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St. Laurentius Senden

Wartezeit eindrucksvoll beendet

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Elf Monate waren die Türen für Gottesdienste geschlossen, am Sonntag wurde die Pfarrkirche St. Laurentius feierlich wiedereröffnet. Zugleich weihte Weihbischof Dieter Geerlings den neuen Altar.

Ulrich Reismann

Jung und Alt sowie 17 Bannerordnungen waren gestern Morgen dabei, als die Laurentiuskirche feierlich wiedereröffnet und der neue Altar eingeweiht wurde. Foto: Dieter Klein

Die Laurentiuskirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Alle warteten gespannt und es wurde mucksmäuschenstill. Der Chorraum war bevölkert mit 150 Sängern und Bläsern, die auf ihre Einsätze warten. Hinten im Turm nahmen 17 Bannerabordnungen der kirchlichen Verbände und der Schützenvereine Aufstellung. Und warteten mit Messdienern und dem kompletten Seelsorgeteam auf den Einzug. Ganz am Ende stand Weihbischof Dieter Geerlings - der das Warten als „eines der vielleicht existenziellen Themen überhaupt“ sieht und sich deshalb später in seiner Predigt damit beschäftigte. Der Festgottesdienst zur Wiedereröffnung des Gotteshauses und zur Weihe des neuen Altars wurde verbunden mit der Botschaft des just an diesem Sonntag begonnenen Advents als einer „qualifizierten Wartezeit“.

Es dürften insgesamt deutlich über 600 Menschen gewesen sein, die diese ebenso außergewöhnliche wie auch eindrucksvolle Feier am Sonntagvormittag miterlebten und ihre wegen Renovierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen elf Monate lang geschlossen gewesene Pfarrkirche wieder in Empfang nahmen. Der Rückblick auf die Bauzeit – er kam zum Schluss des Gottesdienstes, als Pfarrer Klemens Schneider der evangelischen Kirchengemeinde (vertreten durch des Presbyter Heinz Hermann Haar) den Schlüssel für deren Gemeindezentrum zurückgab, wo man die Messen am Samstagabend hatte stets feiern können. Dies zeuge von einer markanten Großherzigkeit und Gastfreundschaft, was die Ökumene in Senden „spürbar vorangetrieben hat“. Als Geschenk wartete Schneider mit einem Konzert auf, welches nächstes Jahr im evangelischen Gemeindezentrum stattfinden soll.

Dank, der von Herzen kam, wurde auch allen Helfern und Mitarbeitern gezollt, die Etliches an Überstunden geleistet haben. Bei den beiden Architekten waren es deren Kreativität und deren großer Erfahrungsschatz, die eine Würdigung fanden, weil sie damit die Kirche „so großartig gestaltet haben“. Auch hier wieder kräftiger Applaus der Gemeinde. Mit Abstand am kräftigsten fiel der Beifall jedoch ohne Zweifel bei Pfarrer Wilhelm Ausel aus. In der Gemeinde sei man besorgt um ihn, berichtete Klemens Schneider. „Was wird denn jetzt aus dem, wenn er keine Baustelle mehr zu betreuen hat?“. Er habe es sehr zu schätzen gewusst, dass Ausel ihm da Vieles abgenommen habe. „Du weißt ja, dass ich technisch nicht so begabt bin“. Aber gottlob habe da ja der 80-Jährige seine Stärken.

Als schönes Zeichen der Verbundenheit mit dem Heimatverein wertete es Pfarrer Schneider, dass die Reliquie der seligen Schwester Maria Euthymia – ein Name für aufopferungsvolle Pflege Kranker - jetzt während des Gottesdienstes vom zweiten Vorsitzenden Karl Schulze Höping in den Altar eingelassen wurde. Euthymia könne heute eine Erinnerung daran sein, Schwestern und Pflegern etwa in Altenheimen und Sozialstationen mit mehr Achtung zu begegnen, hieß es in der Predigt des Weihbischofs. Des Weiteren ging Geerlings auf Traurigkeit und Verzweiflung nach einem verpfuschten Leben, einem verhinderten Glück oder einem verfehlten Ziel ein. Und dem Bedürfnis der Menschen nach einem Neuanfang. Im Glauben könnte Hoffnung keimen, und der Altar stelle hier eine Verbindung zwischen Himmel und Erde her. In den später vorgelesenen Fürbitten wurde dementsprechend für alle gebetet, die in die Kirche kämen „mit ihren Sehnsüchten, Wunden und Verwundungen“.

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