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Ortsumgehung Ottmarsbocholt

„Verträglichste Linie“ wird gesucht

Ottmarsbocholt

Der Kreis Coesfeld hat die Vorplanung der Ortsumgehung Ottmarsbocholt aktiviert. Im Umkreis des Dorfes werden Flora und Fauna untersucht und kartiert – als Grundlage für eine spätere Umweltverträglichkeitsstudie. Ziel ist es, die verträglichste Linie für die neue Straße zu finden.

-sff-

Schwerlast- und Pendlerverkehr belasten die Ottmarsbocholter Dorfstraße seit Jahren. Entlastung soll eine Ortsumgehung schaffen, für die der Kreis Coesfeld die Vorplanung übernommen hat. Foto: Siegmar Syffus

Die Vorplanung der Ottmarsbocholter Ortsumgehung nimmt Fahrt auf. Denn der Kreis Coesfeld, der diese Aufgabe für den Landesbetrieb Straßen.NRW übernommen hat, ist jetzt vor Ort aktiv geworden: „Konkret soll in einer Voruntersuchung die verträglichste Führung der neuen Straße gefunden werden“, berichtet Klaus Dammers, Leiter der Straßenbauabteilung des Kreises in einer Presseinformation.

1100 Hektar Planungsgebiet

Hierzu sind zunächst umfangreiche Untersuchungen von Fauna und Flora in dem rund 1100 Hektar großen Planungsgebiet erforderlich. Mit den Kartierungen, die sich über das gesamte Jahr erstrecken sollen, wurde in dieser Woche begonnen. Die Fachleute sind daher regelmäßig dort unterwegs und werden auch Untersuchungsgeräte, wie etwa Wasserfallen (Reusen), zur Amphibienbestimmung einsetzen. Verschiedene Untersuchungen, beispielsweise für die Fledermauskartierungen, werden auch über Nacht vorgenommen. Private Flächen zu betreten, ist im Regelfall nicht erforderlich, wird andernfalls aber entsprechend angekündigt, teilt der Kreis Coesfeld mit.

Die Ergebnisse der Kartierungen bilden dann die Bewertungsgrundlage für die Umweltverträglichkeitsstudie. „Ziel dieser Studie ist es, Varianten der Trassenführung zu untersuchen und unter Einbeziehung verschiedener Aspekte und Akteure die am besten geeignete, verträglichste Variante beziehungsweise Linie festzulegen“, fasst Dammers zusammen. Das Verfahren wird dann mit der Linienbestimmung abgeschlossen – als Grundlage für die konkrete Entwurfsplanung.

Kreis plant für den Landesbetrieb

Zur Erinnerung: Da beim Landesbetrieb Straßen.NRW nicht genug personelle Kapazitäten für die Planung der Ortsumgehung zur Verfügung stehen, hat der Kreis Coesfeld die Vorplanung für das Projekt übernommen. Darum hatte die Gemeinde Senden 2020 aufgrund eines von der damaligen CDU-Ratsmehrheit getragenen Beschlusses gebeten. Die Kosten für diese vorgezogene Vorplanung – laut damaliger Schätzung rund 62 000 Euro – fallen allerdings zulasten der Gemeinde Senden.

Wie hoch die Verkehrsbelastung derzeit ist, darüber liegen den Planern keine aktuellen Zahlen vor. Über zehn Jahre alte Erhebungen ergaben gut 7000 Fahrzeuge täglich auf der Dorfstraße. Doch dieser Wert dürfte sich deutlich erhöht haben – unter anderem durch den Autobahnanschluss in Amelsbüren und den dortigen Hansa-Business-Park, die seit der letzten Zählung entstanden sind. Ein weiterer Faktor ist die Tatsache, dass Laster, die die inzwischen mautpflichtigen Bundesstraßen meiden, über die Dorfstraße (L 844) rollen. 

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