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Rotorbruch bei Windkraftanlage in Gronau-Epe: „Äußerst seltener Vorfall“

Neue Baureihe für Bösensell

Bösensell

Der Abbruch eines Rotorteils an einer Windkraftanlage in Gronau schlug hohe Wellen. In Bösensell sollten zwei baugleiche Anlagen errichtet werden. Mittlerweile ist dort ein weiterentwickeltes Modell vorgesehen.

Von Thomas Fromme

Am Boden liegt das Rotorblatt einer Windkraftanlage in Gronau. In Bösensell sollten zwei baugleiche Anlagen errichtet werden. Mittlerweile ist dafür ein weiterentwickeltes Modell vorgesehen. Foto: mb

Bei der Windkraftanlage, die kurz nach Neujahr in Gronau-Epe für Schlagzeilen gesorgt hat, handelt es sich um den gleichen Typ, von dem in Bösensell zwei Anlagen genehmigt worden sind. Das Unternehmen Westwind aus Kirchdorf (Kreis Diepholz) hat seine Planung kurz nach Erteilung der Baugenehmigung allerdings noch geändert und sich für eine gegenüber dem „Gronauer Modell“ weiterentwickelte Baureihe entschieden.

In Gronau ist – wie berichtet – bei einer erst vor wenigen Monaten in Betrieb genommenen Anlage ein Rotorblatt gebrochen und teilweise zu Boden gestürzt. Verletzt wurde niemand.

35 Rotorbrüche an Windkraftanlagen bundesweit seit 2005

In Bösensell soll am nordöstlichen Rand des Gemeindegebiets zwischen Alvingheide und L 843 (Tilbeck – Roxel) der Windpark Senden entstehen. Der Kreis Coesfeld hatte im Juli 2021 den Bau von zwei Windenergieanlagen mit Gesamthöhen von 240 Metern genehmigt. Der dafür ursprünglich vorgesehene und in Gronau havarierte Anlagentyp GE 5.3-158 hat eine Nennleistung von 5,3 Megawatt. Die Anlagen kosten insgesamt etwa 7,8 Millionen Euro. Ihre mittlere jährliche Stromerzeugung wird auf jeweils 13 Millionen kW/h beziffert.

Die für Bösensell jetzt vorgesehene neuere Baureihe GE 5.5-158 hat zwar eine etwas höhere Leistung. Die beiden Anlagen sollen aber nach Westwind-Angaben entsprechend der Baugenehmigung nur mit 5,3 Megawatt betrieben werden. Das bestätigte Daniel Claas, Leiter des Kreisumweltamtes. Die erforderliche Änderungsanzeige liege dem Kreis vor, so Claas.

Zur Ursache des Unfalls in Epe gibt es bislang keine abschließenden Erkenntnisse. Der Hersteller GE Renewable Energy (Salzbergen) teilte mit, dass man „in Zusammenarbeit mit den Behörden“ daran arbeite, „die Ursache zu ermitteln“.

Vorfälle wie die in Gronau-Epe seien äußerst selten, teilte Frank Grüneisen, Sprecher des Bundesverbands Wind-Energie, mit. „Ende 2021 waren bundesweit rund 30 000 Windenergieanlagen am Netz. Seit 2005 ist es laut unserer Liste zu 119 Schadensereignissen gekommen. Darunter waren 35 Fälle von Rotorbrüchen, davon 22 komplette Abbrüche eines Flügels und 13 Teilbrüche.“

Die Gemeinde Senden hatte ihr Einvernehmen zum Windpark in Bösensell versagt. „Die geplanten Anlagen liegen außerhalb der im rechtskräftigen Flächennutzungsplan dargestellten Konzentrationszonen für Windenergieanlagen“, lautete die Begründung. Im weiteren Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz wurde das gemeindliche Einvernehmen durch den Kreis ersetzt. Der Flächennutzungsplan wird angepasst. Wann die Bauarbeiten beginnen, ist noch nicht bekannt.

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