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Ausführliche Debatten im Umwelt-Ausschuss

Viel Energie verwendet auf Energiedebatte

Senden/Bösensell

Energie-Themen standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Von Windkraft bis Wasserstoff reichte das Spektrum in den ausführlichen Debatten.

Von Dietrich Harhues

Die Windkraft rückt bald nach Bösensell vor. Foto: Niklas Tüns

Die beiden in der Alvingheide geplanten Windräder könnten sich bereits im letzten Quartal des kommenden Jahres drehen. Diesen Zeitplan nennt zumindest der Investor „WestWind Projektierungs GmbH“ auf Anfrage der WN-Redaktion im Anschluss an die vom Kreis erteilte Genehmigung. Mit seinem „Segen“ setzte sich Coesfeld über ein Votum Sendens hinweg – die Kommune hatte das gemeindliche Einvernehmen versagt. Dahinter steckt aber keine sachliche Abweichung, sondern eine bürokratische Komplikation, die am Donnerstagabend ein Thema im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität war.

Keine Klage gegen Baugenehmigung

Dort stand die Frage auf der Tagesordnung, ob die Gemeinde Senden eine Klage gegen die Genehmigung der Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 161 Metern beim Oberverwaltungsgericht in Münster einreicht. Das wurde einstimmig über alle Fraktionen hinweg abgelehnt. Denn dass das Einvernehmen nicht erteilt wurde, lag vor allem daran, dass in Senden noch ein Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2003 in Kraft ist, der in diesem Areal keine Ansiedlungsfläche vorsieht. In der Fortschreibung des FNP ändert sich dieser Status aber.

„Auf keinen Fall klagen. Wir wollen die Windräder und jetzt ist es endlich so weit“, frohlockte Wolfgang Dropmann (Grüne). Roland Wieging (CDU) gab zu bedenken, dass das Verfahren „unschön“ gelaufen sei. „Aber das Ergebnis zählt und die Windkraftanlagen kommen dahin, wo wir sie verträglich finden“, sagte das Ausschussmitglied wörtlich. Wieging äußerte Verständnis, dass Anwohner davon betroffen seien, das müsse aber auf einer anderen Ebene geregelt werden.

Senden als „Treiber“ beim Wasserstoff

In der langen Sitzung des parlamentarischen Gremiums ging es um weitere Energie-Themen: Die CDU fand eine Mehrheit mit dem Antrag, dass Senden als „Treiber“ innerhalb des Kreises beim Wasserstoff fungieren und dieses Thema ins kommunale Klimaschutzkonzept aufgenommen werden solle. Von der Forderung, eine Machbarkeitsstudie für Senden zu erstellen, rückte die CDU aber wieder ab. Denn entsprechende Untersuchungen laufen unter anderem auf Kreisebene. Ein Antrag der Grünen, ein Konzept für mehr Ladesäulen in Senden für die E-Mobilität zu erarbeiten, wurde abgewiesen. Die Grünen pochten auf ein soziales Ungleichgewicht, weil praktisch nur Hauseigentümer eine Ladebox einrichten könnten. Dass es mehr Lademöglichkeiten geben muss, räumte die CDU zwar ein, das sei aber Aufgabe privater Anbieter. Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg kündigte überdies an, dass in Senden sieben neue Ladesäulen der Münsterland-Netzgesellschaft fest geplant seien, davon werden auch jeweils zwei an zentralen Standorten in Ottmarsbocholt und Bösensell installiert.

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