1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. „Männer und ihr Spielzeug“

  8. >

Modellflieger starten Saison

„Männer und ihr Spielzeug“

Ottmarsbocholt

Ob Flügel oder Rotor – die Luftschiffe, mit denen die Modellflieger in Ottmarsbocholt in die Saison starteten, verlangen viel Fingerspitzengefühl.

Dieter Klein

„Ready to fly…“ hieß es an diesem 1. Maitag auf dem idyllischen Ottmarsbocholter Flugplatz. Oder auch – um in der Fliegersprache zu bleiben: auf dem „Model Airfields“, mit den Koordinaten: Breitengrad 51,8209; Längengrad 7,5151, Höhe über NN: 64 Meter. Verstanden? Der Eichelhäher jedenfalls, der aus einem nahen Waldstück auf Insektenjagd herausschoss, um einer besonders fette Mücke den Garaus zu machen, verstand jedenfalls nichts mehr. Denn die vermeintliche Beute – eine „Terex 250“ – heulte wie von Geisterhand gesteuert, mit drei blitzschnellen Rollen und einem Looping in Rücklage auf und davon.

Die „Geisterhand“ gehörte Lars Lakony, einem sympathischen, jungen Abiturienten, der seinen Heli in atemberaubenden Manövern durch den Himmel jagte.

Darüber freute sich nicht nur Papa Rolf, der dem Sohnemann die Begeisterung für den Flugmodell-Bau eingetrichtert hatte, sondern auch Flugleiter Wolfgang Graf. Vor allem aber Klaus Heymann, den Vorsitzenden der rund 25 „Aktiven“, die an diesem 1. Mai dem zahlreich erschienenen Publikum die liebevoll gebastelten, teils simplen, teils abenteuerlichen Flieger vorführen konnten. So wie die alte „Corvair“ von Peter Horstmann, deren Original von den Amerikanern schon während des Koreakriegs eingesetzt worden war. Schlicht aus lackiertem Styropor zusammengeklebt, mit überschaubarer Technik bestückt, aber immer noch einen martialischen Eindruck vermittelnd. Die Aufkleber ganz im US-Look verrieten: geflogen von Lt. Col. („Lieutenant Colonel“), Ken Walsh.

„Männer und ihr Spielzeug“, schüttelte eine Besucherin lächelnd, aber verständnisvoll ihre Locken: „Dem müsste mal das Cockpit geputzt werden“, dachte sie laut.

Aber es gab auch weniger kriegerisches Fluggerät: Elegante Segler, wie die „Fox“ von Andreas Wingerath, mit einer Spannweite von 4,66 Metern, eine wahre Riesenmöwe am dunklen Himmel. Dagegen wirkten die eleganten Segler von Johann Linnemann und Jonas Scholz geradezu bescheiden.

Doch sind es gerade die einfacheren Modelle, mit denen der Club den Nachwuchs langsam an die großen, teuren Exemplare heranführen will. Denn um einen Modell-Turbinen-Heli, wie den Original-Nachbau einer „BELL 412“ von Stefan Radau aus Hamm sicher bewegen zu können, bedarf es viel Flugerfahrung, und bei einem eventuellen Totalschaden mehr als 10 000 Euro für einen Neubau.

Startseite
ANZEIGE