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Tetiana Muchychka beim Rathauskonzert

Virtuosität trifft auf Leidenschaft

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Die Reihe der Rathauskonzerte starte mit einem fulminanten Auftakt in die Saison. Tetiana Muchychka überzeugte ihr Publikum voll und ganz.

Felix Hüsch Waligura

Tetiana Muchychka überzeugte im Sendener Rathaus auf ganzer Linie. Foto: Hüsch-Waligura

Die neunte Serie der Rathauskonzerte startete am Sonntagabend unter dem Dach der Reihe „Best of NRW“, in der jedes Jahr hochbegabte, junge Musiker in über 13 NRW-Städten auftreten. Kulturamtsleiter Günter Melchers freute sich über ein volles Haus und verwies noch auf die folgenden Konzerte, bevor er die Protagonistin Tetiana Muchychka auf die Bühne bat.

Die begnadete Musikerin begann bereits im Alter von sechs Jahren ihre Ausbildung am Akkordeon und trat in Ihrem Heimatland der Ukraine, in Ungarn und Deutschland auf. Nach ihrem Diplom in der Fachrichtung Musikkunst erhielt Sie durch mehre Meisterkurse, unter anderem bei Alexander Poyeluev, Janne Rättiä und einigen anderen Akkordeon-Koryphäen, den musikalischen Feinschliff.

Muchychka besticht durch unglaubliche Präzision und Sicherheit an ihrem Knopfakkordeon, was sie auch in ihrem Programm am Sonntag eindrucksvoll unter Beweis stellte.

In den beiden ersten Werken von J. S. Bach „Französische Suite Nr.3 h-moll BWV 814 und W. A. Mozart „ Sonate Nr. 12 F-Dur KV 332 dienten die Transkriptionen noch zum Aufwärmen und weniger der musikalischen Raffinesse.

Sehr sensibel und akzentuiert, jedoch ohne große Spannung und wenig überraschend wirkte ihr Vortrag der beiden Oeuvres, was sich schlagartig mit den Spanischen Tänzen Nr. 2 Und Nr. 5 von Enrique Granados änderte. Virtuose und tiefe Sinnlichkeit prägten diese Darbietung, welche sie den Zuhörern nach der Pause in vollendeter Form präsentierte. Ihre traumwandlerischen Fingersätze im Diskant wurden von ebenso perfekten Bassläufen begleitet, und Muchychka konnte sich all ihren interpretatorischen Fähigkeiten hingeben.

Als hätte Johann Pachelbel die Chaconne f-moll P.43 für Tetiana Muchychka persönlich komponiert, gab sie ein weiteres Highlight zum Besten. In jedem weiteren Werk ihres Programms vermittelte sie eine außergewöhnliche Spielfreude gepaart mit tiefer Leidenschaft. Die Komposition „Offenbarung“ von Sergej Voitenko erklang in „Nomen est omen“ durch den Rathaussaal und wurde von den Musikfreunden, mittlerweile echte Fans von Tetiana Muchychka, mit stürmischem Applaus honoriert. In der Konzertetüde über ein Thema von Astor Piazzolla „Chiqulin de Bachim“ von Frank Angelis blieb sie dem Publikum weiterhin nichts schuldig und vollendete ihre grandiose Vorstellung mit einer Zugabe von Edward Griegs „Zug der Zwerge“.

Nach einhelliger Begeisterung stiftet dieses Konzert große Hoffnung auf grandiose Events in der laufenden Saison.

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