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Pläne für neue Grundschule werden am Montag vorgestellt

Abriss doch noch in diesem Jahr?

Altenberge

Über den aktuellen Stand der Planungen für die neue Grundschule in der ehemaligen Ludgeri-Hauptschule wird am 29. August im Bauausschuss informiert.

Von Axel Roll

Der Abriss der Ludgeri-Hauptschule könnte doch noch in diesem Jahr erfolgen. Sie wird definitiv nicht mehr für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen benötigt. Foto: mas

Dass ein Krieg in Europa einmal die Planungen für den Neubau einer Schule im kleinen Altenberge durcheinanderwirbeln würde – noch im Januar hätte es niemand geglaubt. Die Befürchtungen, die Welle von Flüchtlingen aus der Ukraine werde so gewaltig, dass die alte Ludgeri-Hauptschule als Notquartier genutzt werden müsse, war Grund dafür, dass die Politik sich im März dazu entschloss, den Abriss auf 2023 zu verschieben.

Jetzt gibt es Entwarnung. Nicht ein Flüchtling musste in die alte Schule einziehen. Darum denkt die Verwaltung darüber nach, den Abriss doch noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen. Das würde ein wenig Luft in den engen Terminplan bringen. Zum Schuljahr 2024/25 soll die neue Grundschule stehen. „Ab 2026 hat jeder Schüler einen Anspruch auf einen Offenen-Ganztags-Platz“, nennt Kämmerer Stephan Wolff einen der Gründe, warum der Gemeinde die Zeit im Nacken sitzt.

Ganztagsplatz

Im Bauausschuss am Montag werden die Architekten Farwick und Grote den aktuellen Stand der Planungen erläutern. Im Hauptausschuss am 12. September sollen die neu ermittelten Kosten für das Groß-Projekt genannt werden. Stephan Wolff hat noch keine konkreten Zahlen vorliegen. „Aber es wird wohl deutlich teurer.“ Wie überall auf dem Bausektor. Bislang plant die Gemeinde mit Gesamtkosten von rund 18 Millionen Euro. Seitdem hat sich aber eine Menge getan. Im Bau- wie im Bankengeschäft. Stephan Wolff: „Damals bei den ersten Kostenberechnungen gab es noch Negativ-Zinsen.“ Für eine neue, möglichst solide Finanzplanung werden den Leistungsverzeichnissen die Werte aus dem Baupreisindex hinterlegt. „Das ist eine relativ verlässliche Größe“, weiß der Kämmerer.

Altbau

Den Abriss des Altbaus wieder auf dieses Jahr vorzuziehen, macht verwaltungsseitig keine Probleme. „Wir haben die Gelder dafür im Haushalt“, betont Stephan Wolff. Ob man allerdings die notwendigen Handwerksbetriebe noch so schnell zusammenbekommt, dass kann Stephan Wolff derzeit nicht beurteilen.

Seine Aufgabe ist es auch, nach Fördertöpfen zu suchen, mit denen das Gemeindesäckel entlastet wird. „Da sieht es im Augenblick ein bisschen mau aus“, bedauert der Finanzexperte.

Auch wenn der Bagger mit der Abrissbirne noch nicht vorgefahren ist, der Rückbau hat schon begonnen, wie Wolff weiß. So wurden Heizung und andere Elemente der Innenraum-Installation ausgebaut.

Bis zu dem Beschluss, die Schule für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen, sah der Terminplan schon in diesem Frühjahr den Abriss des Verwaltungstraktes vor. Dann kam der Ratsbeschluss, die Aktion genau um ein Jahr auf das Frühjahr 2023 zu verschieben. Und jetzt gibt es die Option, wieder auf den nahenden Herbst vorzuziehen.

Kriegsflüchtlinge

Die leerstehende Hauptschule für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen zu nutzen, war immer nur als Übergangslösung gedacht. Nach einem Jahr hätten nach den Planungen aus dem Frühjahr für die Betroffenen andere Unterbringungsmöglichkeiten bereitstehen müssen.

Die räumlichen Kapazitäten am Grünen Weg hätten für 120 Personen gereicht. Als die ersten Frauen – meist mit ihren Kindern – aus der Ukraine nach Altenberge kamen und niemand abschätzen konnte, wie hoch die Gesamtzahl einmal werden würde, stand bei Gemeinde und Politik das Ziel im Vordergrund, neue Notunterkünfte in Turnhallen unbedingt zu vermeiden. Die mussten 2015 umgenutzt werden, als vornehmlich Menschen aus Syrien in Altenberge eine neue Bleibe fanden.

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