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Hohe Nachfrage nach neuem „Wohngeld Plus“ / Bundesweit Probleme bei der Software

Ansprüche verlaufen nicht im Sande

Altenberge

Vor knapp eineinhalb Monaten hat der Bundesrat dem vom Bundestag am 10. November vergangenen Jahres beschlossenen Entwurf des „Wohngeld-Plus-Gesetzes“ endgültig zugestimmt. Weil jetzt mehr als drei Mal so viele Haushalte in Deutschland einen Anspruch auf Wohngeld haben, flattern auch in der Gemeinde Altenberge die Anträge ins Haus.

Von Matthias Lehmkuhl

Im Altenberger Rathaus sind bis Ende des Jahres mehr als 70 Anträge für das neue „Wohngeld Plus“ angekommen.Im Altenberger Rathaus sind bis Ende des Jahres mehr als 70 Anträge für das Foto: IMAGO/Christian Ohde

Ab sofort haben etwa zwei Millionen Haushalte mit kleinen Einkommen Anspruch auf Wohngeld. In der Vergangenheit waren es „nur“ rund 600 000. Das neue „Wohngeld Plus“ ist deutlich höher: Im Schnitt wird das Wohngeld verdoppelt. Mit einer dauerhaften Heizkostenkomponente will die Bundesregierung zudem dafür sorgen, dass die Menschen die steigenden Heizkosten bezahlen können.

Berechnung

Die Höhe des Wohngeldes berechnet sich nach der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der zu berücksichtigenden Miete des Wohnraums oder der Belastung bei selbst genutztem Wohneigentum sowie dem Gesamteinkommen der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder. Die genaue Wohngeldhöhe wird vom örtlichen Wohngeldamt geprüft und festgelegt.

Mehr als 70 Anträge

Weil jetzt mehr als drei Mal so viele Haushalte bundesweit einen Anspruch auf Wohngeld haben, flattern auch in der Gemeinde Altenberge die Anträge zahlreicher ins Haus als vor der Reform. Am 25. November vergangenen Jahres hatte der Bundesrat dem vom Bundestag 14 Tage vorher beschlossenen Entwurf des „Wohngeld-Plus-Gesetzes“ zugestimmt. „Kurz danach bis vor den Feiertagen sind mehr als 70 Anträge bei uns eingegangen“, sagt Ingrid Menden, Leiterin des zuständigen Fachbereichs bei der Gemeinde Altenberge.

In weiser Voraussicht ist nun ihre Mitarbeiterin Jana ten Bosch für die Bearbeitung der „Wohngeld Plus“-Formulare zuständig. Die 22-Jährige war vorher dem Amt für Umwelt und Klimaschutz zugeordnet. Außerdem wird Jana ten Bosch als Standesbeamtin fungieren, weil Kollegin Petra Holtstiege in den Ruhestand verabschiedet wird.

Viele Anrufe

„Aktuell haben jetzt besonders in den ersten Tagen des neuen Jahres viele bei mir angerufen und sich erst einmal erkundigt. Ich berate und informiere sie und empfehle ihnen ein Video, das auf der Homepage des NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung zu sehen ist“, erläutert Jana ten Bosch.

Auf www.mhkbd.nrw/themen/bau/wohnen/wohngeld“ ist das zweieinhalbminütige Video „Wohngeld kurz erklärt“ veröffentlicht worden. „Das zeigen wir auch den Bürgerinnen und Bürgern, wenn sie eine Termin im Rathaus haben und machen auch schon eine grobe Berechnung, ob überhaupt ein Anspruch besteht“, unterstreicht die Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Altenberge.

Software

Probleme gibt es allerdings mit der dafür ausgetüftelten Software, die vom Bund zwar entwickelt wurde, aber mit den Computerprogrammen in allen Kommunen bundesweit nicht kompatibel ist. „Deswegen erhalten die Antragsteller zunächst einmal vorläufige Bescheide“, erläutert Jana ten Bosch. „Wichtig ist aber, dass kein Geld verloren geht. Der Anspruch besteht auf jeden Fall. Man hat uns zugesagt, dass es spätestens zum 1. April die genaue Berechnung geben wird“, hebt Ordnungsamtsleiterin Ingrid Menden hervor.

Beide Fachfrauen bitten die Altenberger Bürgerinnen und Bürger abschließend um Verständnis, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen erst vor knapp zwei Monaten festgezurrt worden seien.

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