1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. „Stätte für die Bürger schaffen“

  8. >

Bürgerantrag zum Erhalt des alten Amtshauses

„Stätte für die Bürger schaffen“

Ottmarsbocholt

Seit vielen Jahren liegt das ehemalige Ottmarsbocholter Amtshaus im Dornröschenschlaf. Der Bezirksausschuss unterstützt einstimmig einen Bürgerantrag zum Erhalt des historischen Gebäudes. Wie das Haus genutzt werden soll, muss nun geklärt werden.

Von Ulrich Reismannund

Ausgehend von einem Antrag fünf Ottmarsbocholter Bürger sprach sich der Bezirksausschuss einstimmig für den Erhalt des alten Amtsgebäudes aus. Zunächstsoll überlegt werden, welcher künftigen Nutzung das Gebäude zugeführt werden kann. Foto: di

Was wird aus der alten Amtsverwaltung an der Kirchstraße? Vor drei Jahren wurde bei einem kommunalpolitischen Dämmerschoppen der Kolpingsfamilie noch ein Abriss des aus dem Jahre 1907 stammenden Gebäudes in Erwägung gezogen. „Steht der Bagger schon vor der Tür?“, fragte nun am Donnerstagabend im Bezirksausschuss dessen Vorsitzender Patrick Alfs (CDU). Schnell wurde dann klar, dass dies nicht der Fall ist. Das historische Gebäude solle unter keinen Umständen dem Erdboden gleich gemacht werden, darin waren sich alle Parteien einig. Die entscheidende Frage, die es nach den Worten von Bürgermeister Sebastian Täger zu klären gilt, bevor investiert wird: Für welche zukünftige Nutzung soll das Gebäude hergerichtet werden?

Zeugnis der Zeitgeschichte

Dass sich der Ausschuss mit diesem Thema befasste, geht auf einen Antrag von fünf Ottmarsbocholtern zurück, die sich darin für den Erhalt des Gebäudes einsetzen, verbunden mit der Anregung, dass daraus künftig „vielleicht eine Stätte für Bürger und Vereine werden könnte“. Das Gebäude ist in deren Augen „ein Zeugnis vergangener Zeitgeschichte und ein Teil der Identität“ des Dorfes und deshalb „schützens- und erhaltenswert“. Dem pflichtete Roland Wieging (CDU) bei. Man dürfe sich freuen, dass es Personen gibt, die hier die Initiative ergriffen hätten. Denn etwas müsse mit dem Gebäude passieren, weil es einen zentralen Faktor bilde, wenn es darum gehe, „die Kirchstraße chic zu machen“. Auf der anderen (östlichen) Straßenseite würden sich ja erfreulicherweise schon positive bauliche Veränderungen abzeichnen, und da sei es endlich an der Zeit, dass sich auch auf der westlichen Seite etwas tue.

Ortskern soll verschönert werden

In der Vergangenheit hatte man im Rathaus die Meinung vertreten, dass eine bauliche Lösung für das alte Amtshaus nur im Kontext mit dem in Privatbesitz befindlichen Nachbargebäude möglich sei. Eine einvernehmliche Lösung mit dem Eigentümer scheiterte („Da hat sich schon Altbürgermeister Alfred Holz die Zähne dran ausgebissen“, berichtete ein Politiker den WN). „Wir können das jetzt nicht noch einmal 15, 20 Jahre vor uns herschieben“, sprach Ludger Janning (SPD) den allgemeinen Tenor im Ausschuss aus. So soll nun alleine für das Amtshaus nach Mitteln und Wegen gesucht werden, wie es den Ortskern nicht mehr „verschandelt“ (so wurde es auf einer Kolping-Versammlung gesagt), sondern verschönert. Mit dem einstimmigen Votum des Bezirksausschusses für einen Erhalt des Gebäudes herrscht nun Klarheit. Denn bis dato ist es laut Sitzungsvorlage noch „völlig offen“ gewesen, ob ein Erhalt überhaupt angestrebt werde.

Gemeinde prüft Sicherungsmaßnahmen

Der Bürgermeister schlug vor, sich im Sommer mit den fünf Antragstellern und den Ottmarsbocholter Vereinen darüber auszutauschen, wie man sich eine künftige Nutzung des historischen Gebäudes vorstellen könnte. „Das muss am Anfang aller weiteren Schritte stehen“. Des Weiteren will die Gemeinde prüfen, ob zum Schutz vor Witterungseinflüssen Sicherungsmaßnahmen etwa am Dach notwendig sind.

Startseite