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Bürgerbusverein möchte mit Fahrgastinformation Missverständnisse klären

Matratzen müssen draußen bleiben

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Der Bürgerbus kann nicht alle Wünschen seiner Kunden erfüllen. So werden Tiere, sperrige Kinderwagen, Rollstühle und, wie unlängst geschehen, Matratzen nicht mit transportiert. Um Missverständnisse auszuräumen, klärt der Verein mit einer Fahrgastinformation darüber auf, wo der ehrenamtliche Service seine Grenzen hat.

Siegmar Syffus

Auf Wunsch stehen die Fahrer des Bürgerbusses ihren Passagieren auch mit einer helfenden Hand zur Verfügung. Foto: sff

Die Fahrer des Sendener Bürgerbusses genießen einen guten Ruf. Nicht nur, weil sie zuverlässig, pünktlich und rein ehrenamtlich ihren Dienst versehen. Darüber hinaus stehen sie ihren Passagieren bei Fragen zum Fahrbetrieb Rede und Antwort und gehen Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder anderen Problemen beim Ein- und Aussteigen zur Hand.

„Trotzdem kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Allein schon, weil in unserem Fahrzeug beengte Verhältnisse herrschen. Und das Angebot der großen RVM-Busse daher nicht 1:1 übertragen werden kann“, räumt Karl-Heinz Huizen ein. Aus diesem Grund und aus unliebsamen Erfahrungen des vergangenen Jahres „mit über 20 000 zufriedenen Fahrgästen“, so Huizen, habe der Vorstand des Bürgerbusvereins Senden (BBS) eine Fahrgastinformationen herausgegeben, die im Bus ausliegt und im Internet eingesehen werden kann. Das Merkblatt kläre über die Beförderungsbedingungen auf, erläutert der stellvertretende BBS-Vorsitzende. Knackpunkte seien insbesondere die Beförderung sperriger Gütern und von Tieren sowie die Bitte von Fahrgästen, der Bus möge abseits der Haltestellen – in der Nähe der eigenen Haustür – zum Ein- beziehungsweise Aussteigen anhalten.

Unsicherheiten bestehen zum Beispiel darüber, was im Bürgerbus mitgenommen werden darf: „Es ist sogar schon vorgekommen, dass jemand mit einer Ma­tratze oder einer Teppichrolle einsteigen wollte. Das geht natürlich nicht, weil dafür nicht genügen Platz im Fahrzeug vorhanden ist und die anderen Fahrgäste behindert würden“, führt Huizen aus. Deshalb dürfen Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle nur dann mitgenommen werden, wenn sie zusammenklappbar sind. „Wir haben uns außerdem grundsätzlich dazu entschieden, dass Tiere im Bürgerbus nicht mitgenommen werden dürfen. Weil es Fahrgäste gibt, die sich belästigt fühlen und damit der Fahrer nicht im Einzelfall entscheiden muss, ob zum Beispiel der Hund zu groß oder doch klein genug ist“, erläutert das BBS-Vorstandsmitglied. Gleichwohl bestehe eine Ausnahme: Blindenführhunde sind im Bürgerbus durchaus willkommen.

„Unsere Fahrer dürfen auch nicht überall Fahrgäste ein- oder aussteigen lassen. Das ist aus juristischen und versicherungstechnischen Gründen ausgeschlossen und nur an vorgegebenen Routen und ausgewiesenen Haltestellen möglich“, nennt Huizen ein weiteres Missverständnis, das im täglichen Fahrbetrieb auftaucht. Diskussionen gebe es auch immer wieder, wenn Fahrgäste mit ungültigen Tickets oder Schülerausweisen ohne Bürgerbus-Stempel für „lau“ mit wollen. „Alle Fahrer sind aus vollen Herzen und gerne dabei. Wenn sich jedoch jemand den Minipreis von einem Euro sparen will, dann stößt das gelinde gesagt auf Unverständnis“, sagt Huizen kopfschüttelnd.

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