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Streaming von Gottesdiensten soll auch nach Corona beibehalten werden

Eine große Chance für die Kirchen

Altenberge/Nordwalde

Die Online-Gottesdienste sind aus der Not geboren worden, als die Corona-Pandemie Präsenzveranstaltungen unmöglich machte. Mittlerweile sehen die Kirchengemeinden aus Altenberge und Nordwalde die digitalen Gottesdienste als zusätzliches Angebot, das auch nach der Pandemie Bestand haben könnte.

Matthias Lehmkuhl

Szenen aus den Online-Gottesdiensten der drei Kirchengemeinden aus Altenberge und Nordwalde zu Ostern. Foto: s

Nahezu seit Beginn der Corona-Pandemie werden Gottesdienste der beiden katholischen Pfarrgemeinden St. Johannes Baptist in Altenberge und St. Dionysius in Nordwalde sowie der evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge im Internet gestreamt.

Was ursprünglich aus der Not geboren wurde, hat inzwischen eine besondere Dynamik entwickelt. Denn zunächst wurde das Angebot als Aufzeichnung und später auch live, wie jetzt über die Osterfeiertage, zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der Gläubigen, die sich die Gottesdienste im Internet anschauen, stimmt die Kirchengemeinden optimistisch.

Mittlerweile dauern die Corona-Beschränkungen seit mehr als einem Jahr an und es ist noch nicht abzusehen, wann Präsenzgottesdienste mit mehr Christinnen und Christen in den jeweiligen Kirchen durchgeführt werden können. Deshalb sollen die Streamingangebote aufrechterhalten werden – voraussichtlich auch nach der Pandemie. Denn vor allem die Barrierefreiheit dieses Mediums ermöglicht allen Menschen, auch die mit einer Behinderung, an derartigen Gottesdiensten teilzunehmen.

Erstmals live gesendet

Bisher hat die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist einige ihrer Gottesdienste als Aufzeichnung auf ihren Youtube-Kanal gestellt. „Zum ersten Mal überhaupt haben wir mit der Familienmesse am Ostermontag einen Gottesdienst live gesendet. Das ist sehr gut angenommen worden“, sagt Marco Schomacher, Kirchenmusiker von St. Johannes Baptist und ergänzt, dass die Pfarrgemeinde plant, derartige Live-Übertragungen bei den Feierlichkeiten zur Erstkommunion und zu Pfingsten zu senden. Mittelfristig wird in Altenberge überlegt, die Technik zu verbessern, weil der Aufwand nicht gerade gering ist. „Die Bildübertragung funktioniert mit der vorhandenen Technik ganz gut. Defizite gibt es bei der Audioübertragung“, so Schomacher, der als Kirchenmusiker selbstverständlich darauf achtet, wie gut der Ton bei den Usern ankommt.

Die Pfarrgemeinde St. Dionysius hat am Wochenende die Weichen für ein dauerhaftes System gestellt. „Weil der Aufbau der Kamera sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und ein Kameramann das Gerät während der Aufzeichnung oder Livesendung bedienen muss, haben wir eine moderne Kamera fest installiert, die dann nur noch über eine Software gesteuert werden muss“, erklärt Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup.

Viel positive Resonanz

Beschlossene Sache ist die künftige Übertragung des Gottesdienstes an jedem Sonntagmorgen um 10.30 Uhr. Dieser soll auch direkt in das St.-Augustinus-Altenzentrum übertragen werden. „Auch wir wollen das für die Bewohner des Edith-Stein-Hauses mittelfristig ermöglichen“, sagt Marco Schomacher.

Ulrich Schulte Eistrup hat seit der Online-Verbreitung der Gottesdienste viel positive Resonanz aus der Gemeinde erhalten: „Es gab auch sinnvolle Verbesserungsvorschläge.“

Die evangelische Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge wird in dieser Woche innerhalb des Presbyteriums darüber diskutieren, ob die Gottesdienste künftig zusätzlich zu den Präsenzfeiern als Aufzeichnung oder live über Zoom oder Youtube verbreitet werden sollen. „Wir wissen Stand heute noch nicht, ob die Präsenzgottesdienste überhaupt veranstaltet werden können“, betont Gemeindesekretärin Anja Diamond.

Die Pfarrgemeinde hat per Post vor allem für ihre älteren Gemeindeglieder Tipps versendet, wie sie am einfachsten in den Genuss des Online-Dienstes kommen. Anja Diamond: „Wir haben festgestellt, dass immer mehr Seniorinnen und Senioren sich in dem digitalen Medium zurechtfinden.“

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