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„Wir in Senden“ feiert Premiere

Sofa-Talk mit Tiefgang

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Menschen mit mitreißenden Geschichten saßen auf den Sofas im ehemaligen Schiffsmuseum. Dort feierte eine neue Veranstaltungsreihe von WN und Kulturamt Premiere. Ein Abend mit Kontrasten.

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Talkrunde im Wohnzimmer: Günter Melchers (3.v.l.) und Siegmar Syffus (3.v.r.) sprachen mit Felix und Annette Hüsch-Waligura (v.l.), Bernd Sparenberg, Walburga Dabbelt und Inga Harlake vor ausverkauftem Haus. Foto: dre

Es war eine Talkrunde von Menschen aus Senden für die Menschen aus Senden. Die WN-Lokalredaktion und das Kulturamt hatten Samstagabend zur ersten Gesprächsrunde „Wir in Senden“ eingeladen. Die Location hätte außergewöhnlicher und einzigartiger nicht sein können. Auf einem Ecksofa im Kaminzimmer des ehemaligen Schiffsmuseums nahmen fünf Sendener mit amüsanten und mitreißenden Geschichten Platz. Es ging um Leben und Tod, Musik und Comedy, soziales Engagement und Kultur – um Menschen mit ungewöhnlichen Hobbys und Marotten. Kulturamtsleiter Günter Melchers sowie WN-Lokalredakteur Siegmar Syffus moderierten souverän eine abwechslungsreiche und spritzige Gesprächsrunde.

Das Gastgeber-Ehepaar um Felix Hüsch-Waligura und Annette Waligura, das sein privates Wohnzimmer zur Verfügung stellte, eröffnete die erste Sendener Gesprächsrunde. Erstmalig gaben die Eheleute im Mai 2014 für ein Stimmbildungsseminar ihre privaten Räume frei. Für kulturelle Ereignisse wollen beide auch künftig als Gastgeber fungieren. „Kultur spielt eine große Rolle in unserem Leben“, so Annette Waligura. „Wir sind sehr angetan, von Menschen die sich in dieser Richtung engagieren.“

Einen Platz auf der Couch hatte auch die Ottmarsbocholterin Walburga Dabbelt, Mitglied der Gruppe MarziPan. Die Musiker touren in der Vorweihnachtszeit durch das gesamte Münsterland und spielen in Krankenhäusern, Altenheimen und Hospizen. Jährlich spendet die Gruppe mit Herz für karitative Einrichtungen. „Es ist etwas Besonderes, auf den Stationen zu spielen“, betonte Dabbelt. „Das hat für uns etwas mit Weihnachten zu tun.“

Bernd Sparenberg hegt eine ausgeprägte Leidenschaft für die Sammlung stilvoller Haushaltsgeräte. Der Sendener präsentierte schmucke Designe aus den vergangenen vier Jahrzehnten. Sparenberg besitzt allein 40 verschiedene Föhne aus 40 Jahren. „Ich mag es aus dem Vollen zu schöpfen“, sagte er schmunzelnd. Gleichzeitig stellte der Architekt seinen in den 80er Jahren entworfenen Überlebenskoffer, gefüllt mit Servierten, Besteck, einer Cognacflasche sowie dem ersten Handy, vor. Auch comedy-technisch ließ es Sparenberg an Nichts mangeln. Mit schwarzer Brille parodierte er gekonnt den Unterhaltungskünstler Heinz Erhardt.

Kontrastreicher Abend – auf Comedy folgte das Thema Tod: Nach dem Abitur am Joseph-Haydn-Gymnasium absolvierte Inga Harlake eine Ausbildung zur Bestatterin. Täglich hat die Ottmarsbocholterin mit dem Gesicht des Todes zu tun. Seit ihrem 16. Lebensjahr weiß Harlake von ihrem Traumberuf. „Ich habe damals in einem Praktikum meinen ersten Toten gesehen. Es war nicht schön, aber auch nicht gruselig“. Man lerne damit zu leben. „Es tut gut, den Angehörigen in solch schweren Fällen zu helfen und sie zu unterstützen“, unterstrich die 25-Jährige.

Wie gebannt und hautnah verfolgten die Zuhörer die 90-minütige Talkshow mit Sendenern für Sendener.

Der Reinerlös der Veranstaltung kommt der Gruppe Marzi-Pan zu Gute. Die Musiker sammeln in diesem Jahr für den „Bunten Kreis Münsterland – eine Vereinigung von Ärzten und Krankenschwestern, die Eltern nach Totgeburten oder problematischen Entbindungen unterstützt.

Plausch im Wohnzimmer: Premiere kommt bei Gästen gut an

Der Wohnzimmer-Charakter kam an. Die von der WN-Lokalredaktion und dem Kulturamt Senden organisierte Talkrunde amüsierte, informierte und berührte. Kulturamtsleiter Günter Melchers sprach zu Beginn von einem „Experiment“. „Wir in Senden“ ist neu im Veranstaltungsrepertoire der Gemeinde. Es war ein Köcheln auf höchstem Niveau. Abgeschmeckt mit viel Charme, Esprit und Witz.

„Ich war sehr gespannt auf diese Veranstaltung und ich fand es richtig klasse“, unterstrich Iris Weintz, Vorsitzende der Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS). „Es war eine tolle, bunte Mischung. Die Show hat gezeigt, welche facettenreiche Vielfalt in der Sendener Bevölkerung steckt.“

Rüdiger Bausch, Vorsitzender des Heimatvereins, lobte die erste Sendener Talkrunde als eine sehr gute und tolle Idee. „Heute haben wir das zweite Gesicht der Menschen kennen gelernt, die hier leben.“

„Ich fand es richtig mutig, dass die Gemeinde und die Lokalredaktion der WN Neuerungen schaffen. Es war eine aufschlussreiche und amüsante Veranstaltung“, resümierte die Senderin Erika Küppers während der After-Show-Party im alten Schiffsmuseum.

Iris Weintz als Zuschauerin zur Talkrunde von WN und Kulturamt
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