1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. „Wir brauchen dringend Hilfe“

  8. >

Tierheim in Not

„Wir brauchen dringend Hilfe“

Ottmarsbocholt

Das Tierheim ist voll, die Helfer sind knapp und die finanziellen Mittel neigen sich dem Ende entgegen. Die Tierfreunde Lüdinghausen brauchen dringend Unterstützung. Insbesondere, weil sie nach dem Lockdown mit Katzen geradezu „überschwemmt“ wurden.

Nach dem Ende des Lockdowns wurde das Tierheim mit jungen, ausgesetzten Katzen geradezu „überschwemmt“. Strenge Isolation, vermehrte Desinfektion und enorme Tierarztkosten waren die Folgen. Außerdem fehlen ehrenamtliche Helfer. Foto: Tierfreunde

Vor knapp einem Jahr wandten sich die Tierfreunde Lüdinghausen an die Bürger der umliegenden Gemeinden und baten um finanzielle Unterstützung für das gerade erst neu eröffnete Tierheim in der Ottmarsbocholter Oberbauerschaft. Der Zuspruch war enorm und machte Mut, die schwierige Tierschutzarbeit weiter zu machen. Doch jetzt sind die Tierfreunde wieder in brenzlicher Lage und das gleich mehrfach: Das gesammelte Geld ist verbraucht, das Tierheim voll und die Helfer rar.

„Zwar hat sich die Corona-Lage nach und nach gebessert, und es gab Lockerungen, doch das brachte auch neue Probleme“, so Tierheimleiterin und erste Vorsitzende Maria Eichel. Theoretisch hätten die Tierfreunde doch zum Beispiel ihr 20-jähriges Vereinsbestehen im September feiern und damit zusätzliche Einnahmen generieren können, doch die Entscheidung in die Planung und damit in finanzielle Vorleistung zu gehen, war zu riskant, heißt es in einer Pressenotiz.

Ehrenamtliche Helfer fehlen

Auch fehlen Helfer, sowohl für die Tierpflege als auch für sonstige Aufgaben. „Während der Lockdowns und Kurzarbeit kamen viele neue Ehrenamtliche dazu, doch die gehen nun wieder ihrem normalen Alltag und ihrer Arbeit nach“, berichtet Eichel. „Es fehlen insbesondere morgens fleißige Hände für die Versorgung der Tiere.“ Und das Stammteam muss auch durch krankheitsbedingte Ausfälle immer wieder Extraschichten schieben. „Wir sind froh, wenn wir alle Tiere gut versorgen können, da kann aktuell niemand noch zusätzlich Info-Stände machen und Sponsoren suchen“, führt die Leiterin des Tierheims aus. Und beides wäre so wichtig, um sowohl Spenden zu sammeln als auch weitere ehrenamtliche Helfer zu finden.

Tiere gedankenlos angeschafft

Zu der eh schon angespannten Situation kam nun auch noch ein gravierender Virusinfekt in der Katzen-Quarantäne-Station. Das Tierheim wurde dieses Jahr mit Katzen „überschwemmt“. Täglich kamen Anrufe wegen oft einzelner Katzenbabys, die an Parkplätzen oder Bushaltestellen gefunden wurden. Manchmal auch hoch trächtige Mütter, die kurz darauf ihre Babys im Tierheim bekommen haben. „Auffällig sind hier vor allem die Fundorte und der Zustand der Katzen“, sagt Eichel. Alles lasse darauf vermuten, dass die Katzen ausgesetzt wurden. Rein zeitlich passe dies gut zu den ersten „Corona-Anschaffungen“.

Die Leute machten sich oft wenig Gedanken, schafften sich ein Tier an, ließen es unkastriert draußen laufen und wunderten sich dann was passiert, so Eichel weiter. Mehrere dieser Tiere waren zudem sehr krank, was die Arbeit der Tierfreunde noch schwerer machte. Strenge Isolation, vermehrte Desinfektion, enorme Tierarztkosten, das alles zerrt an den Nerven. „Wir brauchen dringend Hilfe. Aktuell vor allem Geld, aber ganz dringend auch ehrenamtliche Tierpfleger.“

Nähere Informationen über die Situation des Tierheims unter

 0 25 98 / 9292532 oder online unter www.tierfreunde-luedinghausen.de

Startseite
ANZEIGE