1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Altenberge
  6. >
  7. Insekten in Hülle und Fülle

  8. >

Paul Hagelschurs Zufahrt schmückt ein Blühstreifen und eine selbstgemauerte Steinwand

Insekten in Hülle und Fülle

Altenberge

Dieser Blühstreifen ist sogar dem Bürgermeister aufgefallen: Paul Hagelschnur hat im Westenfeld ein kleines, aber feines Biotop geschaffen. Auf dem Blühstreifen wachsen Lavendel, Schmetterlingsflieder, Stockrosen, Sonnenhut, Thymian, Minze, Mohn, Prachtkerzen, Astern, Salbei und vieles mehr.

Von Matthias Lehmkuhlund

Paul Hagelschur hat einen fast 140 Meter langen blühstreifen angelegt und eine Foto: lemHenchion Reuter,Henchion Reuter,

Bürgermeister Karl Reinke ist ein großer Verfechter der Blühstreifen, die aus mehrjährige Blühmischungen bestehen. „So einen wunderbaren Blühstreifen hat Paul Hagelschur in Westenfeld angelegt“, hat Reinke auf seinen Touren zu Fuß oder per Rad entdeckt.

Blühstreifen bieten insbesondere Bestäubern und Insekten ein vielfältiges Blütenangebot. Darunter befinden sich auch viele landwirtschaftliche Nützlinge, die einen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung leisten. Für andere Tierarten stellen sie wichtige Nahrungs-, Fortpflanzungs- und Rückzugsbiotope dar.

Paul Hagelschur hat aber nicht nur einen fast 140 Meter langen Blühstreifen entlang der Zufahrt zu seinem Anwesen in der Bauerschaft Westenfeld 18 angelegt, sondern auch noch eine ebenso lange Steinwand selbst gemauert.

Vorher hätten dort Wildblumen gestanden, die aber spätestens nach drei Jahren eingegangen seien und darüber hinaus auch gemäht werden mussten. Dann seien die in sich zusammen gefallen und plötzlich habe da nur noch eine Grasnarbe gestanden. „Die war dann kaputt. Dann bin ich angefangen, die Fläche umzugraben. Erst bis zum Mast, dann Schritt für Schritt weiter, bis ich dann plötzlich an der Einmündung zur L 579 stand“, erinnert sich der 79-jährige ehemalige Landwirt und Kaufmann.

Weil der Boden durch den vielen Lehmkitt doch zu nährstoffarm gewesen sei wurde noch ein großer Maschinenzug mit Mutterboden bestellt. „Gunnar Lezgus vom Gartencenter Altenberge hat mir dann Tipps für Mischungen gegeben, die von April bis Oktober blühen“, erzählt Paul Hagelschur. Auf dem Blühstreifen wachsen Lavendel, Schmetterlingsflieder, Stockrosen, Sonnenhut, Thymian, Minze, Mohn, Prachtkerzen, Astern, Salbei und vieles mehr. Darüber hinaus stehen dort zwölf Kugelahorn und einige Zieräpfel. Mitten an der Zufahrt befindet sich ein Hydrant. „In den vergangen drei Jahren war es sehr trocken. Ohne das Wasser vom Hydranten wäre der Blühstreifen vertrocknet“, betont der Naturliebhaber.

Natürlich würden sich im laufe der Jahre die Pflanzen verändern. „Manche stehen hervor, manche bilden sich zurück. Dann habe ich auch mal etwas nachgepflanzt. Aber im Großen und ganzen funktioniert‘s.“

Die Mauer ist eine Doppelmauer mit 35 Zentimeter Querschnitt. Sie sei aus Brückensteine hergestellt, die aus Sandstein bestehen. „Die Gemeinde hat sie aus einem alten Teich gefischt und am Bauhof zwischengelagert“, hat sich Paul Hagelschur die Steine bringen lassen, dann sortiert und zwischen Weihnachten und Ostern gemauert. „Die ist ja so geschwungen als wenn sie der spanische Architekt Antoni Gaudi entworfen hat“, habe eine Frau zu ihm gesagt. Die Steinmauer bildet einen tollen Kontrast zur Monokultur Mais „und fungiert als Schutz für den blühstreifen vor Pflanzenschutzmittel“, so Paul Hagelschur.

Startseite