1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Schaukeln mit System

  8. >

Konzept für Sendens Spielplätze gefordert

Schaukeln mit System

Senden

Insgesamt 45 Spielplätze gibt es in Senden und den Ortsteilen. Welche sind zu stärken, wo kann das Angebot schrumpfen? Diese Frage soll ein Konzept für die Tobeflächen beantworten. Die politische Entscheidung fiel erst nach einem Geplänkel um die Ideen-Urheberschaft.

Dietrich Harhues

In die Jahre gekommen: Der Spielplatz am Grottenkamp könnte eine Auffrischung gebrauchen, wird aber womöglich auch nur wenig frequentiert und würde in einem Gesamtkonzept auf den Prüfstand kommen. Foto: di

Spielplätze machen Spaß – und Arbeit. Beides lässt sich dosieren. Die CDU möchte, dass die Areale zum Schaukeln, Rutschen, Wippen einer Gesamtschau unterzogen werden, und daraus ein Spielplatzkonzept für Senden und seine Ortsteile entwickelt werden soll. Das Budget, das für die Tobe-Parzellen bereitsteht, soll erhöht werden, lautet der Antrag der CDU an den Bau- und Planungsausschuss. Der Vorstoß, über den der Haupt- und Finanzausschuss abschließend entscheidet, wurde jüngst einstimmig beschlossen.

Mindeststandards auch in älteren Wohnquartieren

Die CDU möchte, dass in allen Vierteln – auch in den älteren Wohnquartieren, in denen ein „kontinuierlicher Generationswechsel zu beobachten“ sei – attraktive Spielplätze vorzufinden sind.

Bei der Gesamtbetrachtung sollen die Standorte gemeindeweit hierarchisiert werden – Flächen, die weniger frequentiert werden, würden demnach keiner „weiteren Überarbeitung“ unterzogen, so die CDU.

Über neue Nutzungsmöglichkeiten der Parzellen müsste dann nachgedacht werden, so Günter Mondwurf für die CDU-Fraktion. Er regte auch an, die Tradition der alljährlichen Spielplatzbereisung, die in den vergangenen Jahren eingeschlafen sei, wieder zu reaktivieren.

Ein gemeindeweites Konzept sei „durchaus sinnvoll, aber enormer Aufwand“, ordnete Klaus Stephan, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt, die politische Initiative ein. Er gab zu bedenken, dass Spielplatzplanung „nicht trivial“ und auch „nicht im stillen Kämmerlein“ zu leisten sei, sondern ein „komplexes Miteinander“ mit Anwohnern und Nutzern erfordere.

Politik will Signal aussenden

„Das Thema ist sicherlich wichtig“, begründete Philipp Scholz (Grüne) die Zustimmung seiner Fraktion. Ein „politisches Signal aussenden“, war Achim Peltzer (SPD) ein Anliegen. Das für das laufende Jahr zu erhöhende Budget werde aber wohl nicht mehr ausgegeben angesichts der konzeptionellen Vorarbeit, die nötig wäre, äußerte nicht nur die SPD.

Die FDP wies auf eine Schnittmenge des CDU-Vorstoßes mit ihrem Antrag hin, der im Ausschuss für Stadtentwicklung Ende Februar von den Christdemokraten abgelehnt worden sei. Die Liberalen hatten, im Konsens mit den weiteren „Bündnis“-Fraktionen Grüne, SPD und UWG, einen Grundsatzbeschluss herbeigeführt, wonach zumindest in die Planungen für einen Mehrgenerationentreffpunkt mit XXL-Abenteuerspielplatz im Bürgerpark eingestiegen wird. In diesem Konzept sei bereits enthalten gewesen, andere Spielplatzstandorte zu überprüfen. Und zwar mit dem Ziel, einerseits mehr Qualität zu schaffen und an beliebten Standorten Attraktionen zu konzentrieren, andererseits aber auch das Standort-Angebot „schrumpfen“ zu lassen.

Thomas Hageney (UWG) schlug in der Debatte im Bauausschuss süffisante Töne an: „Fantastisch, dass ihr den Antrag jetzt aufnehmt.“

Mondwurf erwiderte, dass der Bürgerpark-Vorstoß des „Bündnisses für Senden“ von der CDU nicht inhaltlich abgelehnt worden sei, sondern mit Blick auf die Arbeitsbelastung der (Bau-)Verwaltung nur hätte verschoben werden sollen.

Bürgerpark-Projekt und Gesamtspielplatzkonzept schlössen sich nicht aus, so Dr. Christian Vogdt (CDU): „Wir sind nah beieinander.“

Startseite