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Regenbogen-Flagge von Pfarrkirche in Senden abgerissen

Zweiter Angriff auf eine Botschaft

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Es ist ein Bekenntnis zu Vielfalt und Toleranz. Doch die ist offenbar nicht allzu ausgeprägt. Denn bereits zum zweiten Mal wurde die Regenbogen-Flagge an der Pfarrkirche St. Laurentius in Senden abgerissen. Womit sich das Seelsorge-Team nicht abfindet.

Von Dietrich Harhues

Sind entsetzt über das Abreißen der Regenbogen-Flagge an der Pfarrkirche St. Laurentius: Rosalia Rodrigues (v.l.), Ulla Büssing-Markert und Monika Wellermann aus dem Seelsorge-Team. Foto: di

Die Regenbogen-Flagge ist ein Statement – ein Zeichen der Vielfalt, der Toleranz, der ungeteilten Liebe Gottes. Diese Botschaft stößt aber offenbar nicht bei allen auf Gegenliebe. Denn die bunte Fahne ist verschwunden. Abgerissen von den Mauern der Pfarrkirche.

Zeitlich fällt der Angriff zusammen mit dem Bundestagswahlkampf, der mit Schmierereien und Hetze verbunden ist, und dem Appell der Ratsfraktionen. Sie hatten sich vor wenigen Tagen – wie berichtet – vor dem Rathaus und hinter einer Regenbogen-Flagge versammelt, um für Fairness, sachlichen Diskurs und ein buntes Miteinander zu werben. Vertreten war auch die Landjugend, deren Regenbogen-Banner beschädigt wurde.

Pastoralreferentin Rosalia Rodrigues trägt ein Regenbogen-Band mit dem Spruch "100 Prozent Mensch" am Handgelenk und als Pilgerin ein Tattoo der Jakobsmuschel mit Kreuz auf dem Unterarm. Foto: di

Aus welchem Kreis der Übergriff stammt, bleibt für das Seelsorge-Team der Pfarrgemeinde St. Laurentius offen. Klar ist aber die Devise: „Jetzt erst recht!“, wie es die Pastoralreferentinnen Rosália Rodrigues und Ulla Büssing-Markert sowie Pastoralassistentin Monika Wellermann stellvertretend formulieren. Die Regenbogen-Flagge soll bald wieder an die Kirchenfassade zurückkehren. Traurig genug: Nach dem ersten Anschlag Ende März gegen die farbenprächtige Botschaft war schon mit einem weiteren Exemplar auf Lager vorgesorgt worden. In der Hoffnung, dass sie nicht gebraucht würde.

Das „Entfernen“ der Fahne war mit einigem Aufwand und Entschlossenheit verbunden: Sie war massiv im Mauerwerk verankert und hing so hoch, dass sie nur mit Hilfsmitteln erreicht werden konnte. Offenbar kletterten die Tatverdächtigen an einem Blitzableiter hoch, der an mehreren Stellen aus seinen Halterungen gerissen wurde. Die Pfarrgemeinde hat bereits Anzeige erstattet.

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