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„Aktion Hoffnungsschimmer“

Nothilfe und Perspektiven schaffen

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Die „Aktion Hoffnungsschimmer“ fördert Projekt zur Selbsthilfe insbesondere im nordirakischen Shingal-Gebiet, dem Stammland der Jesiden. Doch angesichts von Corona und anderen Katastrophen leistet der gemeinnützige Verein aus Senden mit anderen Partnern auch akute Nothilfe in der Region.

Dietrich Harhues

Aktion Hoffnungsschimmer unterstützt das Flüchtlingshilfswerk der Jesuiten, das Familien mit Nahrungsmitteln versorgt. Foto: JRS

Corona dringt in jeden Winkel der Welt vor und beherrscht die Schlagzeilen. Und die Pandemie stellt auch Hilfsorganisationen wie „Aktion Hoffnungsschimmer“ vor besondere Herausforderungen. Denn Menschen, die in Camps oder Notbehausungen leben, sind besonders gefährdet, dem Virus zum Opfer zu fallen. Der gemeinnützige Verein aus Senden hat eine Brücke der Hilfe in den Nordirak geschlagen, um dort auf vielen Ebenen Unterstützung zu leisten – akute Notmaßnahmen ebenso wie Hilfe zur Selbsthilfe.

Hilfe zur Selbsthilfe bleibt wichtig

So bleiben die Themen Wasserversorgung, gesundheitliche Infrastruktur, (berufliche) Bildung, Betreuung von Kindern und Waisen sowie Frauenförderung weiterhin kennzeichnend für die „Hoffnungsschimmer“-Projekte insbesondere im nordirakischen Shingal-Gebiet.

Dorthin sind immer mehr jesidische Familien bereit zurückzukehren, die 2014 nach dem Angriff durch den IS ihr Land, ihren Besitz und Angehörige verloren haben und seit Jahren Camps untergebracht sind. Um die Perspektiven auf eine gesicherte Existenz in der Region zu verbessern, investiert der Sendener Verein in viele infrastrukturelle Vorhaben im Grenzgebiet Irak, Syrien, Türkei. „Wir sind auf einem guten Weg“, resümieren Alfred Holz, erster Vorsitzender des Vereins, und Orhan Atalan, Vorstandsmitglied von „Hoffnungsschimmer“, im WN-Gespräch.

Resümee von Alfred Holz und Orhan Atalan vom „Hoffnungsschimmer“-Vorstand

Doch Corona und andere Katastrophen erfordern, wie schon öfter, immer wieder auch spontane Aktionen und den Einsatz von Geld, betonen Atalan und Holz. Mit einer beträchtlichen Summe hat der Verein aus der Stevergemeinde in den vergangen Monaten das Flüchtlingswerk der Jesuiten (JRS) unterstützt. Die Kontakte waren über den „Hoffnungsschimmer“-Initiator Dr. Jochen Reidegeld entstanden. Anlass der Hilfe: Ein JRS-Camp in Dohuk war von einem Hochwasser überschwemmt worden.

Aktion Hoffnungsschimmer unterstützt auch eine Kindertagesstätte, die es den Müttern erlaubt, mehr Selbstständigkeit zu entwickeln. Foto: Aktion Hoffnungsschimmer

Medizinische Hilfe zur Grundversorgung und als Reaktion auf die Corona-Pandemie leistet „Hoffnungsschimmer“ in Kooperation mit „Mezzaluna Rossa Kurdistan“. Gemeinsam wurde eine Krankenstation in Containern auf die Beine gestellt, für die 88 000 Euro von der NGO aus Italien und rund 40 000 Euro von „Hoffnungsschimmer“ übernommen worden sind.

Eine Dokumentation der Hilfsprojekte und Eindrücke der wiederholten Reisen möchte die „Aktion Hoffnungsschimmer“ bei ihrer Jahreshauptversammlung vorstellen. Die Versammlung, die Corona-bedingt verschoben worden ist, soll noch in diesem Jahr stattfinden, kündigt Holz an.

Spendenkonten: Volksbank Senden eG IBAN: DE42 4006 9546 0035 2137 00; Sparkasse Westmünsterland, IBAN: DE404015453 00036097400 BIC: WELADE3W

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