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Ehrenamtliche pflanzen am Schloss eine Lehrhecke

Tatkräftiger Einsatz für die Artenvielfalt

Ehrenamtliche Helfer haben am Wochenende am Schloss Senden rund 300 Heckensträucher eingepflanzt. Die neue Hecke dient nicht allein der optischen Verschönerung, sondern erfüllt auch wichtige ökologische Funktionen.

Von Andreas Krüskemper

Mit Spaten „bewaffnet“ machten sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ans Werk, um gemeinsam eine Lehrhecke mit rund 300 Pflanzen am Schloss Senden zu setzen. Foto: akrü

Es ist vollbracht: Mit dem zweiten Aktionswochenende ist die Lehrhecke am Schloss Senden am Samstag fertiggestellt worden. Im ersten Anlauf waren mit zahlreichen Helfern bereits rund 200 Pflanzen in die Erde gebracht worden, nun setzten zwölf Freiwillige, unter anderem vom Förderkreis Schloss Senden, weitere 300 Heckensträucher ein.

Rund 30 verschiedene Arten umfasst die Hecke nun. Vom Pfaffenhütchen über den Schneeball bis hin zur Kornelkirsche reicht die Spannweite, mit der eine ökologisch wertvolle und ausgewogene Hecke von den Ehrenamtlichen geschaffen wurde.

Futter für Vögel und Insekten

„Die Blüten sehen im Frühjahr nicht nur schön aus, sondern locken auch Insekten an“, erläutert Dr. Detlev Kröger, ehemaliger Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu). Die Beeren dienen dann später den Vögeln als Futter. So wird eine möglichst große Artenvielfalt gefördert.

In der Nähe der Gräben beispielsweise gedeiht der Schneeball besonders gut, während das Pfaffenhütchen gut mit trockeneren Bedingungen klarkommt.

„Wichtig bei Hecken ist die regelmäßige Pflege“, so Kröger. Die unterschiedlichen Pflanzenarten wachsen auch unterschiedlich intensiv, daher ist es erforderlich, die stärker wachsenden Pflanzen zu stutzen oder in regelmäßigen Abständen auf den Stock zu setzen, da sie ansonsten die anderen Pflanzen verdrängen würden.

Starker ökologischer Effekt

Aufgrund der Vorarbeiten, bei denen unter anderem aus Restholz ein Totholzhaufen errichtet wurde, in dem Vögel und andere Tiere Schutz finden können, ging die Arbeit am Samstag zügig vonstatten. Erleichtert wurde sie unter anderem auch durch einen Erdbohrer, der von der Firma Schulze Beckendorf zu Verfügung gestellt worden war. Das Geld für die Aktion stammt vom Bündnis „Neue Bäume für Senden“, die ursprünglich verschiedene Flächen auf dem Gemeindegebiet aufforsten wollte, aber zum einen nur schwer genehmigungsfähige Flächen finden konnte und zum anderen feststellte, dass der ökologische Effekt beim Anlegen von Hecken noch deutlich größer ist als bei Bäumen.

Wer privat seinen Garten mit Heckenpflanzen wie Schneeball oder Pfaffenhütchen ökologisch aufwerten möchte, kann sich gerne unter dkroeger@muenster.de bei Dr. Kröger melden.

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