1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Altenberge
  6. >
  7. Balinesisches Stimmwunder ist mehr als nur Ersatz

  8. >

Jazzsängerin Dian Pratiwi springt bei Boogie-Woogie-Session ein

Balinesisches Stimmwunder ist mehr als nur Ersatz

Altenberge

Vor ihrer letzten Boogie-Woogie-Session des Jahres gerieten Daniel Paterok und Fabian Fritz ganz schön ins Schwitzen, denn Sänger und Gitarrist Ronald Lechtenberg musste sein Mitwirken absagen. Es gelang den beiden Musikern kurzfristig, die Jazzsängerin Dian Pratiwi für den Auftritt in Altenberge zu gewinnen.

-lem-

Dian Pratiwi (r.) aus Dortmund, die von der indonesischen Insel Bali stammt, sprang für den kurzfristig erkrankten Sänger und Gitarristen Ronald Lechtenberg bei der Boogie-Woogie-Session am Mittwochabend ein. Pianist Daniel Paterok sang mit ihr im Duett. Foto: Matthias Lehmkuhl

Die Tastenvirtuosen

Daniel Paterok und Fabian Fritz bewiesen am Mittwochabend anlässlich ihrer letzten Boogie-Woogie-Session des Jahres, wie gut sie in der regionalen Blues- und Jazz-Szene vernetzt sind. Denn am Abend vorher musste krankheitsbedingt der angekündigte Sänger und Gitarrist Ronald Lechtenberg die Segel streichen.

„Ich bin zusammen mit Fabian ganz schön ins Rotieren gekommen, habe dann aber Dian Pratiwi angerufen und gefragt, kannst du heute Abend mit uns in Altenberge spielen? Und sie sagte ja“, kündigte Paterok die von der indonesischen Insel Bali stammende und in Dortmund lebende Sängerin unter riesigen Vorschussbeifall im Saal Bornemann an.

Tolle Scat-Gesang-Qualitäten

Sogleich bewies die Jazzsängerin, wie gut sie den „Scat“ – eine spezielle Form im US-amerikanischen Gospel und im Jazzgesang bestehend aus Silben und Wortfragmenten – beherrscht. „Das ist ja hier in Altenberge besser als in Dortmund. Ich fühle mich hier wie zu Hause“, lobte die Indonesierin die Atmosphäre im gut gefüllten Saal. So münzte Dian Pratiwi den Refrain des Louis Armstrong Songs „On the Sunny Side of the Street“ kurzerhand in „On the Sunny Side of Altenberge“ um. Darüber hinaus imitierte sie mit ihrer atemberaubenden Stimme die Trompete des berühmten 1971 verstorbenen „Satchmo“ und „spielte“ ein tolles Solo. Beim berühmten Werk „Take the ‚A‘-Train“ von Duke Ellington musste die Sängerin sich hinter der zugegeben außergewöhnlich beeindruckenden Stimme von Ella Fitzgerald (1917-1996) nicht verstecken. Auch bei diesem Stück bewies sie ihre tollen Scat-Gesang-Qualitäten. Hinzu kam die beachtliche Leistung der beiden Pianisten mit ihrer bewährten Rhythmusgruppe Andreas Müller am akustischen Bass und Udo Schräder am Schlagzeug, deren Einsätze und Soli – obwohl sie nur wenige Stunden zum Proben hatten – meist auf dem Punkt waren. Vor der Pause spielte Daniel Paterok wieder einmal mit seinem ältesten Schüler, Lokalmatador Wilfried Küper, diesmal passend zu den bevorstehenden Feiertagen ein paar blues- und jazzimprovisierte Weihnachtslieder.

Ausgelassene Stimmung im Saal

In der zweiten Hälfte der Session sang Dian Pratiwi „Fly Me To The Moon“ von Frank Sinatra und „Summertime . . . and the livin‘ is easy“ von George Gershwin in einer etwas rockigeren Version. Beim Song „Stand by Me“ von Ben E. King forderte die asiatische Jazzsängerin das Publikum auf, mit ihr zu tanzen oder ihr Mikrofon mitzubenutzen. Tatsächlich ließen sich einige von der liebenswürdigen Art Dian Pratiwis dazu bewegen, sich von ihren Stühlen zu erheben. Die ausgelassene Stimmung im Saal bewegte das Quintett mit „(Get Your Kicks On) Route 66“ von Blues-Legende Nat King Cole noch zu einer Zugabe.

Startseite