1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Vergängliche Kunst verewigt

  8. >

Katalog zur „Kunst im Park“-Ausstellung

Vergängliche Kunst verewigt

Senden

Mit der Ausstellung „Kunst im Park“ betraten KuKiS und Kunstschule Senden Neuland. Die 20 Arbeiten finden sich jetzt in einem Katalog gebündelt wieder. Das Projekt machte bei den Akteuren Appetit auf mehr.

Vertreter von KuKiS und Kunstschule stellen mit Bürgermeister Sebastian Täger und Kulturamtsleiter Markus Kleymann den Katalog der Landart-Ausstellung vor. Foto: di

Mit Bergen und Propheten hat auch die Kunst zu tun. Denn nicht immer kommen die Besucher in Scharen zu den Objekten, weshalb das Oeuvre zum Publikum geschickt werden kann. So geschehen bei der Ausstellung „Kunst im Park“, die von Mitte Mai bis Ende Juni zu sehen war. Das „Landart“-Projekt von Kunstschule Senden und der Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS) lag für viele heimische und auswärtige Betrachter auf dem Weg. Die Kunst war im Bürgerpark quasi beiläufig zu erleben. Und mit dem gerade erschienenen Katalog werden die temporären Arbeiten auf Papier verewigt.

Was ihnen gut tut. Denn die 20 Skulpturen und Installationen, die sich mit ihrer Umgebung auseinandersetzten, waren „natürlich Kunst“, wie der Titel des Kataloges lautet. Aber nicht alle Passanten brachten den Werken Wertschätzung entgegen. Im Gegenteil: Bürgermeister Sebastian Täger erinnerte jetzt bei der Präsentation des Katalogs daran, dass „die Ausstellung mit Widrigkeiten zu kämpfen hatte“. Sowohl „Kunstbanausen“, so Täger etwas augenzwinkernd, als auch „radikale Enten“ führten immer wieder zu An- und Eingriffen. „Das war frustrierend“, betonten auch noch mit zeitlichem Abstand die Künstlerinnen und Künstler, die sich beteiligt hatten.

Mit der im Mai eröffneten Landart-Ausstellung wurde der Bürgerpark zur Kunstmeile. Foto: Emily Balzer

Wer sich als Parkflaneur gewogen den Werken widmete, musste sich ebenfalls mit ihnen auseinandersetzen. Das übergeordnete Thema, das Verhältnis Mensch-Natur, war mit ganz unterschiedlichen Interventionen in die gewohnte Kulisse umgesetzt worden.

Welche Impulse, gar Botschaften die Künstler damit verbreiteten, war nicht immer leicht verständlich, wie Bürgermeister Täger in seiner Einleitung zum Katalog betont. Mancher habe sich gar „gefragt, was daran überhaupt Kunst sei“, ergänzt Täger.

Plausible Konzepte näher erklärt

Nachvollziehbare Antworten auf die plausiblen kreativen Konzepte liefert das frisch gelieferte Druckwerk, das Trutz Bieck, Dozent bei der Kunstschule Senden, und Lydia Braun von der Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS) federführend konzipiert haben. Zugleich bereitet allein die komplette (und intakte) Zusammenstellung der Arbeiten aus dem Sommer im Rückblick immer noch oder wieder Freude. Grund genug für den Bürgermeister, den Katalog, der drei Euro kostet, als Weihnachtsgeschenk zu empfehlen.

Sechs Farbinseln in der Stever: "Natürlich - künstlich" heißt dieses Beitrag zur LandArt von Anne Bertels-Schleß, Nicolin von der Haar, Christa Krieg und Marlies Möllers. Foto: Emily Balzer

Die Landart-Ausstellung, die von der Stiftung Kunst und Kultur Münsterland und von der Sparkasse Westmünsterland gefördert wurde, markiert aber auch eine Landmarke in der Geschichte zweier kultureller Protagonisten in Senden, KuKiS und Kunstschule. Denn beide feierten in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen und zogen mit der „Kunst im Park 2022“ erstmals an einem Strang. Das „großartige Gemeinschaftsprojekt“, wie Kulturamtsleiter Markus Kleymann die Kooperation bezeichnete, soll nicht die letzte ihrer Art gewesen sein. „Wir sind schon angefixt“, bestätigte Bieck für die Kunstschule, dass es – bei aller Eigenständigkeit und unterschiedlichem Profil – „auf jeden Fall“ eine weitere Zusammenarbeit geben werde. Das Projekt habe „zu vielen Verbindungen und Verstrickungen“ zwischen den beiden Vereinen geführt. Ihren gemeinsamen Dank richten sie rückwirkend an das Team des Bauhofs: „Ohne ihre Hilfe hätten wir es nicht geschafft.“

Der Katalog ist bei Bücher Schwalbe, der Tourist Info am Rathaus sowie bei der Kunstschule und der KuKiS erhältlich.

Startseite