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Beigeordneter Klaus Stephan vom Gemeinderat verabschiedet

„Vieles angestoßen und umgesetzt“

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Nach 16 Jahren und zwei Amtszeiten als Wahlbeamter ist Klaus Stephan, Beigeordneter der Gemeinde, vom Rat verabschiedet worden. Bürgermeister Sebastian Täger und die Fraktionsvorsitzenden bedankten sich für die gute Zusammenarbeit und für die vielen Projekte, die der Beigeordnete angestoßen und umgesetzt habe.

Von Thomas Fromme

Bürgermeister Sebastian Täger (r.) und die Fraktionsvorsitzenden (v.l.) Andreas Becker (FDP), Achim Peltzer (SPD), Sascha Weppelmann (CDU), Thomas Haggeney (UWG) und Sandra Maaß (Grüne) bedankten sich bei Klaus Stephan (4.v.r.) und seiner Frau Britta (3.v.l.). Foto: Thomas Fromme

Im Rathaus geht am 31. Mai eine Ära zu Ende. Nach 16 Jahren wird der Beigeordnete Klaus Stephan nach zwei Wahlperioden aus dem Dienst der Gemeinde ausscheiden. Für jeweils acht Jahre hatte ihn der Gemeinderat gewählt. Als „Vizechef“ der Verwaltung ist Stephan noch ein paar Tage Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Und vor allem ist er Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt – und hat seit 2006 die Entwicklung der Gemeinde entscheidend mitgeprägt. Doch am kommenden Dienstag ist definitiv Schluss – dann geht der gebürtige Pfälzer zum letzten Mal zum Dienst ins Rathaus. Gehen ist übrigens wörtlich zu nehmen, wie Bürgermeister Sebastian Täger augenzwinkernd erklärte. „Wenn er abends nach Terminen im Rathaus spät nach Hause gekommen ist, dann lag das auch daran, dass er den Heimweg meistens zu Fuß gegangen ist“, sagte Täger, als er Klaus Stephan im Anschluss an dessen letzte Ratssitzung am vergangenen Dienstag verabschiedete. Dazu waren auch ehemalige Weggefährten gekommen – wie Dr. Ansgar Scheipers, der bis 2011 Beigeordneter der Stadt Lüdinghausen und jetzt Regierungsvizepräsident in Münster ist.

Für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung „insbesondere in meiner ersten Amtszeit“, bedankte sich der Bürgermeister bei seinem Beigeordneten. Die Fraktionsvorsitzenden schlossen sich dem an. „Du hast mit Engagement und Erfahrung die Aufgaben gemeistert. Vieles hast Du angestoßen und umgesetzt, das man sieht, wenn man mit offenen Augen durch die Gemeinde geht“, betonte der Bürgermeister. Gradlinigkeit, Ehrlichkeit und Bürgernähe habe Stephan großgeschrieben. Mit einigen harten Brocken habe er es zu tun gehabt – der härteste sei wohl der jüngst beschlossene Flächennutzungsplan für die Windenergie gewesen. „Die Windkraft-Kuh ist noch nicht ganz vom Eis, aber sie droht auch nicht mehr einzubrechen“, meinte Täger mit Blick auf die Bezirksregierung, wo der FNP noch zur Genehmigung liegt.

Schneechaos macht bei Vorstellung keinen Strich durch die Rechnung

„Ich habe einen dicken Kloß im Hals und bin genauso nervös wie bei meinem Vorstellungsgespräch im Rathaus“, sagte Klaus Stephan, als er das Mikrofon übernahm. Im November 2005 war er zum Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Alfred Holz und den Fraktionsvorsitzenden gereist. Die Fahrzeit verdoppelte sich plötzlich durch das große Schneechaos. Doch Stephan kam rechtzeitig an. „Ich hatte mich beworben, obwohl wir in Bad Sobernheim gerade ein Haus gekauft hatten“, berichtete er im WN-Gespräch. Zum Glück habe er sich ein Rücktrittsrecht einräumen lassen.

„Allwetterbad“ Cabrio als erstes von vielen Großprojekten

Gleich zu Beginn hatte er es in Senden mit einem Großprojekt zu tun: Das „Allwetterbad“ Cabrio brachte er mit seinem Vorgänger Reinhold Wallkötter an den Start. Weitere Mammutaufgaben waren die Stever-Renaturierung oder das Schloss, das „mir immer sehr am Herzen lag“. Neue Kindergärten, Sportstätten, Bau- und Gewerbegebiete bis hin zur Windkraft waren Projekte, die er mit dem Rat, den Mitarbeitern und anderen Beteiligten umsetzen konnte. Eine große Aufgabe sei auch der Bereich Abwasser gewesen.

„Ich schätze, dass in meiner Amtszeit etwa 200 Millionen Euro investiert wurden. Es war super interessant und nie langweilig. Doch jetzt möchte ich erst einmal runterfahren“, sagt er. Mehr Reisen, vielleicht wieder Tischtennis spielen – es gibt viele Dinge, auf die sich der fast 60-Jährige nach 39 Jahren und elf Monaten im öffentlichen Dienst freut.

„Beim Stadtradeln hat Klaus Stephan im Mai über 700 Kilometer zurückgelegt“, begründete der Bürgermeister, warum er ihm zum Abschied einen Gutschein für ein Fahrradgeschäft schenkte. Aus dem Pfälzer Fußgänger scheint langsam ein Münsterländer zu werden. Am Walskamp in Senden wird er wohnen bleiben – zumal es mittlerweile auch die Schwiegereltern an die Stever gezogen hat.

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