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American Footballcamp im Sportpark:

Runder Spaß mit Leder-Ei

Senden

Jungen und Mädchen, Kinder mit und ohne Migrationshintergrund treffen sich in dieser Woche im Sportpark zum American Footballcamp, zu dem Flüchtlingshilfe und VfL Senden in Kooperation mit den „Mammuts Münster“ eingeladen haben.

Sigmar Syffus

Herkunft, Alter und Geschlecht sind egal: Beim Ferienangebot „American Football“ haben Kinder und Jugendliche ihren Spaß – obwohl (oder vielleicht weil) auch ab und an mal geschubst werden darf. Foto: sff

Nein – ein richtiger Ball ist das nicht. Das Ding sieht eher aus wie eine überdimensional große Pille oder ein Straußen-Ei. Mit dem „Runden, das ins Eckige muss“, hat der Football kaum etwas zu tun. „Genau genommen ist der Ball ein Ellipsoid“, lacht Thomas Körner. Und der kennt sich aus. Denn der Sendener ist nicht nur Mathematiker, sondern auch Trainer der U 13-Mannschaft beim American Football-Verein „Münster Mammuts“.

In dieser Woche hat Körner Heimspiele: Er leitet das Football-Feriencamp im Sportpark, zu dem Flüchtlingshilfe Senden und VfL Senden in Kooperation mit den „Mammuts“ eingeladen haben. Schubsen erlaubt – erlebe American Football“ heißt das kostenlose Angebot, zu dem insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund eingeladen waren.

„Am ersten Abend haben insgesamt 35 Kinder mitgemacht – acht stammen aus Flüchtlingsfamilien, weitere haben ebenfalls einen Migrationshintergrund. Es war völlig unkompliziert und ist super gelaufen“, berichtet Ulla Röttger, die in der Flüchtlingshilfe Senden aktiv ist. Dem zweiten Training seien die Flüchtlingskinder leider fern geblieben, bedauerte Röttger am Dienstagabend. Ob es an der Hitze lag, die eher zum Schwimmen als zum American Football lockte, vermochte sie nicht zu beurteilen.

Dabei bildet der Sport in der Gruppe grundsätzlich eine gute Brücke zur Integration. Und das ist der Grundgedanke des noch bis Freitag, jeweils ab 18 Uhr, laufenden Camps. „Wenn jemand sprachlich etwas nicht versteht, schaut er sich die Übung an, macht sie nach und ist ganz einfach mit dabei“, sagt Thomas Körner, der beim Training von drei Jugendlichen „Mammuts“ aus Senden unterstützt wird, von Aaron Böckenholt sowie von Florian und Tobias Wirtz.

Sehr zufrieden mit der Resonanz zeigte sich Elke Wirtz. Die Sendenerin ist seit Ende 2015 Vorsitzende der Münster Mammuts und betonte: „Wir sind offen für alle. Beim American Football hat jeder seinen Platz. Wir brauchen Stämmige für die Defensive und Spritzige für den Angriff. Besonders freue ich mich, dass auch fünf Mädchen heute mit dabei sind, und wir von neun bis 16 Jahren ein breites Altersspektrum haben.“

Die mit dieser bunten Mischung verbundenen körperlichen Unterschiede spielen keine Rolle. Denn im Camp wird „Hawaii-Football“ gespielt, das – anders als echtes American Football – ohne harte körperliche Kontakte auskommt.

Trotzdem machte es allen Kindern und Jugendlichen offensichtlich Spaß: „Das ist wie Handball und Fußball gemischt“, „da darf man auch mal schupsen“ und „das ist was Neues“, war aus en Reihen der Teilnehmer zu hören.

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