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Abgeschaltete Ampel und „Elterntaxis“

Schulwegsicherheit neu im Fokus

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Das Thema ist ein Klassiker, wurde aber sofort nach der Corona-Pause an den Schulen wieder aktuell: Mit „Elterntaxis“ gefährden Mütter und Väter die Schulkinder. Besonders an der Bonhoeffer-Schule ploppte das Problem gerade auf. Für Ärger sorgt unterdessen das Abschalten einer Fußgängerampel. Deren „Stecker“ gleichsam ohne Vorwarnung gezogen wurde.

Von Dietrich Harhuesund

Wichtige Etappe auf dem Schulweg: Die Bedarfsampel, die über die B 235 zum Wienkamp führt, wurde abgeschaltet. Foto: di

Straßenverkehrsbehörde des Kreises und Polizei zogen den „Stecker“. Und das musste offenbar ganz schnell gehen. Am Montag wurde die Drück-Ampel, die über die B 235 in den Wienkamp führt, abgeschaltet. Grund für das jähe Aus der Signalanlage seien Rückstaus gewesen, die sich durch die enge räumliche Abfolge von Bedarfs- und Baustellenampel ergeben hätten. Bürgermeister Sebastian Täger sprach von „wirklich extrem langen Rückstaus“.

Das betonte der Verwaltungschef in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur, der am Dienstagabend zusammenkam. Die Tagesordnung, die unter anderem die Vorstellung von Diana Hülsmeier (seit März 2020 Leiterin der Davertschule) sowie der stellvertretenden Schulleiter Ulrich Staarmann (seit November am Joseph-Haydn-Gymnasium) und Sandra Brüggemann (seit Schuljahresbeginn an der Edith-Stein-Schule) sowie Erläuterungen zum Stand der Digitalisierung umfasste, war schon weitgehend abgehakt, als das Thema Schulweg aufploppte: Zunächst war es Sandra Molitor (CDU), die die Beobachtung schilderte, dass vor den Schulen „wieder das Blech glänzt“. Gemeint waren Autos als „Elterntaxis“. Molitor verknüpfte ihren Hinweis mit der Frage einer generellen Überprüfung der Schulwegsicherheit in Senden.

Generelle Prüfung steht auf der Agenda

Holger Bothur, neuer Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, Bildung, Freizeit, griff auf seine Zeit als Ressortleiter Ordnung und Soziales zurück, indem er versicherte, dass die Wege zu den Schulen von einem externen Fachbüro überprüft und bewertet werden sollen. An diesem Plan habe sich nichts geändert. „Die haben das auf der To-do-Liste“, sagte Bothur über seine Kolleginnen und Kollegen im Ordnungsamt. Nicht nur, aber besonders an der Bonhoeffer-Schule bereiten Eltern, die ihre Sprösslinge mit dem Auto transportieren, Probleme. Von einer „verschärften Situation“ sprach Bürgermeister Täger. Er nannte dieses Verhalten „eine Frage des Umgangs“. Schulleiter Michael Hiegemann ist unterdessen bereits per Elternbrief tätig geworden und hat an Eigenverantwortung und Kooperationsbereitschaft der Väter und Mütter appelliert. Angesichts von Parken auf Gehwegen, in absolutem Halteverbot und des verbotswidrigen Einfahrens vom Lerchenweg in die Bonhoefferstraße, so der Rektor, bestehe „dringender Handlungsbedarf“.

Anwohner der Bonhoefferschule klagen darüber, dass mit dem ersten Tag des gemeinsamen Präsenzunterrichts gleich wieder zahlreiche Schüler mit dem "Elterntaxi" gebracht und abgeholt wurden. Foto: privat

Kritik an Abschaltung ohne Vorwarnung

Den sieht Nicole Hashemian (FDP) auch angesichts des Abschaltens der Bedarfsampel auf Höhe des Spitalwegs über die B 235. Dieser Eingriff, zumal ohne Vorlauf, habe zu „sehr viel Ärger und Frust“ geführt. Bothur teilte die Einschätzung bei der Kommunikation. Doch die Gemeinde sei angesichts der Anordnung durch den Kreis, der wiederum auf die Verkehrssituation reagiert habe, vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Über verschiedene Kanäle, aber sehr kurzfristig, habe die Kommune über diese Veränderung noch informiert. Dadurch dass die Bedarfs-Ampel und die Baustellen-Ampel nicht synchronisiert sind, hatten sich lange Schlangen gebildet. Ob sich noch eine technische Lösung ergibt oder womöglich Lotsen eingesetzt werden können, sollte die Gemeinde prüfen, regte der Ausschuss an. Das Ergebnis: Auf WN-Anfrage hieß es am Mittwoch im Rathaus, es bleibe bei der Abschaltung. Und diese werde wohl bis zu den Sommerferien andauern. Der Bürgermeister nahm die Hinweise in der Sitzung ernst. Er machte aber auch geltend: Mit dem neugestalteten Kanalufer, so Täger, „gibt es eine gute und sichere Alternative“ für den Schulweg zum Schulpark im Ortskern.

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