Hobby teilen und Schaulustige mit.

Dieter Klein

Ob Jet oder Propellermaschine – beim Saisonstart des Modellflugclubs Ottmarsbocholt zogen viele Flugobjekte die Aufmerksamkeit auf sich. Foto: dk

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein . . .“ Reinhard Mey war als kleiner Junge vielleicht auch mal Modellflugbauer. Sah seinen Gleiter kleiner und kleiner werden, mit dem Himmelsblau fast verschmelzend. So wie viele Jungen und Mädchen am Sonntag in Ottmarsbocholt. Denn dort gehört der Himmel am 1. Mai traditionell den Hobbypiloten des „MFC“, dem „Modell-Flieger-Club“ zum „Anfliegen“.

Und da sich auch der Himmel am Sonntag bei bester Laune zeigte, fanden nicht nur die Modell-Piloten, aus „Otti-Botti“ sondern auch Hunderte von Spaziergängern und Ausflüglern den Weg zum „Flugplatz“ in der Dorfbauerschaft.

Schon ein kurzer Rundgang zeigte klar den Trend zum „Großen“. Wo vor Jahren noch viele jüngere Piloten an ihren „Schaum-Waffeln“ (Einsteigermodelle aus Styropur) werkelten, da glänzten am Sonntag technisch ausgereifte Großsegler und rassige, ultraschnelle Jets. „Ganz klar“, bestätigte auch MFC-Vorsitzender Klaus Heymann, „die Leidenschaft zum Fliegen, dazu das breite Angebot an Bausätzen modernster Fertigung – da möchte jeder Junge schnell weiter, schneller und höher kommen.“ So wie Marc Horstmann. Der Junge ließ seinen neuen „Red Bull“-Flieger nicht mehr aus den Augen. Und erklärte jedem, der es wissen wollte, spontan die technischen Daten: „2,60 Meter breit; 2,40 lang; 116 ccm-Maschine; 15 Kilo schwer und mehr als 3000 Euro wert.“ Doch ehrlich wie er war, gab er auch zu, dass ihm sein ebenso flugverrückter Papa beim Ankauf des Fliegers unter die Arme gegriffen hat. Dafür muss er nun für lange Zeit auf eine Taschengelderhöhung verzichten.

„Das macht der gerne“, schmunzelten die Älteren vom Club. „Der Modellbau selbst mag ja noch individuell sein. Sind die Dinger dann aber fertig, werden sie familienfreundlich. Dann zieht die ganze Sippe wochentags raus zum Platz, um die Prachtstücke am Himmel bewundern zu können“, hieß es.

Und da der MFC unter seinen gut 70 Mitgliedern alleine 15 Jugendliche betreut, ist hier immer was los. Auch weil immer mehr Modellflieger auf Hubschrauber umgestiegen sind. Diese bis ins letzte Detail naturgetreu nachgebauten Helis sind, was die Flugeigenschaften betrifft, kaum noch zu überbieten. Vielen ihrer Bewunderer allerdings noch zu teuer.

Und vereinzelt gab es auch den letzten Schrei an Fluggeräten, Quadrocopter, zu besichtigen. Sebastian hatte sogar einen „Hexacopter“ mitgebracht. Eine Art metallener Krake mit einer Kamera dort, wo bei den lebendigen Exemplaren das Auge sitzt. „Leider kann ich heute keine Fotos machen“, bedauerte der Lüdinghausener. „Ich habe das Gerät vor kurzem bei einem Besuch an der Nordsee im Wasser abgesetzt. Das mochte die Kamera nicht.“

Machen sich die Modell-Piloten in Ottmarsbocholt schon Gedanken darüber, dass das Modellfliegen zukünftig möglicherweise noch bis zu einer Höhe von 100 Metern gestattet sein soll? Heymann bestätigt und schüttelt den Kopf: „Das wäre das Ende für alle Segler. Die finden günstige Thermik erst in rund 300 Metern Höhe. Also Nein zu diesem geplanten Unsinn“, fordert er.

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