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Reaktion von Parteien und KLJB

Solidarisch gegen Hass und Hetze

Senden

Attacken gegen Plakate, Hass und Hetze nehmen ein bisher nicht gekanntes Ausmaß an. Um ein Zeichen für die Demokratie und den sachlichen Meinungswettstreit zu setzen, kamen Vertreter der im Rat vertretenen Parteien vor dem Rathaushaus zusammen.

Von Dietrich Harhues

Gemeinsames Statement gegen Schmierereien und Hetze: Jan-Peter Klingelhöfer (v.l.), Andreas Jülich, Matthias Hernzel, Sandra Maaß, Bernd Sparenberg, Sandra Högemann, Sebastian Täger und Gaby Vogdt. Foto: di

Sie wetteifern um die Stimmen der Wähler, aber sie stehen zusammen für Fairplay, Respekt und eine sachliche Auseinandersetzung ein. Angesichts von massiven Schmierereien, Vandalismus und Hetze versammelten sich Vertreter der Fraktionen im Sendener Gemeinderat, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Mit von der Partie waren auch Jana Högemann und Matthias Hernzel als Vorsitzende der Sendener Landjugend (KLJB), deren Banner auf dem Acker zwischen Klarissen und Auto Krälemann – wie berichtet – ebenfalls mit Hassparolen verunstaltet worden war. Die Regenbogen-Flagge als Symbol für Vielfalt und Toleranz wurde vorm Rathaus ausgebreitet.

„In den Farben getrennt – in der Überzeugung geeint“, unter diesem Motto hatte Jan-Peter Klingelhöfer (Vorsitzender SPD-Ortsverein Senden) die Initiative zu dem Schulterschluss ergriffen. Farbe bekennen und für Werte einstehen sei immer wichtig, und zwar „erst recht, wenn die Grundfesten der Demokratie angegriffen werden“.

Im Einzelfall sogar Übergriff auf Wahlkämpfer

Dass die Attacken auf Plakate sowie in einem von Klingelhöfer geschilderten Fall auch ein gezielter Flaschenwurf und Hitler Gruß am helllichten Tag in Senden gegen SPD-Wahlkämpfer eine neue Qualität erreicht haben, darin stimmen die Vertreter aller Ratsfraktionen überein. „Da steht ein System hinter“, lautet die Einschätzung von Gaby Vogdt (Vorsitzende CDU-Ortsverband Senden). Es zeuge von „großer Feigheit“, wenn Wahlplakate zerstört werden, statt die direkte sachliche Auseinandersetzung zu suchen.

Dass die Möglichkeit zur Diskussion besteht, hebt Sandra Maaß (Fraktionssprecherin der Grünen) hervor. Man könne unterschiedlicher Meinung sein, sich dann aber verbal äußern. „Wir bieten jedem das Wort an, auch persönlich“, betont Maaß mit Blick auf die häufige Präsenz ihrer der weiteren Kandidaten. Maaß warnt vor einem „absoluten Angriff auf die Demokratie“.

Dumpfheit, Vandalismus und Intoleranz „in nicht zu überbietender Form“ sei „erschreckend“, sagt Bernd Sparenberg als Vertreter der FDP. Es sei zugleich ein Ausmaß erreicht, das die Bevölkerung alarmieren und aufrütteln müsse, auch durchs eigene Verhalten die Demokratie zu verteidigen.

Zwar nicht als Wahlkämpfer, aber als Mandatsträger im Rat unterstützt Andreas Jülich (UWG) die Solidaritäts-Initiative der Parteien: „Ich habe sofort gesagt, ich geselle mich dazu.“

Täger warnt vor Angriff auf Demokratie

Dass die Schmierereien, Hass und Hetze „massiver“ auftreten und häufig „unter die Gürtellinie gehen“, resümiert auch Bürgermeister Sebastian Täger. Er erkennt darin ebenfalls einen Angriff auf die Demokratie, der „rechtsradikal motiviert“ sei. „Man merkt, dass das Teil einer großangelegten Aktion ist“, so seine Einschätzung.

Landjugend Senden weicht nicht zurück

Högemann und Hernzel von der KLJB Senden bekräftigten, sie wollten deutlich machen, „dass wir für Werte stehen“. Deshalb sei das Landjugend-Banner auch überarbeitet und nicht abtransportiert worden. Motto: „Nicht zurückweichen, sondern dagegenhalten.“

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