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Christoph Tiemann und das Theater ex libris führen „Jekyll und Hyde“ auf

Das Gute und das Böse

Altenberge

„Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ gab es in Form eines Live-Horspiels in der Kulturwerkstatt zu erleben.

Von Rainer Nix

Die Gesichter der Hörspiel-Akteure waren in helles Licht getaucht und verbreiteten wohligen Grusel. Foto:

Es ist eine gruselige, fantastische Geschichte, die jede und jeder zu kennen glaubt, doch viele Details sind eben doch nicht so geläufig. „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ aus der Feder des berühmten Schatzinsel-Autors Robert Louis Stevenson faszinierte Generationen und wurde in allen möglichen Varianten verfilmt. Doch wer kennt die Ursprungsgeschichte genauer?

Am Freitagabend erlebte das Publikum in der Kulturwerkstatt die Story als Live-Hörspiel mit dem Schauspieler, Kabarettisten, Autoren und Hörfunk-Moderator Christoph Tiemann sowie Akteuren des Theaters ex libris. Susanne Opp Scholzen, Leiterin der Jugendkreativwerkstatt, begrüßte die zahlreichen Gäste.

140 Jahre

„Es ist meiner Ansicht nach eine der besten Geschichten, die sich je einer ausgedacht hat“, sagte Tiemann. In der Tat ist sie spannend, aber auch unheimlich und verstörend. In der nahezu 140 Jahre alten Geschichte um das Gute und Böse im Menschen trifft sie heute auf ein Publikum, das von den Medien einiges gewöhnt ist. Doch der wohlige Grusel, den die Erzählung um das selbst erschaffene Böse, das außer Kontrolle gerät, verursacht, ist derselbe wie vor einem Jahrhundert.

Mord

Tiemann und seine Mitstreiter verstanden es meisterlich, die Atmosphäre des Grusel-Klassikers durch das variationsreiche Spiel ihrer Stimmen, musikalische Untermalung und Beleuchtungseffekte umzusetzen. Das Keyboard erzeugte Klänge, die zum Teil aus einer anderen Welt zu stammen schienen und mit der die Handlung noch plastischer vor dem geistigen Auge der Zuhörer erschien. Die Projektion von Bildern im Hintergrund wirkte unterstützend. Mister Hydes Worte klangen düster und höhnisch, als Ausdruck einer verworfenen Seele ließen sie dem Publikum Schauer über den Rücken laufen.

Reise

Der üble Mr. Hyde, das alter Ego des renommierten Dr. Jekyll, taucht gleich zu Anfang auf und zeigt, wes Geistes Kind er ist. Der Mann rennt auf der Straße ein kleines Mädchen um und geht ungerührt weiter. Immerhin ist der Unhold bereit, mit einem Scheck Wiedergutmachung zu leisten. Darauf steht allerdings der Name des angesehenen Dr. Jekylls, was für Verwirrung und Spekulationen sorgt. Wissenschaftler Jekyll experimentierte bis es ihm gelang, den bösen Teil seines Wesens abzuspalten und zu einer eigenen Person zu machen. Als Mr. Hyde lebt er Triebe und Leidenschaften bis hin zum Mord aus. Die Geschichte bietet erschreckende Einblicke in die Abgründe der menschlichen Natur.

Tiemann und Ensemble nahmen das Publikum effektvoll mit auf diese schauerliche Reise. Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen Kulturwerkstatt Altenberge und dem Kulturring.

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