Feuerwehr Bösensell weiht erneuertes Gerätehaus ein

„Richtige und wichtige Investition“

Bösensell

Die Bösenseller Wehr hat ihr neues Gerätehaus nun auch offiziell bezogen. Damit bleibt der Löschzug an seinem bewährten Standort, reagiert aber auf neue Herausforderungen.

Carina Wübbels

Praktische Vorführungen der Bösenseller Wehr rundeten das Programm bei der Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses ab. Foto: cw

Blick hinter die Kulissen der freiwilligen Feuerwehr: Am Sonntag wurde das neue Gerätehaus nach mehr als einem Jahr Umbauzeit offiziell eingeweiht und das neue Fahrzeug LF 20 in den Dienst gestellt. Pfarrer Klemens Schneider nahm die Segnung des neuen Fahrzeugs vor. Er betonte, dass dies „keine Versicherung“ sei, sondern eine Bitte um unfallfreie Einsätze. „Es ist geschafft“, sagte Manfred Overbeck, Leiter der Sendener Feuerwehr, zur Begrüßung. Er ließ die Planungs- und Bauzeit Revue passieren und bedankten sich bei allen Beteiligten für die gute und engagierte Zusammenarbeit.

Viele Gäste kommen zur Einweihungsfeier

„Dieses heutige Ereignis zieht Kreise über die Grenzen der Gemeinde hinaus“, stellte er klar. So konnte er neben den Gästen aus Bösensell auch Nachbarwehren und Kameraden aus Vordernberg (Österreich) begrüßen. „Die Feuerwehren müssen auf dem aktuellen Stand gehalten werden“, betonte Overbeck die Notwendigkeit des Umbaus. „Es war eine richtige und wichtige Investition.“

Markus Middendorf, Wehrführer in Bösensell, hob dies in seiner Begrüßung ebenfalls hervor. Seit 1934 gebe es die freiwillige Feuerwehr im Ort. Bereits seit 1952 hat sie ihre Basis am heutigen Standort. Zum Jahresbeginn 1987 ist dort auch der Schulungsraum angeschlossen worden. „Wir gehören zu den schnellsten Wehren im Kreis Coesfeld“, sagte er. So seien sie sehr froh gewesen, an diesem bewährten Standort bleiben zu können. Schulungen, Dokumentationen und neue Medien machten die moderne Feuerwehr aus. „Die Zeit ist nicht stehen geblieben, die Feuerwehr hat sich verändert.“ Mit dem neuen Gerätehaus, das nun barrierefrei ist, ausreichend Platz für Besprechungen sowie Schulungen bietet, über eine Trennung des Schwarz-/Weiß-Bereichs sowie Geschlechtertrennung und ausreichend Parkplätze verfügt, ist die freiwillige Feuerwehr in Bösensell nun auf dem aktuellen Stand. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, fasste Middendorf zusammen bevor Bürgermeister Sebastian Täger ans Rednerpult trat.

Markus Middendorf mit Blick auf Team und bewährten Standort

Er nahm keine Schlüsselübergabe als sichtbares Zeichen vor, denn „bei einem Einsatz öffnen sich die Türen automatisch, wie es sich für eine moderne Feuerwehr gehört“. Architekt Andreas Becker berichtete über die Planungs- und Bauphasen zum neuen Gerätehaus. „Alles was Sie hier sehen, ist ehrliches Handwerk“, sagte er. Mehr als 30 Unternehmen seien an dem Projekt beteiligt gewesen. Kreisbrandmeister Christoph Nolte berichtete, dass „die Bevölkerung weiß, was sie an ihrer Feuerwehr hat“.

Rahmenprogramm bietet Action

Das zeigte sich beim Tag der offenen Tür deutlich: Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt, ließen sich die umgebauten Räume zeigen und stellten viele Fragen. Auch das Rahmenprogramm mit drei Demonstrationen des praktischen Könnens der Kameraden fand großen Anklang. Andreas Brüggemann zeigte, wie schnell sich ein Fettbrand entwickelt und wie er von der Kameraden bekämpft wird. Dirk Adorf, stellvertretender Wehrführer in Bösensell, erläuterte das Vorgehen und wie Privatpersonen im Ernstfall reagieren sollten. Ein altes Auto wurde für die Präsentation der technischen Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall genutzt. Eine eingeklemmte Person wurde fachmännisch geborgen und betreut. Martin Baumann hat eine Wasserpumpe von 1870 in rund 90 Stunden restauriert. Sven Speckmann hat bei den Holzarbeiten unterstützt. Mit dieser historischen Pumpe zeigten Kameraden, wie in früheren Zeiten Löschangriffe absolviert wurden. Die Jugendfeuerwehr Senden präsentierte direkt im Anschluss das heutige Vorgehen.

Seit mehr als 40 Jahren besteht eine Freundschaft der Bösenseller Wehr mit den Kameraden aus Vordernberg in der Steiermark. Eine Abordnung war der Einladung ins Münsterland gefolgt. Dieter Wally, stellvertretender Kommandant, bedankte sich für das „unvergessliche Wochenende“. Solch ein schönes, modernes „Rüsthaus“ hätten sie auch gern. „Habt viel Freude mit dem neuen Fahrzeug und kommt immer heil nach den Einsätzen in euer neues Haus zurück“, wünschte er den Kameraden. Damit sprach er auch stellvertretend für die Gäste beim Tag der offenen Tür der Bösenseller Feuerwehr.

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