Bürgerforum zur Standortfrage des Rathauses

Ein klarer Favorit

Altenberge

Es gibt einen klaren Favoriten, wo das neue Rathaus gebaut werden soll. Den Eindruck kann man nach dem Bürgerforum in der Gooiker Halle gewinnen. Die Anwesenden sprachen sich klar für die „Variante 2a“ aus: ein Neubau am heutigen Standort mit Verwaltungseinheit und Begegnungsstätte.

Sigrid Terstegge

In der Gooiker Halle stellte Stefan Hartlock (kl. Bild) die verschiedenen Varianten für einen Rathausneubau vor. Die Bürger konnten Fragen stellen und ihren Favoriten wählen. Foto: ter

Die blauen Klebepunkte unter den drei vorgestellten Rathausvarianten bewiesen – Bürgermeister Jochen Paus hat eine gute Idee gehabt. Zu einer Bürgerversammlung hatte die Verwaltung am Dienstagabend in die Gooiker Halle eingeladen. Natürlich unter Beachtung der Coronaregeln. Insgesamt waren 94 Bürger gekommen, um sich von Stefan Hartlock von der Planungsgesellschaft „schevens + wachten plus“ aus Dortmund informieren zu lassen. Bürgermeister Jochen Paus und Sebastian Nebel von der Verwaltung standen im Anschluss ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

Paus blickte noch einmal auf die Historie des derzeitigen Rathauses zurück. „Viel zu groß“, hieß es damals, erzählte er. Und heute platze das Rathaus aus allen Nähten. Die Idee, den Bau zu sanieren, sei aus verschiedenen Gründen verworfen worden. „Legt man ein Papier auf die Fensterbank, wird es im Winter von der Zugluft, die durch die Aluminiumfenster kommt, herunter geweht“, schilderte Paus. Brandschutz sei ein Problem. Durch die Zwischengeschosse sei ebenfalls der Einbau eines Aufzuges kaum möglich. „Auch im Hinblick auf die benötigte IT-Technik kommt eine Sanierung eigentlich nicht in Frage“, bestätigte Nebel.

Auslagerung würde etwa 1,7 Millionen Euro kosten

Also Neubau auf dem Gelände der Johannesschule oder Abriss und Neubau auf dem jetzigen Platz? In der Zwischenzeit müsste die Verwaltung ausgelagert werden. „Das würde Kosten von etwa 1,7 Millionen Euro für die Auslagerung verursachen“, erläuterte Paus. Als „Variante 2a“ ist dann da noch Paus‘ Idee, den Parkplatz hinzu zu nehmen, dort zuerst die Verwaltung zu errichten und dann vorne den Teil, der auch für eine Nutzung durch Bürger gedacht ist. Denn nur für ein sogenanntes Bürgerrathaus gibt es eine Förderung, habe die Bezirksregierung klargestellt.

„Wir haben einen Kriterienkatalog aufgestellt und die reinen Fakten betrachtet“, erklärte Hartlock. Gekennzeichnet durch Farben ergab die entstandene Grafik, dass wirklich die meisten Vorteile beim Modell Neubau am heutigen Standort mit Parkplatzbebauung lagen. Eine Tiefgarage, die von den eingesparten Kosten für die Auslagerung der Verwaltung gebaut werden könnte, ersetzt die Parkplätze. Das Rathaus wäre weiterhin in der Mitte des Dorfes gut erreichbar. „Eine neue Haltestelle an der Boakenstiege wurde gerade beschlossen“, ergänzte Paus. Der Zugang bliebe wie jetzt auch, und da die Gebäudelinie etwas zurückgenommen würde, könne sogar ein Rathausplatz entstehen.

67 Punkte für die „Variante 2a“

Wie der Bau dann aussehen wird – ein oder zwei Baukörper, eine Verbindung durch eine Brücke oder Tunnel, oder Zugang zum hinteren Bereich von anderer Stelle aus, das müsse ein Architektenwettbewerb ergeben. „Dann werden sie noch die Qual der Wahl haben“, sagte Hartlock. Zwei Geschosse werde das Bürgerrathaus wohl haben, beantwortete Paus eine weitere Frage aus dem Publikum. Besucherparkplätze wären ebenerdig. Die Baumreihe könne vielleicht erhalten bleiben.

„Wann geht es denn los?“, wollte Franz Müllenbeck vom Heimatverein wissen. 2024 / 2025 nannte Jochen Paus als ungefähre Zeitangabe. Zu den Kosten von etwa zehn bis zwölf Millionen Euro betonte Hartlock, es lohne sich nicht, das Geld für den falschen Standort auszugeben, auch wenn es vielleicht etwas „billiger“ ginge. Und so klebten mit 67 deutlich die meisten Punkte der Besucher unter Bürgermeister Paus‘ Vorschlag, der „Variante 2a“. Für den Neubau lediglich mit Verwaltungseinheit am heutigen Standort sprachen sich drei Bürger aus, für den Umzug auf das Areal der Johannesschule vier.

Eine Grundsatzentscheidung über den Standort des neuen Rathauses soll noch in der laufenden Ratsperiode gefällt werden. Das Thema kommt in der Ratssitzung am 28. September auf die Tagesordnung.

  • Ab dem heutigen Donnerstag gibt es für alle unter Angabe ihrer Mail­adresse auf der Homepage der Gemeinde die Möglichkeit, ebenfalls abzustimmen. Und zwar sowohl über den bevorzugten Standort des Rathauses als auch die Umgestaltung des Kirchplatzes.
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