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Stroetmann-Logistikzentrum im Planungsausschuss

Projekt steigert seine Akzeptanz

Bösensell

Das geplante Frische- und Logistikzentrum der Firma Stroetmann nahm im Sendener Planungsausschuss eine weitere Hürde. Auch die Grünen in dem Gremium änderten ein Stück weit ihre Haltung.

Von Dietrich Harhues

Die Animation zeigt das zwischen B235 (die links verläuft) und A 43 geplante Logistikzentrum der Firma Stroetmann. Foto: Stroetmann Food GmbH

Es wirkte wie ein politisches Manöver – trug aber dazu bei, das Meinungsbild zu verdeutlichen. Als am Dienstagabend im Bau- und Planungssauschuss der Gemeinde Senden das Frische- und Logistikzentrum der Firma Stroetmann auf der Tagesordnung stand, bat Philipp Scholz darum, dass über zweite bis dahin zusammengefasste Aspekte getrennt abgestimmt werden soll. Das führte dazu, dass die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans gegen die drei Stimmen der Grünen beschlossen wurde, sich diese Fraktion aber bei der Aufstellung des weiterhin erforderlichen vorhabenbezogenen Bebauungsplan enthielt.

Für Hartwich Schultheiß, Leiter des Bereichs Bau, Expansion und Immobilien bei der Stroetmann Food GmbH ist das mehr als eine Nuance, wie er im Gespräch mit der WN-Lokalredaktion erklärt. Denn damit liege dem Unternehmen eine einstimmige politische Zustimmung zum Bebauungsplanverfahren vor. Scholz gab den Vertretern des Vorhabenträgers noch mit auf den Weg, dass die Grünen „anerkennen, welche Anstrengungen unternommen werden, um das Vorhaben energetisch auf gute Füße zu stellen“.

Anteil des Energiebedarfs selbst decken

Worin die Anstrengungen bestehen, hatten zuvor Schultheiß und Carsten Lang, einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Architektur- und Stadtplanungsbüros „WoltersPartner“, den Mandatsträgern vermittelt. Demnach werde nach Abschluss des ersten (Kühllager für Frischeprodukte) und zweiten (Lager für Tiernahrung und Verwaltung) Bauabschnitts der Energiebedarf tagsüber durch die Photovoltaik auf den Flächen der großen Gebäude nicht nur gedeckt, sondern darüber hinaus Strom eingespeist. Diesen verschlingt aber vor allem die großflächige Kühlung auf acht bis zehn Grad nachts weiter, während die Solarpaneele keine Energie gewinnen. Das Verhältnis zwischen Stromverbrauch und Erzeugung können sich sehen lassen, so Schultheiß.

Hartwich Schultheiß (stehend, l.) und Carsten Lang stellten die Stroetmann-Pläne im Bauausschuss vor. Foto: di

Die Ausgleichsmaßnahmen, die sich aus der Flächenversiegelung ergeben, werden teils auf dem Stroetmann-Areal selbst und darüber hinaus möglichst in Senden umgesetzt, kündigte der Ressortleiter Expansion und Bauen an. Er hob nochmals die Vorteile für die Belieferung der angeschlossenen Märkte durch die günstige Lage und die Entlastung für Mecklenbeck, Albachten und Bösensell hervor.

Carsten Lang über die Bedenken der Landwirtschaftskammer

Die Resonanz auf die frühzeitige Offenlage der Pläne fasste Lang zusammen. Zu den Bedenken, die – wie berichtet – die Landwirtschaftskammer NRW erhoben hatte, räumte der Stadtplaner ein: „Da gibt es einen Flächenkonflikt.“ Dieser lasse sich „schlicht und ergreifend nicht vermeiden“. Das sieht die Gemeinde Senden ebenso, die in ihrer Abwägung vorgeschlagen hat, den Bedenken der Kammer nicht zu folgen. Denn eine alternative Fläche stehe in Senden nicht zur Verfügung, die Inanspruchnahme des Ackers zur Deckung des Bedarfs an gewerblichen Bauflächen sei „angemessen“ und „unvermeidlich“.

Stroetmann hat 16 Hektar Agrarland erworben, überplant werden zunächst „nur“ 9,5 Hektar. Für die östlich gelegene Fläche bis zum Wald gebe es noch keine Pläne, versicherte Schultheiß. Dieser Acker werde bis in die 2030er Jahre weiterhin verpachtet und landwirtschaftlich genutzt.

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