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Kunstwerk von Anke Kahner nach Zürich „exportiert“

Traumtänzer machen Karriere

Senden

Den Platz für Traumtänzer an der Herrenstraße kennt in Senden jeder. Jetzt hat die Skulpturen-Gruppe der örtlichen Künstlerin Anke Kahner einen „Bruder“ bekommen – der allerdings weitab der Stevergemeinde aufgestellt wird.

Siegmar Syffus

Zur „Abnahme“ der „Traumtänzer-Schafe“ war Ulrike Schmid (gr. Foto, r.) im Atelier von Anke Kahner zu Gast. Die dazugehörigen Sessel hat die staatlich anerkannte bildende Künstlerin in einer Halle der Firma Mönninghoff angefertigt. Foto: Siegmar Syffus

Die Kunstwerke von Anke Kahner sind häufig verspielt, farbenfroh und enthalten fantasievoll versteckte Anspielungen. Einige ihrer Arbeiten sind auch äußerst gewichtig – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sie sind aus Beton gefertigt und bringen zum Teil mehrere Hundert Kilo auf die Waage. Ihre neuste (Auftrags-)Arbeit, ein „Bruder“ des Platzes für Traumtänzer an der Herrenstraße, wiegt insgesamt sogar fast eine Tonne. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit: In den nächsten Tagen tritt die aus zwei Schafen und zwei Sesseln bestehende Skulpturen-Gruppe, die mit Mosaik-Steinen und diversen Accessoires gestaltet ist, ihre Reise von der Stever in die Schweiz nach Zürich an. Dort möchte der Unternehmer Urs-Peter Wepfer sein Anwesen mit den Kunstobjekte bereichern.

Zustande gekommen ist der Kontakt zwischen der in Ottmarsbocholt lebenden Künstlerin und dem Schweizer Geschäftsmann durch Ulrike Schmid. Sie stammt aus Ottmarsbocholt, lebt in Lüdinghausen und ist mit dem Unternehmer befreundet. „Im Sommer vergangenen Jahres sind wir in Senden spazieren gegangen und haben uns den Platz für Traumtänzer angeschaut. Das Kunstwerk hat uns so gut gefallen, dass wir dort getanzt und geträumt haben“, erinnert sich Ulrike Schmid mit einem Lächeln im Gesicht zurück.

Wepfer sei ein „totaler Kunstliebhaber“ und habe sich bei der Umgestaltung seines Hauses und seines Gartens an den „Platz für Traumtänzer“ in Senden erinnert und in abgewandelter Form in Auftrag gegeben, erzählt Ulrike Schmid.

Schafe im Atelier gefertigt, Sessel im Betonwerk

Anke Kahner hat die Schafe in ihrem Ottmarsbocholter Atelier gefertigt. Die Sessel sind in einer Lagerhalle des Betonwerks Mönninghoff gestaltet worden – mit ganz persönlichen Bezügen zum Auftraggeber: Ulrike Schmid durfte sich in Abstimmung mit der Künstlerin überdies mit einer selbst gestalteten Kugel mit Keramikrose verewigen. In die Sitzflächen und die Rückenlehnen hat Kahner kleine Accessoires eingearbeitet, zum Beispiel eine versteinerte Baumscheibe aus Australien.

„Die Grundelemente aus Beton stammen von der Firma Mönninghoff. Dankbar bin ich Inhaber Stefan Dreßen auch dafür, dass ich in der Halle arbeiten durfte“, freut sich Anke Kahner, dass ihr künstlerisches Schaffen durch den Sendener Gewerbebetrieb unterstützt wird.

Zahlreiche mit Mosaiksteinen gestalteten Arbeiten der Künstlerin sind bereits im öffentlichen Raum zu sehen – nicht allein in Senden, sondern auch in Münster, Lüdinghausen, Selm und Werne. Von ihr gestaltete Schafe stehen mittlerweile in zahleichen Orten des Münsterlandes, aber beispielsweise auch in Thüringen, in Wiesbaden und Friedrichskoog an der Nordsee. Ihren Ursprung haben diese Vierbeiner in der Aktion „Viele Schafe – ein Herde“, die Anke Kahner vor zehn Jahren in Kooperation mit dem Ökumenischen Jugendtreff durchgeführt hat.

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