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Wirtschaftsweg über den Nonnenbach: Brücke soll neu gebaut werden

„Wie ein kleiner Känguru-Sprung“

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Zwischen der Sendener Bauerschaft Schölling und Hiddingsel bildet der Nonnenbach die Gemeindegrenze. Eine marode Brücke, die einen Wirtschaftsweg über den Bach führt, wollen die Gemeinde Senden und die Stadt Dülmen durch einen Neubau ersetzen. Die Kosten teilen sich die beiden Kommunen.

Von Thomas Fromme

Karl-Heinz-Gräber fährt häufig über die "Holper-Brücke" und weiß, dass er vorsichtig sein muss. Foto: Thomas Fromme

In der aktuellen Dürrezeit führt der Nonnenbach so gut wie kein Wasser mehr – doch meistens ist das anders. Das Flüsschen trennt auf einer Länge von etwa sechs Kilometern das Sendener Gemeindegebiet vom Stadtgebiet Dülmen, bevor es auf seinem Weg nach Süden den Kanal unterquert und kurz darauf in die Stever mündet. Eine der Brücken, die die Sendener Bauerschaft Schölling und den Dülmener Ortsteil Hiddingsel verbindet, soll jetzt durch einen Neubau nach aktuellen Standards ersetzt werden.

Deutlich sichtbare Schäden

Südlich der Bulderner Straße (Kreisstraße 4) führt ein Wirtschaftsweg in der Nähe der Hofstellen Füstmann/Kampmann/Hast über den Nonnenbach. Die Brückenschäden sind schon beim Befahren deutlich sichtbar und haben immer wieder zu Absenkungen der Straße und zu gefährlichen Stolperkanten, die eine Art Stufe auf der Fahrbahn bilden, geführt. Deutlich sichtbar sind von den Seiten auch die Schäden am Brückenbauwerk selbst.

Diese baufällige Brücke, die den Wirtschaftsweg in Richtung Hiddingsel über den Nonnnenbach führt, soll neu gebaut werden. Foto: Thomas Fromme

Häufig fährt Karl-Heinz-Gräber mit seinem E-Bike und seinem Vierbeiner im Körbchen über die „Holper-Brücke“. „Wenn man abgelenkt ist und nicht beide Hände am Lenker hat, ist das sehr gefährlich“, sagt der Hiddingseler. „Aber ich kenne das hier ja.“ Auch Helmut Bohners und Aloys Rath, der in der Bauerschaft Schölling wohnt, wissen, dass sie an der Brücke vorsichtig sein müssen. Beide kommen innerhalb von zehn Minuten mit ihren Autos zufällig vorbei, als die Fotos für diesen Bericht gemacht werden. „Das ist jedes Mal wie ein kleiner Känguru-Sprung“, berichtet Rath. Zugelassen ist die Brücke nur für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von höchstens zwölf Tonnen. Doch nach Beobachtungen von Aloys Rath nutzen dort häufig deutlich schwerere Gefährte und Gespanne die Brücke: „Viele Fahrzeuge haben zwölf Tonnen allein auf einer Achse.“ Das sei sicherlich ein Grund für die Schäden.

Rund 400. 000 Euro

Die Brücke wurde vermutlich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erstellt. Bisher hat die Stadt Dülmen die Bauwerksprüfungen durchgeführt und notwendige Unterhaltungsarbeiten veranlasst. Die Kosten dafür wurden je zur Hälfte von der Stadt Dülmen und der Gemeinde Senden getragen. Das soll auch weiterhin so erfolgen. Für die Abwicklung des Neubaus und die späteren Unterhaltungsarbeiten wollen die beiden Kommunen eine Vereinbarung schließen. Die Stadt Dülmen wird das Projekt federführend betreuen.

Die Fahrt über den Nonnenbach auf dem Wirtschaftsweg zwischen Hiddingsel und der Bauerschaft Schölling sei jedes Mal ein "kleiner Känguru-Sprung", berichtet Anwohner Helmut Bohners. Foto: Thomas Fromme

Dem Abschluss einer Vereinbarung für den Neubau und der späteren Unterhaltung der Nonnenbachbrücke und der damit verbundenen hälftigen Kostenübernahme hatte der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Senden im Juni zugestimmt. Baustart soll im Jahr 2023 sein. Die Kosten für den Abriss, die Planung und den Neubau betragen schätzungsweise 400.000 Euro. Dülmen und Senden werden sie jeweils zur Hälfte übernehmen. Zudem gewährt die Gemeinde Senden der Stadt Dülmen eine Verwaltungskostenpauschale. Der Anteil der Gemeinde von etwa 212.000 Euro soll im Haushalt 2023 eingeplant werden. Ob der Neubau im Rahmen des Hochwasserschutzes gefördert werden kann, wird noch geprüft.

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