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Wechsel in der Sparkassen-Leitung in Senden

Tenholt passt den Ball weiter

Senden

Seit 46 Jahren war Rainer Tenholt bei der Sparkasse tätig. Jetzt gibt der Spielführer in Senden die Kapitänsbinde an Philipp Schulte weiter. Der setzt auf eine bewährte Taktik.

Von Dietrich Harhues

Das Team der Sparkasse in Senden sowie Vertreter des Vorstandes verabschieden Regionalleiter Rainer Tenholt (vorne, l.) und begrüßen seinen Nachfolger Philipp Schulte. Foto: di

Der Mannschaftskapitän wechselt. Rainer Tenholt, langjähriger Regionalleiter der Sparkasse Westmünsterland in Senden, passt den Ball an Philipp Schulte weiter. Dass der neue Spielführer, der aktiv bei der TSG Dülmen kickt, die „Pille“ mit dem Spann annehmen dürfte, während Vorgänger Tenholt, dem Handball verbunden, die Kugel wohl geworfen hätte, bleibt für die Bankkunden nachrangig. Was für sie zählt, ist „aufm Platz“. Und dort lautet die Taktik weiterhin: Fairplay und Vertrauen bei finanziellen Fragen.

Auf „extrem hohe Qualität bei der Beratung“ können die Kunden der Sparkasse zählen. „Das ist unser Pfund“, so Kapitän Schulte, der auf ein gutes Team bauen kann. „Wir haben die Fachleute hier vor Ort“, betont der neue Regionalleiter. Er hebt hervor, dass das Alltagsgeschäft stärker vom Kunden selbst abgewickelt werde, doch für komplexe Themen wie Baufinanzierung, Altersvorsorge oder Vermögensanlage brauche es Profis: Kompetenz, Nähe und das persönliche Gespräch. „Das kann man nicht quer googlen.“ Schulte, der neben der Banklehre einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften und Fortbildungen für den Leitungsposten mitbringt, gehört seit 2007 dem „Verein“ Sparkasse Westmünsterland an, hat zuletzt als Teamleiter in Gescher gearbeitet. Seinen Job als Trainer der ersten Mannschaft in Dülmen hängte er mit der Geburt des zweiten Kindes an den Nagel, doch karrieremäßig geht der Innenverteidiger mit dem Wechsel nach Senden in die Offensive.

Philipp Schulte über die Beratung in komplexen Finanzfragen

Dort tritt er die Nachfolge eines Sparkassen-Urgesteins an. 46 Jahre stand Rainer Tenholt in Diensten des regional verwurzelten Kreditinstitutes, zuletzt 13 Jahre als Regionalleiter in Senden und bereits von 1986 bis 2001 dort als stellvertretender Geschäftsstellenleiter. Dem 62-Jährigen, der sich seit Langem im Vorstand des DRK-Ortsvereins engagiert und als stellvertretender Abteilungsleiter beim ASV Handball fungierte, bleibt jetzt mehr Zeit für die Familie, die gerade Zuwachs durch ein Enkelkind erhielt.

Banken-Urgestein peilt weiteres Ehrenamt an

So wie die Sparkasse sich über ihre Stiftung breit als Förderer betätigt habe, kann sich auch Tenholt ein weiteres Ehrenamt vorstellen. „Ich will aktiver Sendener bleiben.“ Als „das Gesicht der Sparkasse“ war der Regionalleiter Teil des öffentlichen Lebens, waren die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben aber manchmal auch fließend. In einem Fall buchstäblich: als ein Stammkunde beim Bahnenziehen im alten Sendener Freibad die Hypothekenfinanzierung einer gerade erworbenen Eigentumswohnung mit dem Bänker abgesprochen und später entsprechend des sportlichen Verhandlungsergebnisses besiegelt hat.

Die langjährige Verbundenheit mit den Kunden – deren Kinder sich später für zentrale Finanzprojekte an die Hausbank zurückerinnerten – hat Tenholt wertgeschätzt: „Es gibt so viele Begebenheiten. . .“

Die Arbeit mit den Kunden und dem 14-köpfigen Team in Senden habe ihm „immer Spaß gemacht“, resümiert Tenholt. Der aber auch eine Erfahrung gemacht hat, die er bis heute nicht ganz abschütteln kann. In den 90er-Jahren erlebte er die persönliche Bedrohung durch eine Waffe bei einem Banküberfall mit. Als im Mai in Ottmarsbocholt Kolleginnen von einem Bankräuber heimgesucht wurden, kamen auch bei Tenholt die Erinnerungen wieder hoch.

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