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Hilfe für Familien mit Babys

„Wellcome-Engel“ federt Belastung ab

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Carolin Sowade ist dreifache, glückliche Mutter. Doch mit der Geburt der Zwillinge Alva und Edda kehrte auch eine Menge Trubel ins Haus ein. Eine echte Entlastung für die 36-Jährige waren die wöchentlichen Besuche ihres „Wellcome-Engels“, der sich um die Mädchen kümmerte. Dieses Unterstützung bietet der SkF allen Eltern während des ersten Lebensjahres ihrer Kinder an.

Siegmar Syffus

Carolin Sowade freut sich und ist dankbar, dass ihr „Wellcome-Engel“ Steffi Brinkschulte im ersten Jahr nach der Geburt der Zwillinge Edda (l.) und Alva den Rücken freigehalten hat. Derweil hatte Dackel Hektor die Lage stets im Blick. . . Foto: Siegmar Syffus

„Elternglück im Doppelpack“: Carolin und Volker Sowade freuen sich riesig, dass die Zwillinge Alva und Edda zusammen mit Sohn Clemens (5) und Dackel Hektor das Familienleben bereichern. Doch die schillernde Medaille hat auch eine andere Seite: Während ihr Mann Volker tagsüber im Sendener Rathaus arbeitet, muss Carolin Sowade das Privatleben alleine mangen. Von wegen: „Das bisschen Haushalt. . .“ Da krabbelt Alva durch Wohnzimmer und Küche, gleichzeitig jankt Hektor an der Terrassentür und will unbedingt nach draußen, während Edda „todtraurig“ (warum auch immer) auf Muttis Schoß Trost sucht. Und Staubsaugen, Essen machen, Wäsche waschen sowie Einkaufen stehen auch noch auf der To-do-Liste. . .

„Quality-Time“ für die Mutter

Angesichts solcher Mehrfachbelastungen war die 36-Jährige heilfroh, dass sie im ersten Jahr nach der Geburt der Zwillinge durch einen „Wellcome-Engel“ des SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) entlastet wurde: „Steffi Brinkschulte war zwei Stunden in der Woche hier, hat sich um die Mädchen gekümmert, ist mit ihnen spazieren gegangen und hat mir den Rücken frei gehalten. Die Kinder haben sich immer einen Ast ab gefreut, wenn unser Wellcome-Engel kam“, ist Carolin Sowade froh und dankbar für die Hilfe. „Das war eine Quality-Time für mich, in der ich die Wäsche machen, die Zeit für unseren Clemens nutzen konnte oder auch mal in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken konnte“, erzählt die dreifache Mutter, die außerhalb der Elternzeit bei der Stadt Dülmen im Bereich „Digitalisierung“ beschäftigt ist. Das hilfreiche Angebot des SkF sei „leider vielen Eltern nicht bekannt“, bedauert Carolin Sowade.

Für sie sei es eine besondere Freude und Faszination, sagt „Wellcome-Engel“ Stefanie Brinkschulte, „das erste Lebensjahr eines Kindes, in dem so viel Veränderung und Entwicklung stattfindet, miterleben zu dürfen.“ Bei den Sowades sei sie herzlich empfangen worden. „Wenn man Vertrauen spürt und sich sogar um Zwillinge kümmern darf, ist der Einsatz eine absolute Bereicherung“, betont die Sendenerin, die – wie ihre Kolleginnen – ehrenamtlich für „Wellcome“ im Einsatz ist.

Angebote gilt für alle Eltern

„Insgesamt stehen 24 Mitarbeiterinnen im gesamten Dekanat zur Verfügung, von Südkirchen über Ascheberg bis Senden – alles rund um den Pudding von Lüdinghausen“, berichtet Monika Heitmann, Wellcome-Koordinatorin beim SkF Lüdinghausen. Alle Frauen seien zwar ehrenamtlich im Einsatz, der SkF erhebe allerdings einen Obolus von „maximal fünf Euro pro Stunde“, um mit diesem Geld Fortbildungen, Fahrtkosten und andere Auslagen decken zu können. Wichtig ist der Koordinatorin: „Unser Wellcome-Angebot gilt für das erste Lebensjahr eines Kindes. Es kann von Geburt an, aber auch erst nach Monaten genutzt werden, zum Beispiel dann wenn das Kind Zähne bekommt, weint und die Eltern an ihr Limit kommen.“ Wirklich alle Eltern können auf diese Unterstützung zählen, „egal ob sie zusätzlich auf die Hilfe der Großeltern zurückgreifen können, alleinerziehend sind, einen Migrationshintergrund haben, egal welcher Konfession sie angehören“, erläutert Monika Heitmann. Auch in Zeiten von Corona finden Einsätze statt – unter strenger Beachtung der Schutzbestimmungen „und wenn möglich draußen“, ergänzt die „Wellcome-Koordinatorin“.

Ehrenamtliche willkommen

Wer auf das „Wellcome-Angebot“ des SkF Lüdinghausen zurückgreifen möchte, kann sich direkt an Monica Heitmann wenden, Tel: 0 25 91 / 23 71 20 oder E-Mail: luedinghausen@wellcome-online.de. Die Koordinatorin würde sich auch über Frauen freuen, die bereit sind, sich ehrenamtlich als „Wellcome-Engel“ für Familien mit Babys einzusetzen.Der SkF Lüdinghausen bietet diesen Dienst bereits seit 2008 an. In der Gemeinde Senden stehen aktuell fünf Frauen zur Verfügung. „Jede Frau entscheidet selbst, ob sie den jeweiligen Einsatz übernehmen möchte“, sagt Monika Heitmann.www.wellcome-online.de -sff-

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