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Ausschuss berät über Klimaschutzkonzept

„Nein“ zum 30-Prozent-Ziel – „Ja“ zu drei Modellprojekten

Senden

Hart gerungen um das Klima wird nicht nur in der „großen“ Politik. Auch im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität der Gemeinde Senden verlief die Diskussion sehr kontrovers. Nicht alle eingebrachten Forderungen fanden eine Mehrheit.

-ure-

Die CDU sprach sich im Ausschuss für eine Vollzeitstelle in der Verwaltung aus, um die Windkraft in Senden voranzubringen. Foto: Anne Steven

Es waren hohe Ziele, welche Politiker von CDU und Grünen am Donnerstagabend im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität setzen wollten, um die Treibhausgas-Emissionen über lokal beeinflussbare Faktoren zu senken. Hier reiche es nicht aus, bis 2030 eine Reduzierung von nur 20 Prozent anzustreben, wie dies vorgesehen ist. Rolf Wiederkehr (Grüne) erklärte, die Latte müsse höher gelegt werden auf 30 Prozent. „Wir müssen uns alle des Ernstes der Lage klar sein.“ Und Roland Wieging (CDU) sprach sich für eine Vollzeit-Stelle im Rathaus aus, welche sich einzig und allein darum kümmern solle, „die Nutzung der Windkraft nach vorne zu bringen und deren Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern“. Dass beide Punkte eine Personalaufstockung zwingend erforderlich machen würden, darauf wies Bürgermeister Sebastian Täger hin. Und er tat das sehr eindringlich: „Wenn das alles hier gefordert wird, dann muss da auch ein Preisschild dran.“

Mehr als eine Stelle notwendig

In der Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts wird von einer zusätzlichen Stelle in der Verwaltung ausgegangen. Damit werde man dann aber keinesfalls auskommen, stellte Täger klar. Eine Anhebung des Reduzierungsziels auf 30 Prozent habe ja zur Folge, dass da dementsprechend auch weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten – die viel Arbeitszeit binden. Diesen Punkt hatte der Geschäftsführer des Essener Umweltbüros Gertec, Andreas Hübner, bereits in der vorangegangenen Ausschusssitzung am Beispiel von Münster näher erläutert. Zwar nehme man sich dort sogar eine 50-prozentige Senkung vor. Was da aber an Personal (und an Geld) dahinterstehe, „da würden Sie mit den Ohren schlackern“.

Streit ums Geld für Förderprogramme

Wie viel Geld in Senden in die Hand genommen werden soll, um ein Förderprogramm für Klimaschutzinvestitionen aufzulegen, um Anreize zu geben für die umfassende Sanierung von Wohngebäuden, für Photovoltaik-Anlagen oder für die Anschaffung von Lastenrädern, darüber gingen die Meinungen weit auseinander. In der Verwaltungsvorlage war hier ein Betrag von bis zu 100 000 Euro pro Jahr genannt. Für Wolfgang Dropmann (Grüne) „eine lächerliche Summe“, wie er sich gegenüber den WN äußerte. Seine Fraktion beantragte eine Verdoppelung auf 200 000 Euro, die von den anderen Parteien – bei Enthaltung der UWG – aber abgelehnt wurde. Keinerlei Zustimmung bekamen die Grünen auch für ihre 30-Prozent-Zielgröße, die Bernd Aundrup als völlig unrealistisches Wunschdenken bezeichnete. Die per Video zugeschaltete Diplom-Ingenieurin Helene Püllen vom Büro Gertec bezeichnete die 20 Prozent schon als recht anspruchsvoll. „Und ich weiß noch nicht einmal, ob sie die schaffen werden.“ Ob man sich jetzt ein „noch viel anspruchsvolleres Ziel“ setzen wolle, wo man dann gefordert werde, sich „noch mehr zu strecken“, das müsse die Politik entscheiden. Die entschied sich dann dagegen. Was aus der Extra-Stelle für die Windkraft wird, damit wird sich voraussichtlich die nächste Ratssitzung beschäftigen.

Start mit drei Modellprojekten

Die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes soll nun mit drei Modellprojekten gestartet werden: der Beratung privater Haushalte beim energiesparenden Bauen und Sanieren, einer Photovoltaik-Ausbauinitiative mit der Zielgruppe Gewerbe sowie der Förderung des ÖPNV mit dem Ziel, die Zahl der Pkw (Benzin und Diesel) zu verringern.

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