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Freitagslounge mit Petra Roddey im Garten der Kulturwerkstatt

Klangstrukturen mit viel Fantasie

Altenberge

it einem ganz besonderen Musikinstrument machte das Publikum des Veranstaltungsformates „Freitags Lounge“ in der Kulturwerkstatt Altenberge Bekanntschaft.

Von Rainer Nix

Mit viel Intuition und Feingefühl spielte Ute Roddey auf ihren Handpans. Foto: nix

Mit einem ganz besonderen Musikinstrument machte das Publikum des Veranstaltungsformates „Freitags Lounge“ in der Kulturwerkstatt Altenberge Bekanntschaft. Die „Handpan“ erinnert auf den ersten Blick an frühe Darstellungen „fliegender Untertassen“, wie man sich die Raumschiffe von den Besuchern aus dem All vorstellte. Doch ob die Flugmaschinen, von deren Sichtung manche Menschen überzeugt sind, dermaßen musikalisch sein würden, darf bezweifelt werden.

Eigentlich sollte das Konzert draußen stattfinden, auf Grund der Unwetterwarnung verlegten es die Organisatoren es aber vorsichtshalber kurzerhand ins Haus.

Virtuosin auf der Handpan, einem noch relativ unbekannten Instrument, dass um das Jahr 2000 in der Schweiz entwickelt wurde, ist Ute Roddey aus Buldern. „Es sind wunderbare Instrumente, weil sie Melodie und Rhythmus miteinander verbinden“, so die eigentlich von der Klassik her stammende Musikerin. „Ursprünglich spiele ich Klavier“, erläuterte sie. „Man kann auf der Handpan vorgegebene Rhythmen und Stücke spielen, ich liebe es aber auch, einfach in den „Flow“ zu kommen“. Das gelang ihr am Freitag ganz hervorragend.

Sie brachte drei der Instrumente in verschiedenen Tonlagen mit und entlockte ihnen wohlklingende Töne. Manchmal erinnern sie an einen Gong, manchmal an karibische Stelldrums, ihr Sound wabert oft auch nachhaltig durch den Raum. Roddey spielte eigene Kompositionen, aber auch bekannte Stücke wie „Norwegian Wood“ von den Beatles. Die Darbietungen waren zum Teil rhythmisch orientiert, es gab aber auch zahlreiche meditative Passagen, die vom Alltagsstress befreiten. „In der Ruhe bleiben“, lautete ein Thema. Auf Handpans finden sich je nach Ausführung rund acht bis 20 von Hand geklopfte „Mulden“, mit denen jeweils verschiedene Töne angestimmt werden. Das Material ist Edelstahl in verschiedenen Ausprägungen. Klänge hallen je nach Instrument länger nach oder wirken eher „trockener“.

„Ich bin in der glücklichen Lage, ganz tolle Instrumente erworben zu haben“, so die Musikerin. Sie sind zum Teil hochpreisig und man muss länger darauf warten. „Ich baue vom Rhythmus her eine Melodie auf, manchmal hat man aber auch eine Melodie und fügt Rhythmus hinzu.“ Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Roddey bietet auch Workshops an, bei denen sie Instrumente zur Verfügung stellt. „Man kann sich einer Handpan ganz gut auch ohne Vorerfahrung widmen“, sagt die Virtuosin, „weil man es ganz frei intuitiv spielen kann.“

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