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Sendener US-Candyshop spürt Boom zum Super Bowl

Süßes aus den Staaten heiß begehrt

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Auch in Senden steigt das Interesse am American Football. Das ist im US-Candyshop am Grete-Schött-Ring deutlich zu spüren. Vor der Fernsehübertragung des Endspiel, dem Super Bowl, klingelte es in der Kasse. Inhaber Marcel Wiechmann musste kurzfristig sogar neue Ware besorgen.

Von Andreas Krüskemper

Marcel Wiechmann ist überrascht über den enormen Boom, den der Super Bowl ausgelöst hat. Die Nachfrage nach Waren aus den USA war so groß, dass er kurzfristig nach Neuss fahren musste, um Nachschub zu holen. Foto: Andreas Krüskemper

In der Nacht zum Montag (deutsche Zeit) kämpften die Cincinnati Bengals gegen die Los Angeles Rams um den 56. Super Bowl der National Football League (NFL). Auch wenn bei Redaktionsschluss noch offen war, ob die Bengals ihren ersten Super-Bowl-Sieg erringen konnten oder die Rams ihren dritten, eines ist klar: Der Super Bowl ist das größte Eintages-Sportevent der Welt. Dafür sorgt nicht nur das Spiel selbst, sondern auch die Halftime-Show mit Popstars wie Mary J. Blige, Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem und Kendrick Lamar. Jedes Jahr geistern unglaubliche Zahlen durch die Presse und das Internet. Im vergangenen Jahr sollen allein die Amerikaner während des Super Bowls 1,42 Milliarden Chicken Wings und mehr als 100 Millionen Liter Bier konsumiert haben.

Über 600 Produkte umfasst das Sortiment des US-Candyshops. Foto: Andreas Krüskemper

600 Produkte im Sortiment

Wer jetzt denkt, das sei ein rein amerikanisches Phänomen, der täuscht sich. Den Super Bowl 2021 haben in Deutschland trotz nachtschlafender Zeit über zwei Millionen Menschen verfolgt (auch der Autor dieses Textes hält sich den Montag danach grundsätzlich frei). Und auch die „Stilechte Versorgung“ wird dabei immer beliebter.

Marcel Wiechmann ist jemand, der diese Entwicklung direkt mitbekommt. Im November hat er den US-Candyshop gegründet und bietet seither am Grete-Schött-Ring amerikanische Süßigkeiten, Softdrinks und Snacks an.

Auf die Idee ist er gekommen, weil er seit über zehn Jahren im Motorsport aktiv ist und ein Faible für amerikanische Autos hat. Verstärkt wurde es durch eine Reise in die USA im Jahr 2019. Mittlerweile hat er 200 „Dauerbrenner“ im Programm, insgesamt umfasst das Sortiment etwa 600 Produkte: Chips, Flips, Schokolade, Weingummi, aber auch Bier und neuerdings Caps und Merchandising der amerikanischen Tuning-Firma Hoonigan. Etwa 30 Prozent des Umsatzes generiert er im Ladenlokal mit der US-Flagge an der Tür, die restlichen 70 Prozent über seinen Online-Shop. Aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern kommen Amerika-Fans zu ihm ins Geschäft, um sich mit landestypischen Lebensmitteln des „Landes der unbegrenzten Möglichkeiten“ zu versorgen.

Geschäft soll vergrößert werden

Im vergangenen Jahr, ein paar Monate nach der Eröffnung, wurde der Geschäftsmann von der plötzlichen Nachfrage zum Super Bowl überrascht. „Für dieses Jahr hatten wir eigentlich vorgeplant“, so Wiechmann. So ganz geklappt hat es nicht, da der Super Bowl durch einen zusätzlichen Spieltag in der Liga eine Woche später liegt und nun mit dem Valentinstag zusammenfällt.

„Daher musste ich nach Neuss fahren und dort für Nachschub sorgen“, erläutert Wiechmann, der den Betrieb mit „seiner besseren Hälfte“ und einer weiteren Mitarbeiterin wuppt. „Schließlich kann ich nicht einfach in den USA anrufen, und am nächsten Tag ist neue Ware da“, macht er klar. Zu normalen Zeiten dauert es rund sechs Wochen, bis eine Bestellung eintrifft, jetzt zu Corona-Zeiten können es auch gerne mal drei Monate werden. „Da muss man schon gut vorausplanen“, sagt Wiechmann.

Auch personell und räumlicher möchte der Geschäftsmann weiterplanen: So ist er einerseits auf der Suche nach einem Mitarbeiter, der hilft, die Pakete für den Onlineversand zu packen, andererseits aber auch nach zusätzlichen Räumlichkeiten: „Aktuell haben wir gut 200 Quadratmeter auf drei Etagen. Schön wären 300 bis 500 Quadratmeter ebenerdig“, so die Zukunftsvision. 

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