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Drei Wohnungen entstehen im Anwesen Haus Frerichmann

„Nah am Standard für ein Denkmal“

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Es gleicht wohl einer Operation am offenen Herzen – dem Herzen Sendens. Auf dem Anwesen Haus Frerichmann entstehen drei Wohnungen. Nebengebäude werden dadurch erhalten und herausgeputzt. Gleichwohl hätten sich manche Politiker eine andere Nutzung an diesem Standort gewünscht.

Dietrich Harhues

In dem verputzten Gebäude an der Eintrachtstraße entsteht Wohnraum und das Fachwerk wird wieder sichtbar gemacht. Foto: di

Drei Wohnungen sollen in den Nebengebäuden und im Haus Frerichmann entstehen. Keine leichte Aufgabe für den Architekten – und für manche Politiker offenbar eine Operation am offenen Herzen, dem Herzen Sendens. Denn wie formulierte es Thomas Hageney (UWG) am Donnerstagabend während der Debatte im Gemeindeentwicklungsausschuss: „Das ist die zentralste Stelle in Senden.“

Vorzug für Gastronomie oder Handel

Deshalb sollte sie eine hervorgehobene Funktion erfüllen, so der Mandatsträger weiter. „Ich bin enttäuscht vom Ergebnis“, betonte Hageney, der Wohnen im Ortskern „prima“ findet, aber sich eine „andere Nutzung“, etwa ein Ladenlokal oder Gastronomie, gewünscht hätte.

Thomas Hageney (UWG)

Liebe zum „leicht verträumten Innenhof“

Auch Prof. Dr. Martin Lühder (CDU) hegte Visionen mit dem Ensemble: „Eine Weinkneipe mit leicht verträumtem Innenhof“. Lühder schob hinterher, dass Wohnungen in zentraler Lage ebenfalls „ganz toll“ seien. Nur: Der Innenhof sollte nicht allein dem Parken dienen. „Es wäre schade, wenn der nur dem Blech geopfert würde“, betonte Lühder.

Jan-Peter Klingelhöfer (SPD) mahnte ebenfalls Sensibilität vor der historischen Substanz im Umfeld des Geburtshauses des Bildhauers Alexander Frerichmann (1887 bis 1960) an.

Keine grundsätzlichen Bedenken gegen Wohnen

Dass die Grünen „nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben“ sind, Wohnungen in den Gebäuden zu schaffen, gab Philipp Scholz zu Protokoll. Er erinnerte aber auch daran, dass sich seine Fraktion um eine Unterschutzstellung als Denkmal für die Gebäude bemüht habe und machte einzelne Einwände an der Planung geltend.

Dass sehr nah an dem Standard gearbeitet werde, der auch für ein Denkmal gegolten hätte, betonte Architekt Jörg Dröge gegenüber den WN. Auf Nachfrage konkretisierte der Planer aus Nordkirchen auch, dass die Wohnungen zwischen 57 und 106 Quadratmeter groß und sich über ein bis zwei Ebenen erstrecken werden.

Fachwerk tritt unter dem Putz wieder zutage

Wohnraum entsteht unter anderem in dem Gebäude, das an der Eintrachtstraße liegt. Dort wird der graue Putz verschwinden und das Fachwerk freigelegt. In das Dach des Atelier-Gebäudes, das Gisela Holtermann bis zum vorigen September 29 Jahre lang als kreative Werkstatt diente, wird eine Gaube eingebaut. Der holzverschalte Giebel zum Hof und Brunnen hin wird Fenster erhalten, kündigte Dröge an.

Gerd Gebauer (CDU)

Das Positive, dass ein historisches Gebäude bewahrt wird, das nicht unter Denkmalschutz steht, sollte man hervorheben, appellierte Dr. Christian Vogdt (CDU). Ausschuss-Vorsitzender und Parteikollege Gerd Gebauer pflichtete ihm bei: „Das finde ich toll.“

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