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Autokino kommt nach Senden

Parkplatz statt Platz im Parkett

Senden

Das kommunale Kulturprogramm, sonst prallvoll gefüllt, legt derzeit eine Corona-bedingte Zwangspause ein. Um gleichwohl kulturelle Events zu bieten und neue Angebote zu ermöglichen, stellt das Kulturressort im Rathaus gemeinsam mit Partnern im Mai ein Autokino auf die Beine.

Dietrich Harhues

Drive in Kino in Coesfeld: Der gemeinsame Filmgenuss aus dem Auto soll in Senden an der Steverhalle möglich werden. Foto: Cinema Coesfeld

Ob die Knutsch-Quote höher ist als im konventionellen Lichtspieltheater, bleibt ein Geheimnis, doch dass Autokinos in Corona-Zeiten gerade Kultstatus erlangen, hat sich schon in vielen Städten offenbart. Jetzt steht auch für Senden eine Premiere in Sachen Filmvorführung an: Für das Wochenende 15. bis 17. Mai ist der kollektive Genuss von Actionthriller oder Familienstreifen auf dem seitlichen Parkplatz an der Steverhalle geplant. Als Veranstalter fungiert das Kulturamt der Gemeinde Senden.

Günter Melchers, Volker Sowade und Markus Kleymann planen als Kulturamt das Sendener Autokino. Foto: di

Die Gemeinde geht neue Wege, hat aber schon Erfahrungen mit Public Viewing gesammelt, wenn Spiele der deutschen Nationalfußballer mit Stadionfeeling verfolgt werden sollten.

Diese Form der Nähe ist jetzt aber weder erwünscht, noch erlaubt. Die Fahrzeuge müssen locker gruppiert werden, um Sicherheitsabstände zu wahren. Woraus sich ergibt, dass etwa 80 Autos auf der Fläche Platz finden, die sich übrigens auch deshalb eigne, weil keine Bäume den Blick auf die Leinwand versperren. Bei der Projektionstechnik kommen Top-Standards zum Einsatz, verspricht das Team des Kulturamtes. Was bedeutet, dass die Nachmittagsvorstellungen, die sich vor allem an Familien wenden, trotz des Tageslichts den vollen Filmgenuss gewährleisten.

Popcorn auf Bestellung

Apropos Genuss: Wer zum Hollywood-Streifen oder Arthouse sein Popcorn und ein kühles Getränk nicht missen möchte, kann auch im heilige Bleche statt Parkett das Kino-Feeling steigern. Snacks werden auf dem Parkplatz ebenfalls übergeben, sie müssen aber – ebenso wie die Eintrittskarten – vorab online gekauft werden.

Maifest und Lichterabend fallen aus

Die Chancen für das Maifest standen schlecht. Seit Längerem. Doch dass, wie berichtet, jetzt auch der Lichterabend ein dunkles Loch im Kulturkalender der Gemeinde Senden hinterlässt, stellte sich erst vor wenigen Tagen heraus – im Nachgang zum Treffen der Ministerpräsidenten am Mittwoch bei Kanzlerin Merkel. Die danach ergangene Regelung für NRW sieht vor, dass keine Großveranstaltungen bis Ende August erlaubt sind.Der Lichterabend hätte vom 29. August um vielleicht eine Woche verschoben werden können. Aber: „Niemand weiß, was dann die ,neue Normalität` konkret bedeutet“, betont das Team des Kulturamtes, dass auch für längerfristige Zeiträume keine Planungssicherheit herrscht.Die Planungen für das Maifest, das am 9. und 10. Mai über die Bühne gehen sollte, waren schon weit gediehen. In das Freiluft-Fest sollte der Rad-Aktionstag des Kreises integriert werden. Es umfasste eine Sternfahrt nach Senden, Fahrrad-Akrobatik, Ökologische Aspekte rund ums Fahrrad und auch eine radelnde Live-Band. Das Programm soll 2021 in Senden zum Tragen kommen. Da das Konzept „eingefroren“ werden könne, tue die Absage nicht so weh

Da die Auswahl der Filme noch aussteht, ist der Vorverkauf noch nicht angelaufen. Zu kaufen sein werden Tickets, die nicht pro Kopf, sondern pro Fahrzeug gelten. Auf engem Raum im Innern dürfen aber nur Familienangehörige oder Lebenspartner sitzen.

Ob romantischer Filmabend oder Familienausflug – die Nachbarschaft wird von dem Event nicht beeinträchtigt. Denn die Tonspur wird per UKW-Frequenz (auf die zurzeit ein Run herrscht) ins Autoradio übertragen.

Gemeinde bleibt auf Kosten sitzen

Das Kulturamt, dessen Programm zurzeit ruht, möchte mit dem Autokino „ein Zeichen setzen“ und der Sendener Bevölkerung ein neues Schmankerl bieten. Allerdings bleibt die Gemeinde auch auf Kosten hängen. Weshalb Sponsoren willkommen sind, die dazu beitragen, die finanzielle Lücke etwas zu schließen, wie es im Kulturamt gegenüber den WN hieß.

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