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Ausstehender Bahnsteig wird barrierefrei

Sanierungszug fährt bald ein

Bösensell

Die Sanierung des Bahnhofs in Bösensell war nur halb abgeschlossen. Der zweite noch ausstehende Bahnsteig soll jetzt barrierefrei umgestaltet werden. Auch die Gemeinde hat den Haltepunkt mit eigenen Maßnahmen im Blick.

Von Dietrich Harhues

Der Sanierungszug kommt mit nur geringfügiger Verspätung. Am 26. Mai (Mittwoch) sollen die Arbeiten zur barrierefreien Umgestaltung des Bahnhofs Bösensell weitergehen. Bis zum 14. Juni, so der Fahrplan der Bauabteilung des Staatskonzerns, soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Zuletzt angekündigt worden war das Projekt fürs erste Quartal des laufenden Jahres. Fördermittel aus dem „Zukunfts-Investitionsprogramm“ (ZIP) des Bundes hatten überhaupt erst für Schub gesorgt, nachdem das zuvor oftmals angekündigte Sanierungsprojekt für Bösensell nicht auf die Gleise gekommen war.

Im Mittelpunkt steht die Barrierefreiheit, die – wie berichtet – bisher an dem Haltepunkt nicht gegeben war. Im vorigen August war der Bahnsteig an Gleis 2 auf eine Höhe von 76 Zentimeter ab Schienenoberkante gebracht worden. Jetzt ist die gegenüberliegende Seite auf einer Länge von 185 Metern an der Reihe. Zwei Millionen Euro werden für die Investition fällig.

Bis zum Ende des vierten Quartals 2021 installiert die Deutsche Bahn auch noch neue Sitzbänke, Vitrinen und Hinweisschilder. Außerdem werden neue Wetterschutzhäuser für wartende Fahrgäste errichtet. Kleinere Restarbeiten (beispielsweise an der Beleuchtung) finden parallel am ansonsten fertigen Bahnsteig 2 statt, teilt die Bahn mit.

Mobilitätshürde soll entfallen

Mit dem Anheben des Bahnsteigs entfällt eine hohe Hürde in der Mobilität für alle: die Stufe, die es Rollstuhlfahrern unmöglich gemacht hat, ohne fremde Hilfe in den Zug ein- oder auszusteigen. Und Betroffene gibt es: Ein Rollstuhlfahrer aus Bösensell, der sich zum Ortstermin mit der WN-Redaktion getroffen hatte, schilderte von hilfsbereiten Fahrgästen, prangerte aber auch an, dass es trotz Anmeldung bei der Bahn nicht immer geklappt habe, dass deren Zugbegleiter eine Rampe am Einstieg befestigen.

Völlig losgelöst vom Investitionsfahrplan der Bahn AG hat auch die Kommunalverwaltung den Haltepunkt, der künftig offiziell Bahnhof Senden-Bösensell heißen soll, im Blick. Der Bahnhof beziehungsweise sein Umfeld sollen attraktiver werden. Ein Stichwort lautet, „Angsträume“ zu beseitigen. Wozu in erster Linie die Beleuchtung verbessert, es auf dem Vorplatz und auf dem Parkplatz heller werden soll. Barrierefreiheit, die nicht nur den Einstieg in den Zug umfasst, zählt ebenfalls zur kommunalen Maßnahme: Um die Orientierung für Menschen mit Sehbeeinträchtigung zu erleichtern, sollen die taktilen Streifen im Pflaster auch bis zur Bushaltestelle Am Dorn fortgeführt werden. Womit auch die Vernetzung von Verkehrsmitteln optimalisiert werde. Beim Warten auf den Zug oder seine Passagiere verkürzt künftig sogar WLAN die Zeit.

Auswirkungen für den Zugverkehr

Auswirkungen auf den Zugverkehr: Aufgrund dieser Arbeiten kommt es zu Teilausfällen auf der Regionalexpress-Linie RE 42, teilt die Bahn mit: Die Züge fallen zwischen Dülmen und Münster in beiden Fahrtrichtungen aus. Als Ersatz verkehren Busse tagsüber im 30-Minuten-Takt mit allen Unterwegshalten. Alternativ fährt die Regionalexpress-Linie RE 2 mit geänderten Fahrtzeiten ohne Zwischenhalt zwischen Dülmen und Münster. Darüber hinaus kommt es in einzelnen Nächten (15./16. Mai sowie 24./25. Mai und 27./28. Mai aufgrund von Gleisarbeiten zu Ausfällen auf den Linien RE 2 und RE 42 zwischen Marl-Sinsen und Dülmen. Als Ersatz für die ausfallenden Fahrten verkehren zwischen Appelhülsen und Haltern am See Busse im Schienenersatzverkehr. Es fahren sowohl Schnellbusse ohne Zwischenhalt als auch Busse mit allen Zwischenstopps, so die Mitteilung.

„Wir wollen das angehen“, bekräftigte ein Sprecher der Sendener Verwaltung am Montag auf WN-Anfrage. Zum Zeitpunkt der Realisierung konnte er sich aber noch nicht äußern. Die Gemeine habe einen Antrag auf Förderung zwar schon beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gestellt, dieser sei aber noch nicht beschieden. Erst nachdem sich der Zuschussgeber geäußert habe, könne die Maßnahme beginnen.