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Grünen-Kandidat siegt bei der Bürgermeister-Stichwahl gegen Sebastian Nebel (CDU)

Karl Reinke schafft die Sensation

Altenberge

Erstmals in der Geschichte von Altenberge gibt es einen grünen Bürgermeister: Karl Reinke setzte sich gegen den CDU-Kandidaten Sebastian Nebel durch.

Martin Schildwächter

Grüner Bürgermeister Karl Reinke feiert seinen Sieg auf dem Kirchplatz, Sebastian Nebel gratuliert dem Sieger der Wahl mit Corona-Ellenbogencheck. Foto: Axel Roll

Um 19.45 Uhr war die Sensation besiegelt: Karl Reinke (Grüne) ist der neue Bürgermeister von Altenberge. Er setzte sich gegen seinen Mitbewerber Sebastian Nebel (CDU) durch. Reinke kommt auf 52,35 Prozent, Nebel auf 47,65 Prozent der Stimmen. Der Jubel rund um die Gaststätte „Mixed“ war riesig – dort verbrachten die Grünen um Karl Reinke den Wahlabend. Ganz anders die Lage im Saal Bornemann, wo Matthias Große Wiedemann, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, die Bürgermeister-Stichwahl moderierte.

Wahlbezirke

Bereits nach Auszählung der ersten Wahlbezirke zeichnete sich die Niederlage für Sebastian Nebel ab. Am Ende gewann Reinke neun und Nebel nur vier Wahlbezirke. Kein Wunder also, dass bei den Christdemokraten bedrückte Mienen vorherrschten. Erstmals in der Geschichte der Gemeinde Altenberge lenkt damit ein Grünen-Politiker die Geschicke im Rathaus.

„Hier herrscht eine Bombenstimmung“, so die erste Reaktion des 63-jährigen Karl Reinke. Er habe zwar geahnt, dass es ein spannender Wahlabend werde, aber „insgeheim habe ich mit einem Erfolg gerechnet“, sagte der neue Bürgermeister.

Klinken geputzt

„Ich habe bis zum letzten Tag Klinken geputzt“, so Reinke, und blickte am Sonntagabend auf seinen Wahlkampf zurück. Dabei habe ihn ein großes Grünen-Team in den vergangenen Wochen tatkräftig unterstützt. Karl Reinke weiter: „Nach 70 Jahren war ein politischer Wechsel fällig.“

Sein Gegenüber Sebastian Nebel hatte die Niederlage kommen sehen. Er habe den „wahnsinnigen grünen Höhenflug“ nicht stoppen können, erklärte der 36-jährige Nebel, der im Rathaus seit über sieben Jahren für die Wirtschaftsförderung zuständig ist. „Ich hatte erwartet, dass es supereng werden würde.“ Er sollte recht behalten: Für Karl Reinke stimmten 2765 Altenberger, für Sebastian Nebel 2517. Somit entfielen auf den neuen Bürgermeister 248 Stimmen mehr als auf den CDU-Kandidaten. „Natürlich ist man enttäuscht“, so Nebel. „Aber das ist Demokratie. Ich werde deshalb den Kopf nicht in den Sand stecken“, versicherte er nach der Niederlage.

In einem Liveticker haben wir am Wahlabend von der Stichwahl in Altenberge berichtet.

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