Sechs Frauen verstärken das Fahrerteam des Bürgerbusvereins

„Ohne Damen geht‘s nicht mehr“

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Lediglich sechs Frauen trauen sich neben 26 männlichen Kollegen hinter das Steuer des Bürgerbusses. Der Verein hofft in Zukunft auf mehr Frauenpower, zumal alle sechs Fahrerinnen Spaß am ehrenamtlichen Dienst haben und den Teamgeist loben.

Siegmar Syffus

Die Fahrerinnen des Bürgerbusses würden sich freuen, wenn sich weitere Frauen ins Team gesellen (v.l.): Sabine van der Poel, Rosemarie Meyer, Anna Homann, Beate Böhmer und Beate Stegt (auf dem Foto fehlt Gisela Hibbeler). Foto: sff

Manche Vorurteile halten sich hartnäckig – werden dadurch aber noch längst nicht richtig: „Bürgerbus fahren ist keine Männerdomäne. Frauen sind bei uns höchst willkommen. Ohne Damen geht‘s nicht mehr“ betont Karl-Heinz Huizen. So freut sich der stellvertretende Vorsitzende des Bürgerbusvereins Senden, dass neben 26 Männern mittlerweile sechs Frauen das Fahrerlager bilden. Seit dem Start im August 2017 sind Anna Homann, Rosemarie Meyer, Sabine van der Poel und Gisela Hibbeler schon als Chauffeurinnen aktiv. Seit gut einem halben Jahr ist auch Beate Böhmer dabei. Seit Anfang Juni verstärkt die Bösensellerin Beate Stegt das Team.

„Ich bin als Fahrgast öfter mitgefahren und war von Stund‘ an begeistert von dem persönlichen Service der Fahrerinnen und Fahrer. Da wollte ich auch mitmachen“, sagt Beate Stegt, die ihre berufliche Teilzeitbeschäftigung und das ehrenamtliche Engagement im Bürgerbus unter einen Hut bringt.

So wie die Bösensellerin sind längst nicht alle Fahrer und Fahrerinnen im „rentenfähigen“ Alter. „Die Spanne reicht von Anfang 50 bis fast 80 Jahre. Nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand entscheidet. Dazu findet jährlich ein ärztlicher Gesundheitscheck statt“, erläutert Huizen.

Ebenso wie die anderen fünf Fahrerinnen sitzt Sabine van der Poel gerne hinter dem Lenkrad. Sie ist alle zwei Wochen für jeweils vier Stunden on Tour. Sie schätze es, „dass die Einsätze auf persönlichen Wunsch auch flexibel gestaltet werden.“ Das gefällt auch Beate Stegt: „Der Bürgerbusverein ist eine sehr gut organisierte Truppe. Fahrdienst und Vorstand sind top aufgestellt“, resümiert das „Küken“ im Team.

Neben der Motivation, anderen Menschen zu helfen und dem Besitz der Führerschein Kasse 3, verbindet die Frauen eine Grundeinstellung, die Anna Homann in wenigen Worten zusammenfasst: „Ich fahre gerne und habe gerne Kontakt zu Menschen – egal ob Jung oder Alt.“ Beate Böhmer sieht es ähnlich: „Vom ,Guten Tag‘ beim Einstieg bis zum ,Danke‘ oder ,Tschüss, bis gleich‘ beim Ausstieg – es ist schon ein persönliches Verhältnis, was sich da mit der Zeit aufbaut. Wir erfahren so auch das ein oder andere Private von unseren Fahrgästen.“

Die Frage, ob es schwer sei den Bürgerbus zu fahren, verneinen die Frauen unisono. Der Wagen fahre sich wie ein großer Pkw-Combi mit Automatikgetriebe. Kein Grund also, sich vor dem Fahrdienst zu scheuen. Und überhaupt, meint Rosemarie Meyer schmunzelnd: „Wir dürfen doch nicht alles den Männern überlassen.“

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