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Landgericht Münster: Prozess gegen drei Männer aus Altenberge und einen Münsteraner

Drogen im Wert von 640 000 Euro verkauft

Altenberge/Münster

Drei Männer aus Altenberge und einer aus Münster müssen sich vor dem Landgericht Münster wegen Drogendelikte im großen Stil verantworten. Es geht um eine Summe von mindestens 640 000 Euro, die mutmaßlich aus dem Verkauf von Marihuana erzielt worden ist.

Von und

Landgericht Münster Foto: Archiv

Der Treffpunkt zur Übergabe ein Schweinestall, das Lager ein kleines WG-Zimmer in Altenberge. Von hier aus gelangten kiloweise Marihuana und Kokain an Kunden aus ganz Deutschland. Der 24-jährige Hauptangeklagte, dem vor dem Landgericht Münster der Prozess gemacht wird, soll mindestens 640 000 Euro aus diesen Drogengeschäften erlangt haben. Der junge Mann aus Altenberge und seine zwei mitangeklagten Helfer – ebenfalls aus Altenberge –, zeigten sich nun teilweise geständig.

Der Prozesstag begann mit einer Erklärung des jüngsten Angeklagten. Er fungierte als Drogenkurier. Kennengelernt hat der 21-jährige Münsteraner den Hauptangeklagten über Bekannte. Da dieser selbst keinen Führerschein besaß, bat er den 21-Jährigen einige Lieferungen an seine Kunden zu bringen. Entlohnt wurde dieser mit 50 bis 400 Euro pro Fahrt, wobei die Spritkosten bereits mit einberechnet waren.

Kein gutes Geschäft, wie der junge Mann vor Gericht selbst einräumte, gingen die Fahrten doch mitunter bis ins über 500 Kilometer entfernte Villingen-Schwenningen. Doch durch seine Glücksspielsucht hatte er starke Geldnöte und ließ sich auf den Hauptangeklagten und seine Geschäfte ein. Über das Handy bekam er die nötigen Informationen, wo die Drogen hinsollten. Abgeholt hat er diese meist bei einem der weiteren Angeklagten, einem 36 Jahre alten Mann aus Altenberge.

Auch er hatte den Hauptangeklagten über Bekannte kennengelernt. Man sah sich immer mal wieder, grüßte sich oder wechselte ein paar Worte. Bis der 24-Jährige im Februar 2020 das erste Mal abends vor seiner Tür stand. In der Hand eine Tasche, die der 36-Jährige bis zum nächsten Tag bei sich aufbewahren sollte. Der Inhalt: zwischen sechs und acht Kilogramm Marihuana. Da er selbst Marihuana konsumierte und laut psychiatrischem Gutachten auch davon abhängig war, ließ auch er sich auf die Geschäfte ein. In seinem kleinen WG-Zimmer verstaute er von da an die Drogen. Er packte sie ab und verkaufte sie in seinem Umfeld. Die längeren Strecken übernahm dann der mitangeklagte Münsteraner. Für das Lagern der Drogen wurde er ebenfalls bezahlt. Versprochen wurden ihm nach eigenen Angaben 350 Euro im Monat. Ausgezahlt wurden nur rund 150 Euro.

Doch die Drogengeschäfte schienen nicht genug zu sein. Mit weiteren Personen soll der Hauptangeklagte einen Überfall in Bielefeld geplant haben. Die mutmaßlich dafür gedachte Maschinenpistole hatte der 21-jährige Fahrer ihm auf Anweisung bereits gebracht. Doch zu dem Überfall konnte es nicht mehr kommen.

Im Februar dieses Jahres wurde der Münsteraner als erster von ihnen bei einer seiner Kurierfahrten festgenommen. Im März folgten die Festnahmen des 36-Jährigen aus Altenberge und des Hauptangeklagten, der sich zu den Taten noch nicht geäußert, aber am nächsten Prozesstag (Freitag) eine Erklärung durch seine Anwältin verlesen lassen will.

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