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Bahnhof Bösensell feiert Jubiläum

Tor zur Welt seit 125 Jahren

Bösensell

Rege läuft der Zugverkehr durch den Bösenseller Bahnhof. Insbesondere ist er für viele Pendler von besonderer Bedeutung. Vor genau 125 Jahren wurde an der seit 1870 existierenden Bahnlinie zwischen Münster und Wanne-Eickel offiziell eine Personenhaltestelle genehmigt. An dieses Jubiläum erinnert der Heimatverein Bösensell.

Ortstermin mit Lokalgeschichte (v.l.): Foto: Foschepoth

Es ist ein ganz besonderes Jubiläum: Seit genau 125 Jahren hat Bösensell einen Bahnhof. Das nimmt der Heimatverein Bösensell zum Anlass, auf die Entstehung des Bahnanschusses sowie seine Entwicklung und seine aktuelle Bedeutung einzugehen.

1897 wurde nach jahrelangen Verhandlungen eine Personenhaltestelle in Bösensell an der bereits seit 1870 existierenden Bahnlinie zwischen Münster und Wanne-Eickel offiziell genehmigt. Die sorgfältig aufgehobene erste Fahrkarte trägt das Datum 1. September 1897. Eine Fahrt von Bösensell nach Appelhülsen in der 4. Klasse kostete damals zehn Pfennige.

Zubringerverkehr zunächst mit Pferdewagen

Ein Zubringerverkehr nach Senden und Havixbeck wurde schnell eingerichtet – zunächst mit Pferdewagen, ab 1922 per Bus. Im Jahr 1903 entstand auch eine Güterladestelle. Steinkohle aus dem Ruhrgebiet, aber auch hiesigen landwirtschaftliche Produkten für die Ballungszentren wurden hier umgeschlagen. Es folgte ein wirtschaftlicher Aufschwung – mit der Bahngesellschaft als einem bedeutenden Arbeitgeber.

1904 wurde ein Bahnhofsgebäude eröffnet. Vor allem in den von Hunger und Entbehrungen geprägten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war das Bahnhofsgebäude oft überfüllt, weil viele Menschen aus den Ballungszentren regelmäßig per Bahn Hamsterfahrten nach Bösensell und in seine Umgebung unternahmen, um Lebensmittel zu erwerben.

1966 wurde die zweigleisige Bahnstrecke zwischen dem Ruhrgebiet und Münster elektrifiziert, was eine spürbare Verkürzung der Fahrzeiten zur Folge hatte. In den 1970er Jahren wurden alle Schranken in Bösensell geschlossen und die Güterladestelle aufgelöst. Der Bahnhof wurde zwar zu einem Haltepunkt mit Fahrkartenautomat herabgestuft, spielt aber für den öffentlichen Personenverkehr bis heute weiter eine große Rolle.

Barrierefreier Ein- und Ausstieg seit 2021

In den 1990er Jahren erfolgte der Abriss des lange ungenutzten Bahnhofsgebäudes. Eine Neugestaltung des Bahnhofs mit Wartehallen, Rad- und Fußgängerunterführung, Fahrradständern sowie P+R-Stationen schloss sich an. 2021 wurden im Rahmen umfangreicher Renovierungsarbeiten die Bahnsteige angehoben. Seitdem ist auch in Bösensell ein barrierefreier Ein- und Ausstieg in die Züge möglich.

Der Bahnhof ist seit 125 Jahren ein Tor zur Welt und bis heute ein bedeutender Standortfaktor. Denn er verbindet Bösensell mindestens im Stundentakt sowohl mit Münster als auch mit dem Ruhrgebiet. Daher ist er, so der Heimatverein in seiner Pressemitteilung, nach wie vor wichtig für Bösenseller, die zur Arbeit – vor allem nach Münster – pendeln, aber in zunehmendem Maße auch für die steigende Zahl von einpendelnden Beschäftigten in den weiter wachsenden Bösenseller Gewerbegebieten.

Mit einem großen Fest auf dem Bahnhofsvorplatz wurde das 100-jährige Bestehen des Bahnhofs 1997 gefeiert. Dazu veröffentlichte der Heimatverein eine Jubiläumsschrift aus der Feder von Helga Kraneburg. Einige Exemplare davon sind noch erhältlich.

Festschrift überreicht

Die Jubiläumsschrift überreichte der Vorsitzende Eugen Kölker am vergangenen Sonntag bei einem Ortstermin am Bahnhof Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins sowie Anke Lückert von der Sendener Tourist-Information. Dabei ließ Eugen Kölker in einem kurzen Vortrag die wechselvolle Geschichte des Bahnhofs Revue passieren und hob dessen nach wie vor große Bedeutung hervor Während des Lokaltermins machten fahrplanmäßige An- und Abfahrten im Rahmen des Personennahverkehrs, aber auch etliche Durchfahrten unterschiedlicher Zugtypen – vom Güterzug bis zum ICE – den Anwesenden deutlich, wie rege der Verkehr durch den Bösenseller Bahnhof selbst an Sonntagen ist.

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