1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Sicherheit und Umwelt im Fokus

  8. >

Autohof Senden wandelt sich

Sicherheit und Umwelt im Fokus

Bösensell

Die Erweiterung des Autohofes Senden ist angelaufen. Auf einer rund 6000 Quadratmeter großen Fläche entstehen 30 zusätzliche Lkw-Stellplätze. Aber auch Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sollen verbessert werden.

Von Dietrich Harhues

Auf dem Gelände des Autohofes Senden finden sich bisher 110 Lkw-Stellplätze, die zu Stoßzeiten stark gefragt sind. Weitere 30 Stellplätze entstehen auf einer 6000 Quadratmeter großen Fläche, auf der die Arbeiten gerade begonnen haben. Foto: Dietrich Harhues

Manchen Brummi-Kapitän beschleicht die Unruhe, wenn er an das Einhalten der Ruhezeiten denkt. Denn Parkplätze sind oftmals Mangelware. Zu wissen, dass die Pause passend stattfindet und erholsam gestaltet wird, ist ein Beitrag zur Sicherheit am Steuer. Das Thema Sicherheit ist aber noch vielfältiger und wird für die Transportbranche immer wichtiger. Der Autohof Senden trägt dazu bei, dass die Sicherheit der Trucker – und ihrer Ladung steigt. Das gehört zu den Zielen, die der Wandel zum Premium-Autohof mit sich bringen soll. Zentrale Aspekte sind darüber hinaus Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit.

Ambitionierte Investitionen

Dieser Wandel ist keine bloße Vision, sondern seine Verwirklichung hat bereits begonnen. Eingesetzt hat die Fortentwicklung des Autohofes mit einem Besitzerwechsel: Familie Werner (Münster) hat die Liegenschaft, die auch das Montana-Hotel, die Spielothek und den Burger-King-Standort umfasst, Mitte 2019 übernommen. Nun stehen Investitionen an, die als „ambitioniert“ bezeichnet werden, ohne dass konkrete Summen genannt werden. Erweitert wurde die Fläche durch ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück, das die Gemeinde der neuen Eigentümerin veräußert hat, wie die Kommune bestätigt.

Dass weitere 30 Parkplätze für Laster (zu den bisher 110 Brummi-Stellplätzen) entstehen, begrüßt die Gemeinde Senden ausdrücklich, wie Bürgermeister Sebastian Täger betont hatte. Die Bauarbeiten laufen bereits, erläutert Projektleiter Jochen Terhaar aus dem Team der Eigentümerfamilie Werner.

Dass die neuen Parkplätze überdacht werden, ist nicht nur dem Plus an Komfort für die Profi-Kraftfahrer geschuldet, sondern trägt dazu bei, auf einer Fläche von drei Mal 1000 Quadratmetern Photovoltaikanlagen zu installieren. Eine synergetische Kombination, die zuvor schon an einem Pkw-Parkplatz umgesetzt wurde. Die Eigentümerin speist den Ertrag vor Ort ein und bietet den grünen Strom den Mietern auf der Gelände an. Dass auch der Straßenverkehr vermehrt unter Strom steht, darauf richten sich die Autohof-Eigentümer ein. Weshalb sie die Infrastruktur an Ladesäulen aufstocken wollen. Sogar das Thema Wasserstoff hat die neue Eigentümerin schon im Blick.

Überwachung mit Kennzeichenerfassung

Zum Thema Komfort, der das Portfolio des Autohofes abrundet, gehören nicht nur Restaurant, Duschen und Waschmaschinen. Auch beim Thema Übernachten rücken neue Zeiten an angesichts des bereits von der EU ausgesprochenen Verbots, in den Kabinen zu schlafen.

Zur Sicherheit der logistischen Kette tragen nicht nur planbare und künftig online buchbare Stellplätze bei, sondern auch die Überwachung der Parkfläche samt Kennzeichenerfassung – was dagegen vorbeugen soll, dass Lkw-Planen aufgeritzt und Ladungen zur Beute werden. Vor steigender Kriminalität warnt auch die Vereinigung Deutscher Autohöfe e.V. (VEDA): „Jährlich kommt es zu Milliardenschäden durch Ladungsdiebstahl. Meist in den Nachtstunden werden zunehmend Lkw ausgeraubt. Jeder sechste Lkw Fahrer wurde schon Opfer von Ladungsdiebstahl, Tendenz permanent stark steigend.“

Dem Verbund gehören 97 Standorte an, die festgelegte Qualitätskriterien erfüllen. Etwa 30 von ihnen wurden als Premium-Adressen zertifiziert – auch der Autohof Senden soll künftig dazugehören.

Startseite
ANZEIGE