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Radverkehr in Senden

Pedalkraft stärkt den Klimaschutz

Senden

Ein Viertel ihrer Wege legen die Sendener mit dem Rad zurück. Die Klimaschutzbeauftragte Petra Volmerg möchte diese Quote steigern – besonders auf kurzen Strecken sei noch Luft nach oben. Die „Aktion Stadtradeln“ schafft einen Ansporn.

Dietrich Harhues

Der Anteil des Radverkehrs an der Mobilität in Senden liegt mit 25 Prozent hauchdünn über dem Durchschnittswert des Kreises. Was vom häufigeren Radfahren abhalten könnte, sind wellige Radwege, wie sie an der B 235 auf Höhe des Einkaufszentrums Grete-Schött-Ring und auf der Bulderner Straße zu finden sind. Foto: Jürgen Christ

Der Straßenverkehr trägt im Kreis Coesfeld mit 47 Prozent zur Kohlendioxidbelastung bei. Für Petra Volmerg, Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Senden, liefert diese Zahl die Bestätigung dafür, dass beim Thema Mobilität noch einiges für den Umweltschutz zu bewegen ist. Volmerg appelliert, noch mehr als bisher aufs Fahrrad umzusteigen. Nicht, dass die Sendener absolute Radel-Muffel seien. Doch: „Da lässt sich noch jede Menge herausholen“, betont die Expertin im Ressort Planen und Bauen. Was für die Bereitschaft zum Umsatteln und für den Umweltschutz gleichermaßen gelte.

Verbesserungsbedarf: Arg wellige Radwege finden sich beispielsweise entlang der B 253 im Bereich des Einkaufszentrums Grete-Schött-Ring. Foto: di

Als Ansporn, das heilige Blechle öfter mal im Carport zu lassen, hat sich die Gemeinde Senden der Aktion „Stadtradeln“ angeschlossen. Der Aufruf, zwischen dem 20. Juni und 10. Juli möglichst viel in die Pedale zu treten, fand ein großes Echo. „Ich bin von der Beteiligung positiv überrascht“, zieht die Klimaschutzbeauftragte ein erstes Fazit. Denn: 199 Pedalritter haben sich bei „Stadtradeln“ bisher registriert. Sie bilden 19 Teams. Über 3400 Kilometer legten die Mitglieder von drei – auch teilnehmerstarken – Teams zurück. Die Mannschaft „Feuerwehr Senden“ liegt knapp vor „Team roterkeil.net“ und dem

Kommentar: Viele Gründe fürs Umsatteln

Es sind keine Helden, die Lob zugefächert bekommen müssen, sondern einfach Menschen, die sich aus vielen Gründen dafür entscheiden, die Blechkarosse stehen zu lassen. Dafür spricht die eigene Gesundheit, die von vielen kleinen Bewegungsintervallen profitiert; es dankt der Motor des Autos, der nicht ständig bei Kurzstrecken-Kaltfahrten strapaziert wird, und das Klima zeigt sich erleichtert, dass weniger Kohlendioxid, womöglich plus Feinstaub und weiterer Emissionen, in die Atmosphäre geblasen wird.

Obwohl diese Gründe pro Radfahren bekannt sind, begegnet einem in Sendens Ortskern immer wieder dasselbe Bild: Für den Weg zum Bäcker und andere Mini-Distanzen werden üppige PS geweckt und rund zwei Tonnen Blech bewegt.

Wer öfter umsattelt, merkt, dass die Zeitersparnis nicht auf Seiten der Automobilisten sein muss.

Zum Umdenken gehört aber auch, dass die Infrastruktur in der Stevergemeinde teils noch Verbesserungen verträgt. Ebenso das Miteinander. So ist der Schulterblick beim Rechtsabbiegen in Senden bei Autofahrern selten. Radler wissen von gefährlichen Begegnungen zu berichten. Und andererseits haben auch sie sich an Regeln zu halten: von Ampeln bis zur Beleuchtung ihres Drahtesels.

„Joseph-Haydn Gymnasium“. Betrachtet man die Kilometerleistung pro aktivem Teammitglied, sieht es etwas anders aus: Dabei liegen die Roter-Keil-Radsportler vor „Kolping-Bösensell“ und dem Team „Grünes Senden“. In genau einer Woche wurden insgesamt 11 229 Kilometer absolviert beziehungsweise bereits online gemeldet. Damit bleiben der Luft in Senden und der Region 1,6 Tonnen Kohlendioxid erspart, rechnet die Klimaschutzmanagerin den Klimaschutz-Effekt vor.

Beigeordneter Klaus Stephan über die Radfahr-Quote in Senden

Volmerg gibt die Devise aus: Viele kleine Schritte ergeben auch schon eine spürbare Entlastung für die Umwelt. Deshalb plädiert die Ingenieurin dafür, zumindest bei kurzen Strecken dem Fahrrad den Vorzug zu geben. Mit dem Auto zum Bäcker – „das geht ja gar nicht“, moniert Volmerg.

Für ein Viertel aller Fahrten schwingen sich die Sendener bereits auf den Sattel. Mit 25 Prozent Rad-Anteil am Verkehrsaufkommen rangiert Senden knapp über dem Kreis-Durchschnitt (24 Prozent). Für Klaus Stephan liegt Senden damit schon ganz gut. Er räumt aber ein: „Da ist auch noch Luft nach oben“, so der Beigeordnete und Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen.

Infrastruktur in Senden prinzipiell gut

Von der Infrastruktur her eigne sich Senden, um Wege mit dem Rad zu absolvieren, resümiert Stephan. Dass es einzelne Problemzonen und Verbesserungen im Komfort geben könne, streitet der Fachbereichsleiter nicht ab. Arg welliger Asphalt findet sich beispielsweise an der K 4 auf Höhe des Walskamps und entlang der B 235 zwischen Fußgängerbrücke und Wilhelm-Haverkamp-Straße. Stephan: „Da sind wir auf Dritte, den Kreis und den Landesbetrieb, angewiesen.“ Verbesserungen zeichneten sich bei den „Velo-Routen“ beispielsweise über den Kappenberger Damm nach Münster ab.

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