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Sendener Kinder-Uni eröffnet:

Spannende Expedition in der Wüste

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Über 40 Mädchen und Jungen haben am Freitag (8. Dezember) die erste Vorlesung der vom Netzwerk Senden gegründeten Kinder-Uni erlebt. Die Archäologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser nahm die Studierenden mit in den Südsudan.

Siegmar Syffus

„Feldbett statt Hörsaal“ lautete der Titel der ersten Vorlesung der Sendener Kinder-Uni. Die Archäologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser nahm die jungen Studierenden mit auf eine Expedition im Südsudan. Foto: sff

Nachtruhe auf einem unbequemen Feldbett. Keine Dusche, kein Fernseher, kein Internet. Und wer zur Toilette muss, der verkrümelt sich still und leise hinter dem nächsten Busch: Das Leben einer Archäologin kann ganz schön hart und entbehrungsreich sein. Es ist aber auch spannend. Das erfuhren rund 40 Mädchen und Jungen sowie eine Handvoll Eltern am Freitag (8. Dezember) bei der Premiere der Sendener Kinder-Uni im Rathaus. Während draußen dicke Schneeflocken vom Himmel rieselten, tauchten die Acht- bis Zwölfjährigen mit der Archäologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser gedanklich in den heißen Wüstensand des Südsudans ein.

„Ich suche dort keine Paläste oder Pyramiden, sondern erfasse, wie früher die ganz normale Bevölkerung gelebt hat“, erklärte die Wissenschaftlerin und Dozentin an der Universität Münster. Die Mädchen und Jungen verfolgten die allererste, fast einstündige Vorlesung der vom Netzwerk Senden ins Leben gerufenen Kinder-Uni mucksmäuschenstill und interessiert. Zwischendurch schnellten immer wieder Arme hoch. Es wurden Fragen gestellt und mit der Wissenschaftlerin erörtert. Zum Beispiel, welche Sprache man im Sudan spricht, oder ob die Archäologin schon mal von einem Skorpion gestochen wurde. . .

Doch nicht nur bei den Kindern kam das von Gregor Leydag initiierte neue Angebot gut an. „Ich finde es toll, dass die Kinder für Wissenschaft offen und neugierig gemacht werden“, sagte Beata Dabal, die ihren Sohn Viktor (7) begleitete. „Ich finde es gut, dass es das Angebot hier in Senden gibt, und man nicht nach Münster fahren muss“, merkte Monika Pidde an, die mit Sohn Fabian (8) vor Ort war. „Ich bin aus Nottuln gekommen, und für mich selbst hier“, schmunzelte die 64-jährige Christa Mollenbeck, die sich in ihrem Heimatort ein ebenso „tolles Angebot“ wünscht.

Zufrieden mit der Premiere zeigten sich auch Initiator Gregor Leydag und Bürgermeister Sebastian Täger. „Über 40 Kinder: Für den Start finde ich das ganz gut“, freute sich Leydag. „Wir können zwar noch ein paar mehr Kinder-Studierende brauchen“, räumte Täger ein. „Aber wenn es weiter gut anläuft, möchten wir die Kinder-Uni auch in den nächsten Jahren fortführen.“

Zunächst stehen noch drei weitere Vorlesungen an, am 19. Januar „Die spinnen, die Römer“, am 16. Februar „Es werde Licht“ (Chemie) und am 16. März „Klima und Landwirtschaft in Sibirien“. Kinder, die alle vier Vorlesungen besuchen, werden mit einem Diplom und einer Überraschung belohnt.

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