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Zusammenarbeit mit Velo de Ville

Studierende entwerfen Lastenfahrrad-Konzepte

Altenberge

Gelungene Kooperation: Studentinnen und Studenten der FH konzipierten ein Lastenfahrrad in Kooperation mit dem Altenberger Fahrradhersteller Velo de Ville.

Zufriedenes Projektteam auf dem Steinfurter Campus (v.l.): Jan Eichmann, Leif Sternberg, Prof. Dr. Hilmar Apmann, Velo de Ville-Ingenieur Christof Bödiger, Prof. Dr. Jochen Korn, Maximilian Ober, Jacqueline Cyriax und Jannis Kuschel. Foto: FH Münster/Frederik Tebbe

Immer häufiger begegnet man ihnen im Straßenverkehr, wenn Menschen größere Dinge oder auch Personen und Haustiere von A nach B transportieren, dabei aber auf ihr Auto verzichten möchten: Lastenfahrräder.

Der Fahrradhersteller Velo de Ville aus Altenberge hat auf der Eurobike-Messe sein erstes elektrisches Cargobike namens „FR8“ vorgestellt. Entstanden ist dies in Zusammenarbeit mit der FH Münster, dem Modell liegen mehrere Projektarbeiten aus dem Fachbereich Maschinenbau und dem Fachbereich Design der Münster School of Design (MSD) zugrunde.

„FR8“

„Viele Innenstädte werden mit der Zeit immer autofreier. Das Lastenrad ist ein guter Ersatz fürs Auto“, sagt Minh Pham. Er hat seine Bachelorarbeit in Kooperation mit Velo de Ville geschrieben und darin als Produktdesigner ein Konzept für ein Lastenrad entwickelt, auf das „FR8“ nun zurückgeht. Um herauszufinden, was überzeugte Radfahrer an ihrem Fortbewegungsmittel schätzen, hat er in einem partizipativ-gestalterischen Prozess unter anderem Interviews geführt, an ihrem Alltag teilgenommen und dann verschiedene Zielgruppen ausgemacht, die für das Lastenrad infrage kommen – etwa die Großfamilie, umweltbewusste Personen oder Gewerbetreibende. „Wir wollen den Bedürfnissen dieser Gruppen gerecht werden, deshalb haben wir uns unter anderem für ein modulares Prinzip entschieden, bei dem die Nutzerinnen und Nutzer zwischen einer Box mit oder ohne Deckel, einer Sitzbank für die Kinder oder auch einer Ladefläche mit Spanngurten auswählen können“, sagt Pham. Und er sagt „wir“, da er bei Velo de Ville nun auch während seines Masterstudiums als Werkstudent tätig ist und das Lastenrad als Produktdesigner weiterhin betreut.

Ladefläche

„Im Lauf des vergangenen Jahres haben wir gemeinsam am ,FR8‘ gearbeitet. Es ist toll zu sehen, dass aus der Idee jetzt Realität wird.“ Während Pham seine Bachelorarbeit gestaltete, widmeten sich seine Kommilitoninnen und Kommilitonen im Design Master der MSD der Frage, wie Interaktionsdesign rund ums Lastenrad zu einem verbesserten Fahrerlebnis führen kann. „Die Studierenden haben sich Räder ausgeliehen und sie ausprobiert“, erklärt Prof. Carolin Schreiber. Sie und Prof. Tina Glückselig haben das Projekt betreut. „Es ging darum, interaktive physische Prototypen herzustellen, mit denen die Studierenden neue Potenziale der Räder entdecken und ihre Ideen ausprobieren konnten.“

Konstruktionsplanung

Studierende des Fachbereichs Maschinenbau hingegen konzipierten und konstruierten gemeinsam mit Velo de Ville zwei Cargobikes – und zwar von Grund auf. Die zwei Gruppen – jeweils bestehend aus Niklas Hirse, Sören Hemminghaus, Till Voßeberg, Philip Wagner und Mattes Gollata sowie Jacqueline Cyriax, Jan Eichmann, Maximilian Ober, Leif Sternberg und Jannis Kuschel – nahmen sich bestehende Lastenrad-Modelle zum Vorbild und bauten darauf auf. Sie planten die Konstruktion, führten Lasten und Schwachstellenberechnungen durch, kalkulierten den Endpreis aus Materialkosten und Arbeitsaufwand. Bei Velo de Ville fertigten sie die Räder in Zusammenarbeit mit Ingenieur Christof Bödiger dann an.

„Es war toll, die Kompetenzen aus dem Studium konkret auf so ein Projekt anzuwenden und eigenverantwortlich daran zu arbeiten“, sagt Voßeberg. „Ich habe die Studierenden bewusst ins kalte Wasser geworfen“, erklärt Prof. Dr. Hilmar Apmann, der das Projekt am Fachbereich betreut hat. Apmann war es auch, der gemeinsam mit Stefan Adam, Prokurist in der TAFH Münster GmbH und Koordinator der Initiative TRAIN – Transfer und Innovation im Kreis Steinfurt, den Kontakt zu Velo de Ville hergestellt hat und damit das Gesamtprojekt anstieß. Darüber freut sich auch das Unternehmen: „Wir sind sehr dankbar über die gelungene Zusammenarbeit“, sagt Alain Thiemann, Geschäftsführender Gesellschafter bei Velo de Ville. „Die Studierenden haben kreative Konzepte vorgestellt und daraus entsprechende Anforderungen für das Lastenrad abgeleitet. Viele Ideen, wie Holz als Material für die Transportbox oder die Verwendung von Anker schienen zur Ladungssicherung, haben ihre Umsetzung in den Prototypen gefunden.“

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