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Fließender Übergang beim Schiedsleute-Wechsel

Streit versöhnlich schlichten – Gerichte entlasten

Senden

Mit Karl-Heinz van den Wyenbergh und Franz-Josef Ermann haben zwei neue Schiedsleute ihre Arbeit in der Gemeinde Senden aufgenommen. Schon kurz nach dem Vorbereitungsseminar konnten sie erste Fälle lösen. Reinhard Stach und Ursula Thiel wurden aus dem Amt verabschiedet.

Gemeinsam mit Fachbereichsleiterin Rahel Epping begüßte Bürgermeister Sebastian Täger (r.) die neuen Schiedsmänner Franz-Josef Ermann (2.v.l.) und Karl-Heinz van den Wyenbergh. Foto: Gemeinde Senden

Karl-Heinz van den Wyenbergh ist der neue Schiedsmann der Gemeinde Senden, Franz-Josef Ermann ist sein Stellvertreter. Beide waren am 23. März vom Gemeinderat für die Dauer von fünf Jahren gewählt, und im Mai offiziell vereidigt worden. Sie folgen auf Reinhard Stach und Ursula Thiel. Alle vier trafen sich jetzt im Rathaus zur offiziellen Übergabe der Ämter noch einmal gemeinsam mit Vertretern der Gemeindeverwaltung.

Bürgermeister Sebastian Täger nahm das Treffen der Ehrenamtlichen zum Anlass, Stach und Thiel noch einmal für Ihren Einsatz zu danken. „Sie entlasten die Gerichte deutlich und lösen Konflikte oft, bevor sie eskalieren“, so Täger, laut Pressenotiz der Gemeinde.

Dank an die scheidenden Schiedsleute: Rahel Epping (l.) und Sebastian Täger (r.) überreichten Präsente an Reinhard Stach und Ursula Thiel. Foto: Gemeinde Senden

Die früheren Schiedsleute berichteten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse während ihrer Tätigkeit. Rückblickend stellten sie fest, dass sie viele Konflikte lösen konnten, aber manchmal auch auf bürokratische Hürden gestoßen seien. Sie machten „den Neuen“ aber auch Mut und wiesen darauf hin, dass sie persönlich viel aus dieser Zeit mitgenommen hätten.

Karl-Heinz Wyenbergh und Franz-Josef Ermann freuten sich auf die kommenden Einsätze als außergerichtliche Streitschlichter. Diese haben nicht lange auf sich warten lassen. Denn, vorbereitet durch ein Wochenendseminar, haben sie bereits erste Fälle gelöst, heißt es weiter.

Zunächst die Schiedsperson anrufen

Viele denken direkt an den Streit zwischen Nachbarn, wenn zum Beispiel Äste eines Baums über das benachbarte Grundstück ragen. Auch in solchen Fällen können Schiedsleute helfen. Aus rechtlicher Sicht stehen allerdings andere Dinge im Vordergrund. Bei Privatklagesachen, bei denen die Staatsanwaltschaft Anklage nur bei einem öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung erhebt, muss zunächst einmal eine Schiedsperson angerufen werden, bevor man sich an das Gericht wenden kann.

Möglichkeit zur Aussprache geben

Schiedsleute kommen dann also auch bei Strafsachen wie Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, vermögensrechtlichen Streitigkeiten wie Schadenersatz oder Schmerzensgeld zum Einsatz. Sie versuchen beiden Seiten eine Möglichkeit zur Aussprache zu geben. Auf diese Weise sollen Spannungen abgebaut und wenn möglich ein Vergleich erzielt werden. Schiedspersonen können auf diese Weise die Gerichte entlasten.

Darüber hinaus stehen die Schiedsämter eben auch für Streitigkeiten zur Verfügung, in denen ein außergerichtliches Streitschlichtungsverfahren nicht vorgeschrieben ist, wie etwa der bereits erwähnte Nachbarschaftskonflikt.

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