Nummernschilder für 270 Bänke

Schnelle Hilfe in der „Pampas“

Senden

70 Bänke in der Gemeinde Senden werden mit Notrufschildern ausgestattet. Bei Unfällen und anderen Notfällen in der „Pampas“ kann der Hilfesuchende dem Rettungsdienst die Nummer der nächstgelegenen Bank melden. Da ihre Position aufgrund der GPS-Daten exakt bekannt ist, finden die Retter schnell zum Einsatzort.

Siegmar Syffus

Überreichten insgesamt 270 Notruftafeln an die Vertreter der Heimatvereine (v.l.): Michael Heimann, Stephanie Heimann und Rolf Heimann sowie Agnes Wiesker (Senden), Werner Welslau (Ottmarsbocholt) und Hubert Mersmann (Bösensell). Foto: Siegmar Syffus

Wandernd oder radelnd die Natur erleben, das ist für immer mehr Menschen ein willkommener Ausgleich, um Ruhe und Abstand vom Alltag zu gewinnen. Doch was ist bei einem Sturz vom Rad, einer Herzattacke mitten in der „Pampas“ ? Der Notruf per Handy ist zwar schnell gewählt, aber wie lässt sich eine Stelle irgendwo in der Davert, im Venner Moor oder irgendwo zwischen Bösensell und Bredenbeck genau beschreiben, damit die Rettungskräfte bei Unfällen oder medizinischen Notfällen schnell vor Ort sind? Denn im schlimmsten Fall können Minuten über Leben und Tod entscheiden.

Um diesbezüglich im gesamten Gemeindegebiet mehr Sicherheit zu schaffen, sollen die bestehenden Sitzbänke zu sogenannten Notrufbänken umgerüstet werden. In Zusammenarbeit mit dem Sendener Rathaus und unterstützt durch den Sendener Metallbaubetrieb Heimann haben sich die Heimatvereine Senden, Bösensell und Ottmarsbocholt dieser Aufgabe angenommen. Dazu hat das Familienunternehmen Heimann „zum Selbstkostenpreis“, so Rolf Heimann, insgesamt 270 von den Heimatvereinen finanzierte Metallplaketten organisiert.

Die Schilder enthalten neben der Aufschrift „Notruf – SOS 112“ eine eigene, spezifische Nummer. Diese Zahl bezieht sich auf die geografischen Koordinaten (GPS-Koordinaten), die den exakten Standort der jeweiligen Bank kennzeichnen. Auf diese Weise kann der Rettungsdienst den Einsatzort sofort und ganz genau lokalisieren, wenn sich der Hilfesuchend im Bereich einer Bank befindet.

In den kommenden Wochen und Monaten kommt Ehrenamtlichen der Heimatvereine die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die Notrufschilder an den dazugehörigen Bänken anzubringen. „Bänke, die im Besitz der Gemeinde sind, werden von Mitarbeitern des Bauhofes mit Schildern bestückt“, berichtet Erwin Oberhaus von der Sendener Bauverwaltung. Die Notruftafeln wurden jetzt von Agnes Wiesker (Senden), Werner Welslau (Ottmarsbocholt) und Hubert Mersmann (Bösensell) entgegen genommen.

In Senden handelt es sich um insgesamt 170 Schilder. In Bösensell sind es 35, in Ottmarsbocholt 65 Schilder. Im Zuge des nun anlaufenden Projektes müssen noch einige Bänke während der Montage die entsprechenden GPS-Daten zugeordnet werden. In etlichen anderen Orten gibt es bereits seit geraumer Zeit entsprechende Notfallbänke. Im Kreis Coesfeld verfügen die Schilder über ein einheitliches Design und sollen letztlich zu einem überörtlichen „Netz“ zusammenwachsen. Senden war diesbezüglich bisher ein „weißer Fleck“.,

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