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St.-Johanni-Bruderschaft Senden findet neuen Oberst

Wechsel auf prominentem Posten

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Mit rund 150 Teilnehmern war die Versammlung der St.-Johanni-Bruderschaft sehr gut besucht. Die wohl interessanteste Personalie: Es gelang, einen Nachfolger für Oberst Georg Mußenbrock zu finden.

Ulrich Reismann

Mit gut 150 Teilnehmern war die Versammlung der Bruderschaft im Pfarrheim St. Laurentius sehr geht besucht. Foto: ure

„Im vergangenen Jahr haben wir ein Schützenfest wie lange nicht mehr gefeiert. Davor ziehe ich vor Euch allen symbolisch meinen Hut.“ Vorsitzender Jörg Pohlmann war auf der Generalversammlung der St.-Johanni-Bruderschaft am Sonntagnachmittag noch immer fasziniert von diesem „wahnsinnigen Erlebnis“, für das er sich bei allen bedankte, die dazu beigetragen haben, indem sie mitfeierten. Selten sei die Tanzfläche am Sonntagabend um 19 Uhr „noch so rappelvoll“ gewesen. In der Vergangenheit „haben wir ein bisschen danach gelechzt“. Das, wonach sich die Schützenbrüder sehnten, sei jetzt dank des Zeltes Wirklichkeit geworden.

„Es bleibt festzuhalten, dass dieser Schritt genau der richtige war. Und Euch, die ihr diese Entscheidung getroffen habt, möchte ich ein aufrichtiges Dankeschön sagen“, erklärte Pohlmann im Pfarrheim vor den über 150 anwesenden Schützenbrüdern, die diese Worte mit Applaus kommentierten.

Nur wenige Austritte wegen Beitragserhöhung

Eine wichtige Voraussetzung, um diesen Schritt gehen zu können, hatte die Generalversammlung vor einem Jahr mit einer nahezu 50-prozentigen Beitragserhöhung geschaffen. Dieser saftige Aufschlag habe weitaus weniger Austritte zur Folge gehabt, „als wir erwartet haben“, teilte Geschäftsführer Marc Brüggemann auf eine entsprechende Anfrage aus der Versammlung mit. Insgesamt stehe der Verlust von 15 Mitgliedern damit in Verbindung. Der größte Teil der Bruderschaft habe die Erhöhung dagegen mitgetragen, „und dafür ein herzlicher Dank“. Aufgrund dessen sei es nun auf Dauer möglich – „und da bin ich stolz drauf, das zu verkünden“ – die Schützenfeste im Zelt zu feiern „ohne uns krumm zu machen“. Eine Ankündigung, welche die Anwesenden mit großer Freude vernahmen.

Mit einem kräftigen Schluck aus dem traditionellen Becher wurden zwölf Mitglieder neu aufgenommen. Foto: ure

Fiege mahnt Haushaltsdiziplin an

Auch wenn die vor einem Jahr noch bestandene finanzielle Schieflage nun behoben sei, so dürfe man trotzdem „nicht die Hände in den Schoss legen“. Mit dieser Formulierung mahnte Martin Fiege eine weiterhin konsequente Haushaltsdisziplin an, da man zum 2027 anstehenden Jubiläum ein gewisses „Polster“ benötige. Hier sei man „auf dem richtigen Weg“, lautete die Antwort des Geschäftsführers, der im späteren Versammlungsverlauf für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde.

Personalien und Posten bei St. Johanni

Nicht nur Oberst a.D. Georg Mußenbrock habe feststellen müssen: „Ich werde nicht jünger.“ Auch Sascha Willeke – ein Mittdreißiger – habe mit genau derselben Begründung um eine Ablösung als Komiteemitglied der Jungschützen gebeten. Vorsitzender Jörg Pohlmann musste in der Versammlung ein wenig stutzen – „bei diesem Alter“? Wenn auch nicht unbedingt nachvollziehbar, so wurde aber auch dieser Wunsch respektiert, Marcel Marxcors übernimmt. Aus dem Verheirateten-Komitee wurde Dietmar Gratza bestätigt, während Helmut Pohlmann verzichtete.Dessen Platz wird künftig die amtierende Majestät Thomas „Struppi“ Strub einnehmen, der der Versammlung mit persönlichen Worten ein dickes Lob aussprach. „Danke an alle dafür, dass Ihr mich so aufgenommen habt als Auswärtigen.“ Der Polizeibeamte ist vor einigen Jahren nach Senden gezogen.

Markus Stutenkemper zum Oberst befördert

Neu besetzt werden musste dagegen der Posten „des Herrn Oberst“, nach dem Georg Mußenbrock voriges Jahr um die Versetzung in den Ruhestand ersucht hatte. Auch wenn „Kandidaten nicht unbedingt auf den Bäumen wachsen“, wie es Pohlmann amüsant formulierte, war es Vorstand, Komitee und Offizierskorps gelungen, der Versammlung einen Nachfolge-Kandidaten vorzuschlagen, der dann auch die einstimmige Zustimmung fand. Künftig wird nun der bisherige Major Markus Stutenkemper das Bataillon anführen. Krankheitsbedingt konnte er nicht selbst anwesend sein und ließ deshalb eine schriftliche Erklärung verlesen. An seinen Vorgänger gerichtet, hieß es da: „Georg, Du hast es geschafft, deinen eigenen Stil zu finden. Und das hast du richtig gut gemacht“. Er, Stutenkemper, hoffe, es ähnlich gut hinzubekommen. An die Versammlung gewandt, fuhr er fort: „Und dafür wünsche ich mir Euer aller Unterstützung.“ Seinen bisherigen Adjutanten wird Stutenkemper behalten, denn Stefan Kleuter steigt mit ihm zusammen in die erste Reihe auf. Das Amt des Majors bekleidet von nun an der bisherige Adjutant des Oberst, Uli Deelmann, und dessen rechte Hand heißt von nun an Torsten Ott. Nach den Jahren der Wartezeit als Fünfter im Bunde der berittenen Offiziere, ist es ihm nun endlich gegönnt, als Adjutant ins Blickfeld der Öffentlichkeit vorzurücken.

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